Zustelllogistik: UPS Flight Forward und Wingcopter entwickeln Drohnen

Die nächste Generation von Paketlieferdrohnen soll verschiedenste Einsatzzwecke in den USA und international abdecken.

UPS glaubt an Drohnen in speziellen Feldern der Logistik und forciert das Angebot jetzt mit einer Kooperation mit Wingcopter. | Foto: Wingcopter
UPS glaubt an Drohnen in speziellen Feldern der Logistik und forciert das Angebot jetzt mit einer Kooperation mit Wingcopter. | Foto: Wingcopter
Matthias Pieringer
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Der Drohnenzustelldienst UPS Flight Forward (UPSFF), eine Tochtergesellschaft von UPS, hat am 24. März seine Kooperation mit dem deutschen Drohnenhersteller Wingcopter bekannt gegeben. Gemeinsam wollen die Unternehmen die nächste Generation von Paketlieferdrohnen für verschiedenste Einsatzzwecke in den USA und international entwickeln. Man habe den Transportdrohnen-Pionier Wingcopter ausgewählt wegen seiner Technologie im Bereich unbemannter Fluggeräte und seiner Erfolgsbilanz in der Lieferung unterschiedlichster Waren auch über große Distanzen und in vielfältigen internationalen Kontexten, begründete der US-Paketriese den Schritt.

„Zustellungen mit Drohnen funktionieren nicht nach dem Prinzip ‚One-size-fits-all’”, so Bala Ganesh, Vice President der UPS Advanced Technology Group.

Die Zusammenarbeit mit Wingcopter soll helfen, den Weg für Zustelldienstleistungen in neuen Einsatzgebieten zu öffnen. UPS Flight Forward will dafür ein Netzwerk aus Technologiepartnern aufbauen, um Kunden einen weiteren Service zu bieten, diesen zu erweitern und die Rolle in der Drohnenzustellung auszubauen, bei der man sich führend sieht.

Auf beengtem Raum senkrecht starten und landen

Die Drohnen des Herstellers seien in der Lage, auf beengtem Raum senkrecht zu starten und zu landen, sowie in einen effizienten horizontalen Hochgeschwindigkeitsflug überzugehen. Das ermögliche eine Vielzahl von Anwendungen, die nach dem Dafürhalten des Logistikers weit über das Gesundheitswesen und den Einzelhandel hinausgehen. Man hofft damit, etwa "seit langem bestehende Herausforderungen für Kunden aus den Bereichen High-Tech, Industrieproduktion, Gastgewerbe, Unterhaltung und anderen Branchen" zu lösen.

Der Anbieter habe seine Fähigkeiten in unzähligen sogenannten „beyond visual line of sight“-Projekten (BVLOS), also Flügen außerhalb der Sichtweite, und für unterschiedliche Kunden weltweit bewiesen. Diese reichten von der kommerziellen Lieferung zwischen Fabriken bis hin zu lebensrettenden humanitären Projekten und medizinischer Notfallversorgung. Wingcopter habe beispielsweise Insulin auf eine irische Nordseeinsel geliefert, die wegen schlechten Wetters häufig vom Festland abgeschnitten ist. Ein weiteres Beispiel: Auf der Südseeinsel Vanuatu hatte das Start-up im Auftrag des lokalen Gesundheitsministeriums und unterstützt von UNICEF erfolgreich eine Impfstoff-Versorgung auf Abruf aufgebaut, um die dringend benötigten Seren binnen Minuten an verschiedene Gesundheitszentren zu liefern.

Übergang zwischen zwei Drohnentypen

Die Kerninnovation, die hinter den elektrischen Drohnen mit Senkrechtstart und -landung steckt, ist den Angaben zufolge ein patentierter Schwenkrotormechanismus. Er ermögliche einen nahtlosen Übergang zwischen zwei Drohnentypen, nämlich vom „Multicopter“ für das „Hovern“ (Schweben) und „Fixed-wing“ (Starrflügler) für den geräuscharmen Vorwärtsflug. Die aerodynamischen Fluggeräte sollen mit hoher Stabilität sogar bei schwierigen Wetterverhältnissen agieren.

UPS Flight Forward hatte bereits im vergangenen Jahr mit kommerziellen Drohnen-Lieferflügen im eignen Netzwerk begonnen. Den Auftakt machte etwa ein Zustellservice für das Hauptkrankenhaus und den Campus von WakeMed in Raleigh, North Carolina.

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