Vertrieb: Internationale Marken unterbrechen Handel mit Russland

Unterschiedliche internationale Marken wie Apple, BMW und Nike stellen derzeit ihren Handel mit Russland ein. In Deutschland nehmen mehrere Lebensmittelhändler russische Waren aus ihrem Sortiment.

Mehrere unterschiedliche Konsumgüter-Hersteller, unter anderem Apple, stellen ihren Vertrieb nach Russland ein. Abgebildet ist ein Apple-Store in Berlin. (Bild: Apple)
Mehrere unterschiedliche Konsumgüter-Hersteller, unter anderem Apple, stellen ihren Vertrieb nach Russland ein. Abgebildet ist ein Apple-Store in Berlin. (Bild: Apple)
Gunnar Knüpffer

Unterschiedliche internationale Unternehmen sind dabei, ihren Handel mit Russland wegen des Krieges in der Ukraine auszusetzen. Dazu gehören Apple, Nike, Shell, BMW, VW, Ford, BP und Glencore.

Der iPhone-Entwickler Apple hatte bereits vergangene Woche den Vertrieb seiner Produkte über Partner nach Russland eingestellt. Das betrifft auch das Angebot des Bezahldienstes Apple Pay sowie andere Dienste. Der Sportartikelhersteller Nike informierte auf seiner russischen Website darüber, dass keine Onlinekäufe seiner Produkte in dem Land möglich sind.

BMW teilte auf Anfrage zum Russlandgeschäft mit: „Aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation stellen wir bis auf Weiteres unsere lokale Produktion und den Export für den russischen Markt ein. Wir bewerten kontinuierlich die Situation und mögliche Folgen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unser Unternehmen und prüfen weitere Maßnahmen.“ Die lokale Produktion von BMW befindet sich in Kaliningrad. Die Politik hat inzwischen weitreichende Sanktionen beschlossen, die wir ausdrücklich mittragen“, ergänzte die BMW-Sprecherin.

Volkswagen hat die Exporte an russische Händler derzeit unterbrochen. Auch Ford setzt seine Aktivitäten auf dem russischen Markt aus.

BP hat angekündigt, sich von Anteilen an russischen Firmen zu trennen. Und der Bergbaukonzern Glencore denkt über die Einstellung seiner Aktivitäten in dem Land nach. Diese seien aber nicht wesentlich.

Zudem nehmen derzeit mehrere Lebensmittelanbieter in Deutschland russische Waren aus ihrem Sortiment. Dies teilten die Firmen Rewe, die Tochtergesellschaft der dänischen Salling Group (Brabrand) Netto, Aldi Nord und Aldi Süd mit. Die Edeka-Zentrale führt einem Bericht von dpa zufolge seit längerer Zeit keine Geschäftsbeziehungen zu Lebensmittelherstellern in Russland. Die Edeka-Filialen werden jedoch von eigenständigen Geschäftsleuten geführt. Deshalb könne nicht ausgeschlossen werden, dass diese einzelne Artikel aus Russland anbieten.

So will Rewe dem Bericht zufolge Lebensmittel, die in Russland produziert worden, für die Marken Rewe und Penny in Deutschland auslisten. Vorhandene Bestände würden aber nicht vernichtet, sondern abverkauft oder an die Tafel gespendet. Bei Aldi Nord betreffe die Aktion nur eine Wodka-Spirituose, bei Aldi Süd mehrere Spirituosen. Die zur Salling Group gehörende Kette Netto will 15 unterschiedliche Produkte aus Russland aus ihrem Sortiment nehmen.

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