Wireless Charging: Puls übernimmt Industriegeschäft von Wiferion

Nachdem Tesla erst im Juni Wiferion gekauft hatte, hat das Start-up zum 1. Oktober erneut einen neuen Eigner.

Puls hat das Geschäft von Wiferion zum 1. Oktober 2023 übernommen. Von links: Julian Seume, Teil des Management Team der Puls Wireless Business Unit; Bernhard Erdl, Geschäftsführer und Inhaber der Puls GmbH; Matthieu Ebert, Teil des Management Team der Puls Wireless Business Unit. (Bild: Puls)
Puls hat das Geschäft von Wiferion zum 1. Oktober 2023 übernommen. Von links: Julian Seume, Teil des Management Team der Puls Wireless Business Unit; Bernhard Erdl, Geschäftsführer und Inhaber der Puls GmbH; Matthieu Ebert, Teil des Management Team der Puls Wireless Business Unit. (Bild: Puls)
Therese Meitinger

Puls, Münchener Spezialist für DIN-Schienen Stromversorgungen, hat zum 1. Oktober das Geschäft des Wireless-Charging-Spezialisten Wiferion übernommen. Das gab das Puls-Management am 10. Oktober im Rahmen einer Pressekonferenz. Die Technologie des Freiburger Start-ups Wiferion soll demnach nun mit den Möglichkeiten des technologieorientierten Unternehmens PULS, mit 250 Millionen Euro Umsatz in 2022, erweitert werden. Das bisherige operative Team von Wiferion bleibt nach Unternehmensangaben als Business Unit „PULS Wireless“ in Freiburg erhalten: Insgesamt elf Mitarbeiter werden in die Unit übernommen, die von Julian Seume und Matthieu Ebert geleitet wird. Sie standen bereits bei Wiferion an der Spitze. Nicht übernommen wurde die Entwicklungsabteilung des Start-ups.

Wiferion war erst im Juni vom US-Tech-Konzern Tesla übernommen worden und war seitdem als Tesla Engineering Germany im Handelsregister eingetragen. Nun erfolgte die erneute Übernahme.   

„Der Kern unserer Technologie ist, den Ladeprozess in den Wertschöpfungsprozesse zu integrieren“, erläuterte Matthieu Ebert im Rahmen der Pressekonferenz. Dazu könne man vollständig industrialisierbare Lösungen anbieten.

„Wir freuen uns, dass wir ein etabliertes Unternehmen gefunden haben, das uns dabei unterstützen kann, unsere Technologie weiter auszurollen“, sagte Julian Seume im Rahmen der Pressekonferenz. 

Weltweite Produktion und Vetrieb als Vorteil

Insbesondere die weltweite Präsenz in der Produktion und der Applikationsunterstützung sei ein Plus und für das Start-up Wiferion kaum darstellbar gewesen, so Seume weiter. Für die Wiferion-Kunden soll sich nun im operativen Geschäft nichts ändern: Puls übernimmt nach Firmenangaben alle bestehenden Verträge, Markenrechte und Patente. Mittelfristig sollen die weltweiten Fertigungskapazitäten von Puls genutzt werden: Mit eigenen Werken in Tschechien, China und Deutschland verfüge der Stromversorgungsspezialist über moderne Fertigungslinien, heißt es. So könnten große Stückzahlen in höchster Qualität produziert und bei Bedarf skaliert werden. Zudem kann Puls Eigenangaben zufolge aufgrund seines Einkaufsvolumens und der globalen Quellen kostengünstiger beschaffen. 

„Wiferion hat als Pionier das induktive Laden für die Energieversorgung von mobilen Robotern und Gabelstaplern erfolgreich im Markt etabliert und die führende Position errungen. Mit den zusätzlichen Möglichkeiten der Puls wollen wir dieses System zum globalen Marktstandard machen und werden hierfür erheblich investieren“, so Bernhard Erdl, Geschäftsführer und Inhaber der Puls GmbH.

Erdl, Seume und Ebert sehen große Synergien zwischen Wiferion und Puls, wie sie auf der Pressekonferenz betonten: Beide Unternehmen stellen ihnen zufolge Leistungselektronik her, bei der es auf Effizienz und Zuverlässigkeit ankommt. Die drahtlose Energieübertragung ist eine Sonderform einer Stromversorgung. Der Trafo in einem Netzteil wird durch räumlich getrennte Spulen ersetzt. So können sich die Puls-Entwickler schnell mit den Produkten und Technologien von Wiferion vertraut machen. Und da Puls bereits stark in der Intralogistik vertreten ist, ergänzten die Wireless-Charging-Lösungen das bestehende Produktportfolio und adressierten einen ähnlichen Kundenkreis, hieß es. Puls erweitere sein Portfolio zudem um Mobile-Robotik-Anwendungen – ein Bereich, in dem man bisher nicht präsent gewesen sei.