Verpackung: Wellpappenindustrie übertrifft Wachstumsprognose

Kostensteigerungen werfen allerdings einen Schatten auf das positive Ergebnis.

Die Hersteller von Wellpappe in Deutschland haben ihre Wachstumsprognose für 2020 um 0,4 Prozent übertroffen. (Foto: VDW)
Die Hersteller von Wellpappe in Deutschland haben ihre Wachstumsprognose für 2020 um 0,4 Prozent übertroffen. (Foto: VDW)
Sandra Lehmann

Die im Verband der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW) organisierten Hersteller haben ihr für 2020 prognostiziertes Ziel von 0,5 Prozent Wachstum des arbeitstäglichen Wellpappenabsatzes übertroffen. Das teilte der VDW am 24. März in einer Pressemeldung mit. Die Hersteller verzeichneten demnach im Pandemie-Jahr 2020 gegenüber 2019 ein Plus von 0,9 Prozent. Sorgen bereiten der Wellpappenindustrie jedoch steigende Kosten und sinkende Erlöse.

„Die Wellpappenindustrie war 2020 als systemrelevante Branche besonders gefordert. In der Coronakrise konnten wir unsere Leistungsfähigkeit und Flexibilität unter Beweis stellen und haben zur Aufrechterhaltung einer reibungslosen Versorgung beitragen – von Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs bis hin zur Belieferung von Arztpraxen und Kliniken“, erklärte der VDW-Vorsitzende Dr. Steffen P. Würth anlässlich der Jahrespressekonferenz des Verbandes am 24. März.

Das Wachstum beim arbeitstäglichen Wellpappenabsatz 2020 fiel mit 0,9 Prozent um 0,4 Prozent höher aus als im Dezember 2019 vom VDW prognostiziert. In absoluten Zahlen lag der Absatz der VDW-Mitglieder im vergangenen Jahr bei rund 8,1 Milliarden Quadratmeter Wellpappe. Das seien knapp 200 Millionen Quadratmeter und damit 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Im gesamtwirtschaftlich schwierigen Pandemie-Jahr 2020 zeigten sich unsere Kunden in der Nahrungs- und Genussmittelbranche erneut robust gegenüber Schwankungen. Befeuert von den Schließungen im stationären Einzelhandel kam außerdem ein erneuter kräftiger Wachstumsschub im E-Commerce hinzu“, so Würth.

Mit Sorge beobachteten die VDW-Mitglieder hingegen die Kostenseite.

„Im vierten Quartal bereits sind die Preise für Wellpappenrohpapier um satte 13 Prozent gestiegen – und der massive Aufwärtstrend begleitet uns aktuell weiter. Dieser Kostendruck trifft auf sinkende Erlöse, was einen deutlichen Schatten auf die positive Absatzentwicklung 2020 wirft“, sagt Würth.

Die Erlöse seien im Jahresdurchschnitt um 5,8 Prozent auf 53,2 Cent pro Quadratmeter gefallen.

„Das bedeutet, dass die VDW-Mitglieder die seit 2017 aufgelaufenen Kostensteigerungen auch im vergangenen Jahr nicht kompensieren konnten“, fasst der VDW-Vorsitzende zusammen.

Die gesunkenen Durchschnittserlöse spiegelten sich auch in der Umsatzentwicklung wider: In der Gesamtbetrachtung der sinkenden Erlöse und der verzeichneten Absatzsteigerung komme man beim Umsatz auf ein Minus von 3,5 Prozent. Zudem entwickle sich Wellpappe zunehmend zum knappen Gut, wie der Verpackungsmaschinenhersteller Quadient kürzlich mitteilte.

„Die Nachfragesituation wird in ganz Europa noch verschärft, weil in China aufgrund von Umweltvorschriften einige Wellpappenfabriken geschlossen wurden und nun weniger Wellpappe auf den europäischen Kontinent exportiert wird”, so Claus Weigel, International Senior Sales Manager DACH bei Quadient.

Besonders starke Preissprünge für Wellpappe seien laut seiner Einschätzung in Großbritannien zu beobachten. Dort sei der Preis von 60 Pfund pro Tonne im Dezember 2020 auf 75,50 Pfund Ende Januar gestiegen.