Verpackung: Otto setzt bei Versandtüten komplett auf Nachhaltigkeit

Der Hamburger Versandhändler nutzt statt herkömmlicher Versandtaschen seit Kurzem zu 100 Prozent die Alternative „WILDPLASTIC“.

Der Onlinehändler Otto nutzt seit Januar 2024 ausschließlich Versandtüten, die aus WILDPLASTIC hergestellt wurden. (Foto: Otto)
Der Onlinehändler Otto nutzt seit Januar 2024 ausschließlich Versandtüten, die aus WILDPLASTIC hergestellt wurden. (Foto: Otto)
Sandra Lehmann

Die Hamburger Otto Group hat ihre herkömmlichen Versandtüten aus Kunststoff zu 100 Prozent durch die Alternative „WILDPLASTIC“ ersetzt. Das teilte das Unternehmen im Februar in einer Pressemeldung mit.

In den vergangenen vier Jahren hat der Onlineshop gemeinsam mit dem Hamburger Jungunternehmen Wildplastic eine Versandtüte aus wildem, also in der Natur aufgesammeltem, Plastik entwickelt. Nach einer Testphase im Jahr 2020 begann die Umstellung der Versandtüten bei Otto, das Zwischenziel 50 Prozent wurde Ende 2022 erreicht. Im Januar 2024 hat die Otto Group diesen Anteil nun auf 100 Prozent erhöht. Mit Wildplastic und dessen Partnern arbeitet Otto nach Eigenangaben daran, dass der informelle Abfallsektor vor Ort strukturierter wird und mehr Sicherheit für Sammler entsteht, beispielsweise durch eine bessere Bezahlung und Unterstützungsprogramme. In Zusammenarbeit mit zertifizierten Organisationen vor Ort konnten dem Versandhändler zufolge für die Sammler in dem oben genannten Zeitraum 6.725 Tage mit besseren Arbeitsbedingungen ermöglicht werden.

Wie die Otto weiterberichtet, hat das Unternehmen durch die Kooperation mit Wildplastic zwischen 2021 und 2023 etwa 308 Tonnen Plastik aus der Umwelt gesammelt und 740.053 Tonnen CO2 eingespart.

„Ich bin sehr stolz, dass wir diesen Meilenstein erreicht haben. Und wir wollen noch mehr: Alle unsere Artikel- und Versandverpackungen auf recycelte, biologisch abbaubare oder mehrwegfähige Lösungen umstellen“, so Marc Opelt, Vorsitzender des Bereichsvorstands Otto.

Karla Jabben, Sustainability Managerin Otto, ergänzt:

„100 Prozent sind geschafft: Auf dem Weg dorthin gab es auch einige Herausforderungen, wie zum Beispiel den Aufbau einer funktionierenden Lieferkette. Da haben wir alle schon sehr viel Arbeit reingesteckt, dass es nun funktioniert.“

Die Otto-Versandtüten entstehen aus Plastikabfällen aus aller Welt, die in Regionen ohne ausreichende Müllinfrastruktur gesammelt werden: zur Zeit vor allem in Indien, Indonesien, Thailand und dem Senegal. Die Abfälle werden sortiert, gewaschen, zerkleinert und zu Granulat verarbeitet, das die Grundlage für alle zirkulären WILDPLASTIC-Produkte bildet, heißt es vonseiten des Onlineshops.