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Verpackungslogistik: Nachhaltige Lösungen in die Praxis umsetzen

LogiMAT-Fachforum zeigt Wege zur umweltfreundlichen Verpackung./Mit Bildergalerie.

Das LogiMAT-Forum "Verpackungslogistik - Geht das auch nachhaltig" diskutierte die Frage, wie der Verpackungsbereich zukünftig umweltfreundlicher agieren kann. (Foto: Therese Meitinger)
Das LogiMAT-Forum "Verpackungslogistik - Geht das auch nachhaltig" diskutierte die Frage, wie der Verpackungsbereich zukünftig umweltfreundlicher agieren kann. (Foto: Therese Meitinger)
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Sandra Lehmann

EU-Plastik-Verbot, neues Verpackungsgesetz in Deutschland und ein veränderter Richtlinienvorschlag für Recyclingquoten: Die Messelatte in Sachen Nachhaltigkeit wird auch für Verpackungslogistiker immer höher. Mit diesem Status Quo-Bericht eröffnete Michael Koscharnyj, Teamleiter Verpackungslogistik am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, am 19. Februar das LogiMAT-Fachforum „Verpackungslogistik – Geht das auch nachhaltig?“, das von LOGISTIK HEUTE-Redakteurin Sandra Lehmann moderiert wurde. Dabei machen der Logistik aus Koscharnyjs Sicht vor allem die Plastikmengen, Mehrkomponentenverpackungen und die unnötige Luft in Versandpaketen zu schaffen. „Derzeit liegt der Volumennutzungsgrad bei E-Commerce-Sendungen lediglich bei 50 bis 60 Prozent“, so der Wissenschaftler im Rahmen des Forums.

Der Markt bietet Lösungen

Lösungen gibt es aus Sicht des Verpackungsexperten allerdings genügend. Von Einkomponentenlösungen für Verpackungen über Füllmaterial aus Biostoffen oder Pflanzenresten bis hin zu technologischer Unterstützung für den Packprozess durch Datenbrillen und Software biete der Markt bereits nutzbare Anwendungen. Für Koscharnyj gehören etwa auch Volumenreduzierungssysteme oder die Herstellung maßgeschneiderter Kartons dazu.

Volumenreduziert verpackt

Wie eine dieser Lösungen aussehen kann, zeigte Karl Warmulla, Mitglied der Geschäftsführung des Softwarespezialisten Dr. Thomas + Partner. Obwohl eigentlich im IT-Bereich zu Hause, hat das Unternehmen vor rund zwei Jahren eine Anwendung für volumenreduzierte Verpackungen im E-Commerce entwickelt. Anstatt in einen Schlauchbeutel aus Plastik könnten mit „NExtCOMbag“ Artikel für den Onlinehandel – vor allem Bekleidung und Schuhe – vollautomatisch in Beutel aus Papier sortiert und verpackt werden, so Warmulla. Nach dem Verpackungsprozess werden die Sendungen dem Experten zufolge außerdem auf die passende Größe gebracht und verschlossen. Das ist laut Warmulla nicht nur in Sachen Recycling und Transportkapazitäten ein Vorteil, sondern auch wenn es ums Geld geht. „Letztlich können mehr Sendungen im Lkw transportiert werden, wenn weniger Luft in den Päckchen ist. Das spart Kapazitäten und finanzielle Ressourcen.“

Welchen Nutzen Mehrwegbehälter in puncto Nachhaltigkeit bieten, war Thema des Vortrags von Oliver van Neerven, Projektmanager beim Kunststoffbehälterhersteller Walther Faltsysteme. Dabei geht es van Neerven zufolge nicht nur um eine Langlebigkeit von Material und Produkt, sondern auch um die Variabilität von Behältern. Wie der Experte ausführte, könnten Boxen und Behälter mit unterschiedlichem Interieur und Zwischenlagen für verschiedene Einsatzfelder fit gemacht und mithilfe von RFID oder anderen Auto-ID-Anwendungen sogar mit Intelligenz versehen werden. Das trage dazu bei, Mehrwegbehälter noch besser in einem Gesamtkreislauf einzuspeisen und damit deren Wiederverwendungsmöglichkeiten zu erhöhen.

Darüber hinaus wies van Neerven darauf hin, dass inzwischen das Material von Behältern auch in der Logistik eine bedeutende Rolle spiele. So fänden immer häufiger Produkte aus Recyclaten und Biomaterialien wie Sonnenblumenkernen in der Praxis Anwendung. Eine Entwicklung, die aus Sicht des Experten zukünftig noch weiter vorangetrieben werden muss: „Wenn es um nachhaltige Verpackungslösungen für die Logistik geht, sind auch die Unternehmen und Hersteller in der Pflicht mit nachhaltigen Anwendungen zum Umdenken im Wirtschaftszweig beizutragen.“

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