Wartung: Zehn Tipps für die Intralogistik

Der österreichische Systemintegrator TGW hat ein Erfolgsrezept formuliert.

Technologie effektiv nutzen - das ist nur einer der Tipps des Intralogistikers TGW. (Foto: TGW)
Technologie effektiv nutzen - das ist nur einer der Tipps des Intralogistikers TGW. (Foto: TGW)
Melanie Endres

Der österreichische Systemintegrator TGW hat zehn Erfolgsfaktoren für die Wartung einer Intralogistikanlage identifiziert. Das vermeldeten die Österreicher vor kurzem. Gemeinsam mit Kunden habe TGW die Einflussfaktoren herausgearbeitet, die langfristigen Erfolg sicherstellen sollen.

„Den einen Weg, der für jeden passt, gibt es jedoch nicht“, betonte Christoph Knogler, Director Global Lifetime Services bei TGW. „Intralogistiksysteme unterscheiden sich in Bezug auf Funktion und Komplexität. Und so unterscheidet sich auch das Betriebs- und Wartungskonzept dahinter. Allerdings gibt es einige Einflussfaktoren, auf die man jedenfalls achten sollte.“

Service immer wichtiger

Weil das Thema Service, so TGW, immer wichtiger wird, habe der Systemintegrator die Zahl seiner Mitarbeiter im Kundendienst seit 2015 mehr als verdoppelt. Das Unternehmen biete Servicekonzepte an, die schon in einer frühen Phase der Zusammenarbeit dem Kunden vorgestellt werden. Gemeinsam soll dann ein individuelles Angebot gefunden werden.

„Die Gesamtkostenbetrachtung über den Lebenszyklus einer Anlage gewinnt immer mehr an Bedeutung – und damit die Total Cost of Ownership. Diese gilt es gemeinsam und partnerschaftlich zu optimieren“, so Knogler.

Die 10 Erfolgsfaktoren

  1. Experten früh einbinden: Das Betriebs- und Wartungskonzept sowie die damit verbundenen Kosten sollten von Projektbeginn an bewertet und berücksichtigt werden. Die frühe Einbindung erfahrener Fachleute auf Seiten aller Partner (Auftraggeber, potenzieller Auftragnehmer und Berater) ermögliche die Bewertung unterschiedlicher Systemlösungen nach dem operativen Betreuungsaufwand.
     
  2. Passende Wartungsstrategie erarbeiten: Wer stellt die Verfügbarkeit der Intralogistiklösung sicher? Diese zentrale Frage sollte TGW zufolge ebenfalls bereits in einer frühen Projektphase gestellt und beantwortet werden.
     
  3. Transparenz schaffen: Spätestens nachdem die Anlagen-Servicepartner definiert wurden, sollten Service Level Agreements (SLA) und so genannte RACI-Definitionen (Responsible, Accountable, Consulted, Informed) in einer Verantwortungsmatrix festgelegt werden, heißt es in der Meldung. Die SLA beschreiben die Erwartungshaltung in puncto Umfang der Störungsbearbeitung und beinhalten die vereinbarten Reaktionszeiten. Die RACI-Matrix legt fest, wer für welche Tätigkeit verantwortlich ist.
     
  4. Kosten planbar machen: Während es unmöglich sei, sich gegenüber sämtlichen Eventualitäten abzusichern, ermöglichen so genannte Full-Service-Pakete das Festlegen der Service-Ausgaben über einen bestimmten Zeitraum, so TGW.
     
  5. Win-Win-Situation erarbeiten: Die Partnerschaft der Projektbeteiligten steht den Österreichern zufolge in einem engen Verhältnis mit der Verantwortung, die beide oder mehrere Parteien für den operativen Betrieb der Intralogistikanlage tragen. Wesentliche Elemente einer optimalen Zusammenarbeit seien die Pflege der Beziehung und der offene Umgang mit Problemstellungen. Gemeinsamer Erfolg, aber auch gemeinsame Fehlschläge, sollen Verbesserungsmaßnahmen anstoßen, die im Team erarbeitet und umgesetzt werden.
     
  6. Verständnis und Verantwortung schaffen: Entscheidend ist die Aufstellung der Betreuungsorganisation. Es gilt, klare Verantwortungen innerhalb des Teams zu definieren, Eskalationsstrategien festzulegen und diese regelmäßig auf das Thema Compliance zu prüfen. Verantwortung beinhaltet auch die klar definierte Aufgabe, Verbesserungspotentiale zu erkennen und Projekte nach dem Handlungsprinzip des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) umzusetzen. Jedes einzelne Teammitglied sollte wissen, so der Systemintegrator, dass es die gemeinsame Mission ist, die Anlage laufend weiterzuentwickeln und neuen Gegebenheiten anzupassen.
     
  7. Technologie effektiv nutzen: Die Digitalisierung bietet eine Vielzahl an Lösungen. Es gilt daher, die geeigneten Hilfsmittel zu identifizieren und diese zu nutzen. Wartungsplanungssysteme, Visualisierungs- und Monitoringtools sowie digitale Assistenzsysteme sind nur einige Beispiele, wie moderne Technologie die Serviceteams effizienter machen kann.
     
  8. Daten zur kontinuierlichen Verbesserung analysieren: Eine automatisierte Anlage produziert große Datenmengen. Diese gilt es zu verstehen, zu filtern, zusammenzuführen, auszuwerten und sinnvolle Schlüsse daraus zu ziehen. Im Idealfall beherrschen die Projektpartner die Datenflüsse so, dass sie im Alltag nach einer Analyse schnell Entscheidungen treffen können.
     
  9. Überraschungen proaktiv vermeiden: In diesem Zusammenhang sei vor allem der professionelle Umgang mit Auslastungsspitzen wichtig. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass sich der Personalbedarf vor Ort temporär erhöht. Zudem macht eine Präventivwartung an kritischen Stellen der Anlage Sinn, ehe die Hochsaison beginnt.
     
  10. Laufende Weiterentwicklung: Ein Intralogistiksystem wird auf ein bestimmtes Anforderungsprofil ausgelegt, das meist auf der Businessprognose des Auftraggebers basiert. Zum Zeitpunkt des Anlagenstarts ist diese Prognose entweder eingetreten oder es gibt bereits das erste Optimierungspotential. Retrofit- beziehungsweise Modernisierungsmaßnahmen sollen dabei helfen, die Anlage wieder auf die veränderten Rahmenbedingungen auszurichten.
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