Verpackung: Weniger Einweg, mehr Kreislauf

Die Zentrale Stelle Verpackungsregister zieht Bilanz.

Die ZSVR hat Bilanz gezogen: Demnach gibt es aktuell eine große Auswahl an recyclingfähigen Verpackungen. (Symbolbild: 279photo_Fotolia)
Die ZSVR hat Bilanz gezogen: Demnach gibt es aktuell eine große Auswahl an recyclingfähigen Verpackungen. (Symbolbild: 279photo_Fotolia)
Sandra Lehmann

Die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR), Osnabrück, hat am 18. November im Rahmen einer Pressekonferenz Bilanz zu den Veränderungen des Verpackungsgesetzes und zum Fortschritt im Bereich des Verpackungsrecyclings gezogen. Wie die Organisation mitteilte, gebe es inzwischen viele Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Rezyklat im Verpackungsmarkt. Darüber hinaus seien die Recyclingmengen im dualen System in Deutschland in 2020 um 8,4 Prozent gestiegen.

Große Auswahl recyclingfähiger Verpackungen

Die gesetzlichen Quoten seien von den Systemen im Durchschnitt erreicht worden. Die Grundlage dafür seien erhebliche Fortschritte bei recyclinggerecht gestalteten Verpackungen. Es gebe eine große Auswahl vollständig recyclingfähiger Verpackungen ohne Abstriche beim Produktschutz: Alle Formen, alle Materialien und für das Marketing eine Vielzahl von Ausgestaltungen. Klar sei, so die ZSVR, dass Verpackungen aus Monomaterial in Bezug auf die Recyclingfähigkeit die Nase vorn hätten. Der Mindeststandard zur Bemessung des recyclinggerechten Designs für Verpackungen habe viele Innovationen initiiert.

„Das Marketing hat die ökologische Verpackung entdeckt. Ist es die recyclinggerechte Monoverpackung, die zudem Material spart, dann hat der Mindeststandard seine Wirkung erzielt. Wenn es ein schwer recycelbarer Materialverbund ist, der nur mit brauner Farbe ‚Öko‘ suggeriert, dann ist das in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft eine Sackgasse“, erklärte Gunda Rachut, Vorständin der ZSVR, auf der Jahrespressekonferenz gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA).

Das Jahr 2021 stand zudem im Zeichen der Novelle des Verpackungsgesetzes. In der ersten Stufe der Umsetzung wurde im Verpackungsregister LUCID die Möglichkeit für ausländische Hersteller integriert, einen Bevollmächtigten in Deutschland einzusetzen. Dieser soll die Umsetzung der inhaltlichen Pflichten garantieren. Nach dem Vorbild des Elektrogesetzes (ElektroG) erhofft sich der Gesetzgeber eine deutliche Steigerung der gesetzeskonformen Umsetzung von ausländischen Herstellern.

Neue Regelungen in 2022

Zum 1. Juli 2022 tritt eine weitere Stufe der neuen Regelungen in Kraft: Die Vollregistrierung für alle Verpackungsarten und die Verantwortlichkeit für Marktplätze und Fulfilment-Dienstleister. Damit werde klar, dass niemand mehr in Deutschland verpackte Waren in Verkehr bringen darf, der nicht registriert ist. Die Marktplätze müssen dies für ihre Anbieter sichern.

„Die Registrierungszahlen sind im Jahr 2021 deutlich gestiegen, vor allem aus China. Die erweiterten Pflichten setzen bei den bekannten Schwachstellen an: Ausländische Hersteller, Marktplätze und Trittbrettfahrer. Die erste Stufe zum 3. Juli 2021 haben wir mit einem Kraftakt pünktlich umgesetzt. Derzeit arbeiten wir daran, die Gesetzesänderungen zum 1. Juli 2022 schlank umzusetzen, sodass die Hersteller möglichst bürokratiearm zeigen können, dass sie die Produktverantwortung für ihre Verpackungen ernst nehmen“, verdeutlichte Rachut die aktuellen Herausforderungen.

Es gelte jetzt, die Fortschritte des Verpackungsgesetzes zu sichern und auszubauen.

Neue Verpackungsentwicklungen müssten in die Bewertung des Mindeststandards integriert werden. Die jährliche Überarbeitung habe sich bewährt, um die hohe Innovationskraft korrekt abzubilden. Weitere Entwicklungsmöglichkeiten würden sich durch die Evaluierung des Verpackungsgesetzes ergeben.

„Die Richtung ist positiv: Das Verpackungsgesetz hat die notwendigen Entwicklungen angestoßen. Für die nicht vermeidbare Verpackung gibt es keine Entschuldigung mehr, sie nicht als zukünftige Ressource zu gestalten“, resümierte Rachut.

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