Virtual Reality: Gabelstapler-Fahren virtuell trainieren

Im Virtual-Reality-Simulator LiftNick können Prozesse wie der Schichtbeginn oder das Schichtende simuliert werden.

Simulator LiftNick erlaubt es, das Staplerfahren ohne Unterbrechungen des Betriebs einzuüben. (Visualisierung: Fraunhofer IML)
Simulator LiftNick erlaubt es, das Staplerfahren ohne Unterbrechungen des Betriebs einzuüben. (Visualisierung: Fraunhofer IML)
Therese Meitinger

Der Virtual-Reality-Simulator „LiftNick“ des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML soll Gabelstaplerfahrer beim Trainieren von Prozessen unterstützen. Nun wird er in Zusammenarbeit mit dem Simulator-Hersteller KW automotive unter anderem für Berufsschulen und Unternehmen bereitgestellt, wie eine Pressemitteilung vom 4. November berichtet.

Die Prozesse laufen dem Institut zufolge wie in einem echten Lager ab: Der Gabelstaplerfahrer fährt durch die Regalreihen, transportiert die Waren und erledigt so Palettieraufträge. Beim Training mit dem Gabelstapler-Simulator „LiftNick“ des Fraunhofer IML gibt es aber einen Unterschied: Die Nutzer trainieren die Abläufe in der virtuellen Realität (VR). Sie sitzen dabei in einem Simulator mit Lenkrad und Steuerknüppel und bewegen sich mithilfe einer VR-Brille durch das digitale Abbild einer real existierenden Lagerhalle. Dort können sie mit dem Gabelstapler und Gegenständen wie dem Scanner oder dem Fahrtenbuch interagieren und so die Prozesse im Lager realitätsgetreu einüben.

Prototyp gemeinsam mit DB Schenker entwickelt

Den ersten Prototyp des Gabelstapler-Simulators „LiftNick“ entwickelten die Forscher des Fraunhofer IML der Mitteilung zufolge im gemeinsamen Enterprise Lab mit dem Logistikdienstleister DB Schenker. Nun sollen die Simulatoren in Zusammenarbeit mit KW automotive, das unter anderem auch Simulatoren für den E-Sport baut, als Lizenz an Unternehmen und Berufsschulen verkauft, eingesetzt werden.

„Durch die Zusammenarbeit mit unserem Industriepartner können nun alle Interessierten ihre Trainings mit unserer Software gestalten und von den Vorteilen eines Serious Games profitieren“, sagt Christoph Schlüter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IML.

Serious Games sind Trainingsanwendungen, die spielerische Elemente wie beispielsweise Highscores enthalten. Mithilfe einer Virtual-Reality-Brille sollen Nutzer vollständig in die digitale Welt eintauchen. In der virtuellen Realität trainierten die Fahrer so verschiedene Prozesse wie den Schichtbeginn oder das Schichtende, heißt es. Auch Ausnahmesituationen könnten simuliert werden, was das Gefahrenbewusstsein der Fahrer stärke. Das direkte, audiovisuelle Feedback und die spielerischen Elemente sollen für eine gesteigerte Motivation und dadurch für ein effizientes Training sorgen. Die Software ermöglicht es dem Fraunhofer IML zufolge außerdem, dass der Betrieb in der realen Halle aufrechterhalten wird und nicht für das Training unterbrochen werden muss.

Das Training richtet sich an Gabelstaplerfahrer, die bereits einen Stapler-Führerschein besitzen. Neben dem Training unterstützt die Software beispielsweise bei der Sicherheitsunterweisung, die die Fahrer jährlich ablegen müssen. Außerdem können die Forscher des Fraunhofer IML auf Anfrage beliebige Lagerumgebungen virtuell darstellen. So können Fahrer ein neues Lager schon vorab kennenlernen und müssen die Prozesse nicht erst vor Ort trainieren. 

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