Werbung
Werbung
Werbung

Zukunftspreis Logistik: Aus 20 mach 40 mach 20

Jury zeichnet koppelbares Containerkonzept aus.
Verleihung des Zukunftspreis Logistik 2015: (v.l.) Prof. Dr. Peer Witten (Logistik-Initiative Hamburg, LIHH), Prof. Dr. Ulrich Malchow (Gewinner Zukuftspreis 2015), Dr. Jürgen Glaser (LIHH/Süderelbe AG), Prof. Dr. Kirsten Wegner (Ostfalia Hochschule, Jury-Vorsitzende), Dr. Olaf Krüger (Süderelbe AG) und Prof. Dr. Michael ten Hompel (Fraunhofer IML). (Foto: Süderelbe AG)
Verleihung des Zukunftspreis Logistik 2015: (v.l.) Prof. Dr. Peer Witten (Logistik-Initiative Hamburg, LIHH), Prof. Dr. Ulrich Malchow (Gewinner Zukuftspreis 2015), Dr. Jürgen Glaser (LIHH/Süderelbe AG), Prof. Dr. Kirsten Wegner (Ostfalia Hochschule, Jury-Vorsitzende), Dr. Olaf Krüger (Süderelbe AG) und Prof. Dr. Michael ten Hompel (Fraunhofer IML). (Foto: Süderelbe AG)
Werbung
Werbung
Nadine Bradl

Der zum fünften Mal von der Logistik-Initiative Hamburg und der Süderelbe AG verliehene Zukunftspreis Logistik ist am 21. September 2015 an das Start-up Tworty Box GmBH & Co. KG aus Hamburg übergeben worden. Bei dem prämierten Konzept „TWORTY BOX“ handelt es sich um einen neuartigen 20-Fuß-ISO-Container, der sich mit einer weiteren TWORTY BOX zu einem vollwertigen 40-Fuß-Iso-Container zusammensetzen lässt und dabei einen durchgehenden Innenraum aufweist. Dadurch entstand auch der Name: Twenty + Forty = Tworty.

Das Innenleben macht den Unterschied

Äußerlich unterscheidet sich eine TWORTY BOX von einem 20-Fuß-Standardcontainer lediglich durch die der Standardtür gegenüberliegenden Stirnseite. Hier befindet sich ebenfalls eine allerdings nach innen und oben schlagende Tür, die auch nur von innen verriegelt werden kann. Sollen zwei Tworties an ihren Stirnseiten zu einer 40-Fuß-Einheit gekoppelt werden, werden diese Türen geöffnet, um einen durchgehenden Raum zu schaffen. Gekoppelt werden die Tworties über eine form- und kraftschlüssige Verbindung mittels Bolzen. Die Wasserdichtigkeit wird durch Dichtelemente gewährleistet. Im gekoppelten Zustand ergibt sich ein 40-Fuß-Container mit Standardtüren an beiden Stirnseiten. Als 20-Fuß-Box im Einsatz erfolgt der Zugang wie gewohnt über die Standardtür.

Zukunftsfähigkeit sichern

„Wir zeichnen ein innovatives Containerkonzept aus, das den ökonomischen und ökologischen Herausforderungen global wachsender Warenströme erfolgreich begegnet“, hob die Jury-Vorsitzende Kerstin Wegner, Professorin an der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Suderburg, bei ihrer Laudatio hervor. „Die zunehmenden Leercontainertransporte sowie die damit steigenden Umschlagkosten und resultierende Umweltbelastung erfordern die Entwicklung innovativer Konzepte, um die Zukunftsfähigkeit der Logistikbranche nachhaltig zu sichern“, sagte Wegner weiter.

Teure Luft

Denn die am häufigsten in Containern über die Weltmeere verschiffte „Ware“ ist Luft: Mehr als 20 Prozent aller Container sind leer. Die Folge sind hohe Kosten durch notwendige Leerpositionierungen. Mit der TWORTY BOX soll die Containerlogistik von Reedereien effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger werden, indem die große Zahl von Leercontainertransporten reduziert werden kann. Containerlinien können die Über- und Unterversorgung von 20-Fuß- und 40-Fuß-Containern in den Häfen und Inlanddepots durch Zusammen- und Entkoppeln von zwei Tworties ausgleichen.

Namhafte Kooperationspartner

Dieses Potenzial rief bereits große Unternehmen auf den Plan: Ein Prototypenpaar wurde zunächst bei Drehtainer GmbH in Zarrentin gefertigt. Es hat das Testprocedere zum Container Safety Certificate (CSC) sowohl einzeln als auch gekoppelt erfolgreich durchlaufen (inklusive Zoll-Zertifikat). Für den Bonner Logistikdienstleister Deutsche Post DHL wurden die TWORTY BOX-Prototypen im Rahmen einer Nordatlantik-Rundreise zunächst einem erfolgreichen Praxistest mit kommerzieller Ladung unterzogen. In China sind nunmehr für eine große osteuropäische Spedition die ersten kommerziellen Tworties in Lizenz gefertigt worden. Zu den weiteren Kooperationspartnern gehören DNV-GL, die deutsche Niederlassung der Reederei OOCL aus Hong Kong, Hapag-Lloyd sowie die Hochschule Bremen – Centre of Maritime Studies.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung