Wasserwege: Binnenschifffahrt verliert 2023 weiter an Bedeutung

(dpa) Seit Jahren schwächelt das Transportmittel Binnenschiff. Dabei können vor allem große Mengen Kohle, Erz und Mineralöl-Erzeugnisse auf Flüssen und Kanälen ans Ziel gebracht werden.

Binnenschiff auf dem Rhein bei Köln. Die Bedeutung des Verkehrsträgers ist in Deutschland seit Jahren rückläufig. (Bild: Oliver Berg / dpa)
Binnenschiff auf dem Rhein bei Köln. Die Bedeutung des Verkehrsträgers ist in Deutschland seit Jahren rückläufig. (Bild: Oliver Berg / dpa)
Therese Meitinger

Der Niedergang der deutschen Binnenschifffahrt hat sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Mit 172 Millionen Tonnen transportierten die Schiffe so wenig an Gütern wie noch nie seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. 2022 waren es wegen der vergleichsweise hohen Kohleverstromung noch zehn Millionen Tonnen mehr gewesen.

Im Vergleich zum Vereinigungsjahr 1990 ist die Transportmenge trotz deutlich gestiegener Wirtschaftsleistung auf den deutschen Flüssen und Kanälen um 25,9 Prozent gesunken. Zum letzten Vor-Corona-Jahr 2019 betrug der Abstand 16,3 Prozent.

Option für feste und flüssige Massengüter

2023 gingen allein die Kohletransporte um mehr als ein Viertel zurück, weil weniger Energie aus dem fossilen Brennstoff erzeugt wurde. Als einzige wichtige Warengruppe legten flüssige Mineralölerzeugnisse um 3,1 Prozent auf 27,9 Millionen Tonnen zu. Knapp ein Zehntel des Transports auf den Bundeswasserstraßen entfiel auf Container. Die weitaus größeren Anteile machten feste Massengüter mit 56,6 Prozent und flüssige Massengüter mit 27,3 Prozent aus.

Die Beförderungsmenge im innerdeutschen Verkehr (42,5 Millionen Tonnen) lag laut Statistischem Bundesamr um 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der grenzüberschreitende Verkehr ging um 7,3 Prozent auf 119,2 Millionen Tonnen zurück. Während der Versand in das Ausland (42,0 Millionen Tonnen) einen Rückgang von -4,0 Prozent verzeichnete, ging der Empfang aus dem Ausland (77,3 Millionen Tonnen) mit -9,0 Prozent überdurchschnittlich stark zurück. Dies ist unter anderem auf Rückgänge im Seehafenhinterlandverkehr, das heißt die Beförderung von Gütern zu und von den Seehäfen, zurückzuführen. Der Empfang der deutschen Binnenhäfen aus den ARA-Häfen (Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam) ist dabei um 8,8 Prozent oder 6,0 Millionen Tonnen gesunken. Der mengenmäßig weniger bedeutsame Transitverkehr war 2023 mit einem Transportaufkommen von 10,0 Millionen Tonnen die einzige Verkehrsrelation, die gegenüber 2022 zugenommen hat (8,5 Prozent).