Weiterbildung: Welche Fähigkeiten Logistiker in Zukunft benötigen

Eine Studie der FH Oberösterreich und des AMS Oberösterreich zeigt, auf welche Weiterbildungsmaßnahmen Unternehmen in der Logistik setzen sollten.

Hinsichtlich der Fähigkeiten, die Logistikmitarbeiter zukünftig benötigen, steht die Digitalisierungskompetenz weit oben auf der Agenda. Das hat zumindest die FH Oberösterreich in einer Studie herausgefunden. (Symbolbild: Zapp2Photo/AdobeStock)
Hinsichtlich der Fähigkeiten, die Logistikmitarbeiter zukünftig benötigen, steht die Digitalisierungskompetenz weit oben auf der Agenda. Das hat zumindest die FH Oberösterreich in einer Studie herausgefunden. (Symbolbild: Zapp2Photo/AdobeStock)
Sandra Lehmann

Welche Fähigkeiten benötigen Mitarbeiter im Wirtschaftszweig Logistik, um für den Arbeitsmarkt der Zukunft gerüstet zu sein? Und mit welchen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen können diese Qualifikationen erlangt werden? Diesen Fragen ist eine Studie der FH Oberösterreich am Campus Steyr und des Arbeitsmarktservice Oberösterreich nachgegangen. In „Die Kompetenzen des qualifizierten Logistikpersonals 2030“ kommen die Forscher zu dem Schluss, dass aktuell in Logistikjobs vor allem soziale und kommunikative Fähigkeiten sowie Aktivitäts- und Handlungskompetenz wichtig sind. Die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass zukünftig im Wirtschaftszweig vor allem die Themen Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit eine Rolle spielen werden und damit das Feld erforderlicher Qualifikationen deutlich erweitert werde.

Digitalisierungskompetenz im Fokus

Laut den Autoren der Studie werden deshalb zukünftig digitale und technologische Kompetenzen, wie der Umgang Daten und technischen Geräten wichtiger wird, aber auch das Prozessverständnis an Bedeutung gewinnt.

„Die voranschreitende Digitalisierung und Automatisierung ist wie in vielen anderen Bereichen natürlich auch für das Logistikpersonal ein entscheidender Treiber und sollte in der Aus- und Weiterbildung stärker berücksichtigt werden“, resümiert FH-Professorin Dr. Maria Putz-Egger, Logistikum der FH Oberösterreich und Hauptautorin der Studie. Und weiter: „Aufgabenstellungen in einer digitalen Umgebung zu lösen, wird zu einer Grundkompetenz. Der IT-Bereich wird in Zukunft eine größere Rolle spielen. Fachinformatiker für Systemintegration, Softwareanwender- und Entwickler sowie Datenanalysten werden immer wichtiger. Bereits existierende Logistikausbildungen wie zum Beispiel Speditionskaufmann- oder frau sollten deshalb beträchtlich um einen IT-Bereich ergänzt oder neue Ausbildungen konzipiert werden.“

Darüber hinaus stellt die Studie fest, dass der Fokus von Weiterbildungsmaßnahmen in den kommenden Jahren deutlicher auf der Unterstützung Geringqualifizierter liegen sollte.

„Obwohl ein Anstieg des Qualifizierungslevels erwartet wird, zeigt bereits eine Studie aus dem Jahr 2017, dass neben Beschäftigungen in relativ hochqualifizierten Bereichen auch viele Jobs in geringqualifizierten Bereichen entstanden sind. Jobs mit mittlerer Qualifikation sind hingegen weggefallen“, so Putz-Egger.

Aktuelle Weiterbildungsmaßnahmen für Logistikpersonal mit geringem Qualifikationsniveau beschränken sich nach Angaben der Hochschule meistens auf Onboarding und Einschulungen bei Einführung neuer Techniken, Systeme und Programme. Wohingegen es für junge Führungskräfte, also höher qualifiziertes Personal, umfassende Kurse beziehungsweise Weiterbildungsmöglichkeiten zu verschiedensten Themen im Bereich digitaler, technischer, sozialer und kommunikativer Kompetenzen gibt.

In Bezug auf die geänderten Anforderungen an die Weiterbildungsmaßnahmen von qualifiziertem Logistikpersonal hinsichtlich digitaler und technischer Fähigkeiten sowie sozialer und kommunikativer Kompetenzen bis zum Jahr 2030 ist die Praxisorientierung laut der FH Oberösterreich ein wichtiges Stichwort, um einen Transfer des Wissens in die tägliche Arbeitswelt sicherzustellen. Aber auch Prozessverständnis, Programmierkenntnisse, Change-Management und mehr Fokus auf soziale und kommunikative Kompetenzen wurden in den Interviews häufig genannt.

„Die befragten Unternehmen wünschen sich Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich Data Mining beziehungsweise Data Analytics, Change-Management, Prozessverständnis sowie im Bereich sozialer Kompetenzen. Wichtig ist, dass Ausbildungen sehr praxisorientiert gestaltet werden und ein besonderer Fokus auf die stark betroffene Zielgruppe der gering qualifizierten Mitarbeiter gelegt wird“, sagt Putz-Egger.

Die komplette Studie kann man hier kostenfrei herunterladen.