WM 2014: Der logistische Countdown läuft

Logistiker bereiten sich auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien vor.

Die Fußballfans weltweit zählen bereits die Tage: In der Corinthians-Arena in São Paulo wird am 12. Juni das erste Spiel der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien stattfinden. Damit es dazu kommen kann, sind auch logistische Herausforderungen zu bewältigen. Von schlechter Infrastruktur, unfertigen Stadien und schwierigen Zollbestimmungen war im Vorfeld die Rede. Schaffen die Brasilianer denn die Vorbereitungen rechtzeitig zur WM? Vom beauftragten Dienstleister Podium Global Sports Logistics, Rio de Janeiro, ist dazu auf Anfrage von LOGISTIK HEUTE kein Kommentar zu erhalten. Auskunftsfreudiger ist der Logistikdienstleister DB Schenker Sportsevents, ein Geschäftsbereich der Deutsche Bahn-Tochter DB Schenker, der bei der WM-Ausschreibung dem lokalen Konkurrenten Podium unterlegen war. Dennoch wird Schenker laut Sportsevents-Leiter Christian Schultze ungefähr 230 Seecontainer und 270 Tonnen Luftfracht im Rahmen der WM abwickeln.

Unter nicht ganz einfachen Bedingungen, wie Schultze erklärt: „Die kommende Fußball-Weltmeisterschaft stellt uns vor anspruchsvolle logistische Herausforderungen, nicht nur was die Entfernungen in so einem großen Land wie Brasilien angeht. Gleich im Anschluss an die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi ging es zum Beispiel für die TV- und Radiosender unmittelbar weiter zur Fußball-Weltmeisterschaft." Ein Teil der Ausrüstung sei deshalb direkt von Sotschi nach Brasilien verladen worden. Besonders wichtig sei die „minutiöse Planung", damit die Kameras, Monitore und Übertragungswagen rechtzeitig und unbeschädigt in Brasilien ankommen.

Auch die Abwicklung der Einfuhr in Brasilien sei sehr anspruchsvoll. „Zum Teil werden Importlizenzen bei bestimmten Produkten benötigt, deren Beantragung entsprechende Vorlaufzeit braucht. Kleine Unstimmigkeiten in der Zollabwicklung führen sofort zu Verzögerungen", sagt Schultze. Aber für solche Verzögerungen sei bei Großevents keine Zeit, deshalb werde bereits seit über zwei Jahren geplant. „Wir waren regelmäßig vor Ort und haben unter anderem die Zollvorschriften und Infrastruktur frühzeitig analysiert", sagt Schultze. Aus Sicht von DB Schenker Sportsevents steht dem Anstoß am 12. Juni also nichts im Wege.