Zoll-Plattform: Hamburger Hafen setzt digitalen Exportprozess neu auf

Anstelle der „ZAPP“-Plattform tritt nun „EMP“, das alle ZAPP-Funktionalitäten/Anwendungen zusammenführen und XML-Standards ganzheitlich implementieren soll.   

Die IT-Plattform ZAPP ist im Hamburger Hafen das flächendeckende und verbindlich zu nutzende IT-System für den zollseitigen Exportprozess. Diese wird neu aufgesetzt und unter dem Namen EMP weiterentwickelt. (Bild: Dakosy)
Die IT-Plattform ZAPP ist im Hamburger Hafen das flächendeckende und verbindlich zu nutzende IT-System für den zollseitigen Exportprozess. Diese wird neu aufgesetzt und unter dem Namen EMP weiterentwickelt. (Bild: Dakosy)
Therese Meitinger

Die IT-Plattform „ZAPP“ – im Hamburger Hafen das flächendeckende und verbindlich zu nutzende IT-System für den zollseitigen Exportprozess – wird neu aufgesetzt und umbenannt. Alle Funktionalitäten sollen künftig unter dem Namen „EMP“ gebündelt und weiterentwickelt werden, wie der Hamburger Softwareanbieter Dakosy am 11. Januar mitteilte. Zu den Neuheiten gehören demnach eine Webanwendung, die alle heutigen ZAPP-Anwendungen integriert, ein einheitlicher Login für die Statusabfrage, intuitive Bedienoberflächen sowie die Etablierung des XML-Standards für alle Schnittstellen.

Insgesamt vier Jahre hat Dakosy als Betreiber der IT-Plattform ZAPP („Zoll-Ausfuhrüberwachung im Paperless Port“) nach Eigenangaben für das technische Großprojekt eingeplant. Die Pilotphase laufe bereits, heißt es. Ende 2024 soll die Zukunftsinvestition abgeschlossen sein. Getragen wird das Vorhaben von den Dakosy-Gesellschaftern und damit von der Hamburger Seehafenwirtschaft.

„Nach außen zeigt sich die Entwicklung am deutlichen durch die neue Namensgebung. Unter der Marke EMP führen wir die ganze ZAPP-Familie inklusive aller Services, wie zum Beispiel ZAPP@Gate und ZAPP@Status, zusammen“, zeigt Kai Stanislaus auf, bei Dakosy verantwortlich für das Projekt.

Der neue Name soll in erster Linie Ausdruck der Vereinheitlichung und Bündelung der gewachsenen Strukturen unter einem Dach sein, heißt es.

Testphase mit Eurogate

Die zentrale inhaltliche Neuerung für die Anwender zeigt sich nach Unternehmensangaben in der neuen EMP-Webanwendung. Stanislaus erläutert die Funktionalitäten: „Die Webanwendung ist für berechtigte User das Schaufenster in die Exportdaten, die über die Plattform ausgetauscht werden. Sie bietet unter anderem eine moderne Bediener-Oberfläche, viele Filtermöglichkeiten und ein vereinheitlichtes Login.“ Erste Ergebnisse aus der Testphase mit Eurogate hätten eine vereinfachte Handhabung und einen dadurch verbesserten Workflow ergeben, gibt Dakosy an. Von Anfang an mit in die Neuerungen eingebunden war demnach der Zoll. So arbeitet das Zollamt Hamburg – AG 30 –bereits vollumfänglich mit der bereitgestellten EMP-Webanwendung.   

Technischer Fokus liegt auf XML-Schnittstelle 

Der Hauptteil des Projekts erfolgt Dakosy zufolge jedoch für die Anwender unsichtbar. Stanislaus schätzt, dass etwa sieben Achtel der technischen Neuerungen im Hintergrund laufen. Dabei liegt ein Fokus auf der Etablierung von XML-Schnittstellen für die Datenübertragung, einem international bekannten und anerkannten Standard. Als Pilotpartnerin für die in diesem Zusammenhang wichtige „Port Order“ XML-Schnittstelle stand die Behlich Zollagentur aus Hamburg zur Verfügung.    

ZAPP wurde 1997 von Dakosy gemeinsam mit der Hafenwirtschaft eingeführt, um die damals verpflichtende elektronische Bereitstellung aller Exportdaten gegenüber dem Zoll zu gewährleisten. Seitdem sind immer neue Services für einfache, schnelle und papierlose Informationsflüsse für den Export hinzugekommen. Alle Weiterentwicklungen werden gemeinsam in dem eigens gegründeten ZAPP-Arbeitskreis mit Vertretern der Speditionen, Containerterminals, Packbetriebe, Carrier, des Zolls und Dakosy erarbeitet und umgesetzt.