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Jedes Detail Zählt

Bei den IFOY-Testtagen in Hannover schaute sich die Jury die nominierten Geräte und Lösungen wieder ganz genau an.

Test Halle

Hier ein Augenreiben, dort ein Gähnen. Als sich die Jurymitglieder für die Testtage für den International Intralogistics and Forklift Truck of the Year Award, kurz IFOY, auf dem Messegelände Hannover einfinden, sehen nicht wenige müde aus. Das liegt aber nicht daran, dass sie der Wettbewerb – es ist inzwischen der sechste – langweilt. Die Anreise war für so manchen der 26 Juroren aus 18 Ländern sehr lange. Denn inzwischen reisen die Fachjournalisten, die über die nominierten Geräte und Lösungen urteilen sollen, aus der ganzen Welt an.
Aus Down Under ist beispielsweise Allan Leibowitz eingeflogen. Über 27 Stunden Reisezeit hat der 57-jährige Redaktionsleiter von forkliftaction.com auf dem Buckel, wie er bei der Vorstellungsrunde in der Hermes-Lounge den anderen Juroren berichtet. Weil mehrere Jurymitglieder neu sind, erläutert die Chefin des Gremiums, Anita Würmser, noch mal die obersten beiden Prinzipien des Wettbewerbs: Innovation solle das entscheidende Kriterium sein, wenn die Journalisten die zwölf nominierten Geräte und Lösungen begutachten. Und: Die Nominierten dürften nicht miteinander verglichen werden, sondern mit ihren Wettbewerbsgeräten am Markt.
Dafür, so betont die Jurychefin, bekämen die Juroren zwei Hilfsmittel an die Hand. Zum einen das rund 80 Kriterien umfassende IFOY-Testprotokoll, das der offizielle IFOY-Tester Theo Egberts während des mehrere Tage dauernden Audits angefertigt hat. Zum anderen erhalte jeder der Anwesenden den wissenschaftlichen IFOY Innovation Check ausgehändigt. Dafür haben Forscher die Nominierten auf die vier Kriterien Marktrelevanz, Kundennutzen, Innovationsgrad und Funktionalität abgeklopft. Beteiligte in diesem Jahr: Experten vom Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), vom Lehrstuhl für Technische Logistik an der Universität Dresden sowie vom Lehrstuhl für Maschinenelemente und Technische Logistik der Helmut Schmidt Universität in Hamburg.
Nicht nur über alte Prinzipien redet die Jurychefin, sondern auch über Neuigkeiten. So sind im aktuellen Rennen nicht nur neue Jurymitglieder an Bord. Erstmals bekommen auch alle, die von den Juroren für die Testtage nominiert worden sind, ein „Best in Intralogistics“-Zertifikat überreicht. Premiere feiert die Kategorie „Crane and Lifting Appliance“, wobei sich ein Sonderfall ergeben hat. Nachdem die Jury dem Hersteller J. D. Neuhaus zustimmt, sein Druckluft-Hebezeug „mini 500“ aus „ernsten internen Gründen“ aus dem Wettbewerb zu nehmen, verbleibt in der Krane-Kategorie nur noch der Mobilbaukran „MK 140“ von Liebherr. Gewonnen hat der gelbe Riesenkran der Oberschwaben aber dennoch nicht automatisch: Die Jurymitglieder könnten immer noch zu dem Schluss kommen, dass das Fahrzeug nicht innovativ ist und somit nicht mit einer Trophäe ausgezeichnet wird.

Lager verschmolzen
Nach der Einleitung geht es umgehend los: mit Präsentationen in der Kategorie „Integrated Warehouse Solution“. Den Beginn übernimmt ein Vertreter von Jungheinrich, der über die Zentrallagererweiterung bei Keller & Kalmbach referiert. Der Clou: Das komplette Projekt hat bei laufendem Betrieb stattgefunden. Nach dem Vortrag folgt ein IFOY-Neuling: ­Witron. Geschäftsführer Helmut Prieschenk persönlich hat sich aus der Oberpfalz in die Niedersachsenmetropole aufgemacht, um den Ausbau der Omnichannel-Intralogistik für Migros in der Schweiz zu präsentieren. Bei diesem Projekt haben die Eidgenossen zwei Lager zu einem verschmolzen. Die größte Innovation bei diesem intelligenten Cross-Channel-Ansatz ist laut Prieschenk ein „hochinnovativer Algorithmus“. Damit endet der erste Tag.
Am zweiten Testtag treffen sich die Juroren samt ihren Beratern in Halle 13, wo die Geräte zur Prüfung auf Herz und Nieren aufgebaut sind. Berater für LOGISTIK HEUTE sind in diesem Jahr Tobias Schweikl, Chefredakteur LOGISTRA, Jan Kaulfuhs-Berger, Chefredakteur Hebezeuge Fördermittel, sowie Marc Lösken, Geschäftsführer Porsche Logistik. In zwei Gruppen gehen Berater und Juroren durch die Halle, fahren Geräte und löchern die Hersteller mit Fragen.

Start-up mit dabei
Unter die Lupe genommen werden etwa der 5-Tonnen-Elektro-Gegengewichtsstapler „ECB50C“ von BYD sowie der gerade erst neu eingeführte Still „RX 20“ Elektrostapler mit 1,6 Tonnen Tragkraft. Ebenfalls auf der Testliste: der Hochleistungsschlepper „EZS 7280“ und der Kommissionierer „ECE 225 easyPILOT Follow“ von Jungheinrich sowie das Flaggschiff der OPX-Kommissionier-Baureihe von Still, der „OPX-L 16“. Auch ein Start-up ist mit dabei: Vertreter von Wegard zeigen eine elektrische Steuerung für Routenzuganhänger, die verhindert, dass die Wagen aus der Spur kommen.
Neben den Funktionstests des technologieübergreifenden Batterieladesystems „SLH 300“ von Jungheinrich und des Pkw-ähnlichen „EASY Drive“-Lenkrads von Still werden auch die speziell für E-Commerce-Lager entwickelten „MULTIplus“-Fachböden von Gebr. Schulte intensiv auf den Prüfstand gestellt. Fachböden sind unter den nominierten Produkten ein Novum. Um den Elektro-Mobilbaukran MK 140 von Liebherr in Aktion zu sehen, müssen die Juroren die Halle verlassen. Im Freigelände ist es einem einzigen Mitarbeiter möglich, den Kran, der zwei verschiedene Hebemodule vereint, per Fernsteuerung aufzubauen. In weniger als 20 Minuten.
Nach Video-Interviews, einem Gruppenfoto und einer Abschlussbesprechung enden die Testtage. Nun haben die Juroren nur noch eine Aufgabe zu bewältigen: abstimmen.

Event

Der IFOY AWARD (International  Intralogistics and Forklift Truck of the Year Award) dokumentiert die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft der Intralogistikbranche und will zur Wettbewerbsfähigkeit und zur Imageverbesserung der gesamten Branche in der Öffentlichkeit beitragen.

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