Verpackung: Mainz und Wiesbaden testen Mehrweg-Geschirr

(dpa) In einem gemeinsamen Pilotprojekt wollen die beiden Städte herausfinden, ob Mehrwegangebote bei To-go-Verpackungen mehr genutzt werden, wenn die Rückgabe einfacher ist.

Weniger Verpackungsmüll: Mainz und Wiesbaden testen einen Monat lang, ob leichtere Rückgabemöglichkeiten die Lust auf Mehrweg steigern. (Foto: Daniel Karmann/dpa)
Weniger Verpackungsmüll: Mainz und Wiesbaden testen einen Monat lang, ob leichtere Rückgabemöglichkeiten die Lust auf Mehrweg steigern. (Foto: Daniel Karmann/dpa)
Sandra Lehmann

Die rheinland-pfälzische Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) wirbt für die breitere Nutzung von Mehrwegangeboten. Das teilte die Deutsche Presse-Agentur mit.

„Wir müssen noch stärker Wegwerfprodukte reduzieren, die klimaschädlich sind und eine große Ressourcenverschwendung bedeuten“, sagte die Ministerin am 26. Februar in Mainz.

Zugleich müssten Mehrwegsysteme in der Gastronomie, in Lebensmittelläden und Cafés möglichst einfach und verbraucherfreundlich sein.

Mit einem Modellprojekt der Städte Mainz und Wiesbaden soll während eines Aktionsmonats getestet werden, ob Mehrweg-Geschirr bei einfacheren Rückgabemöglichkeiten mehr genutzt wird. Dazu werden in den beiden Landeshauptstädten in einem Teil des Stadtgebiets Mehrwegbecher unterschiedlicher Systemanbieter von teilnehmenden Betrieben in Umlauf gebracht und von diesen oder über sogenannte Rückgabesäulen zurückgenommen.

85 Rückgabestellen in Mainz und Wiesbaden

Der Aktionsmonat wird vom 26. Februar und dem 22. März stattfinden und soll dann auf das gesamte Gebiet ausgedehnt werden. Dazu werden den Angaben zufolge insgesamt 40 Rückgabesäulen in den beiden Stadtgebieten aufgestellt. Insgesamt elf Betriebe mit 85 Ausgabestellen in Mainz und Wiesbaden nehmen an dem Aktionsmonat teil.

Mehrwegalternative muss vorgehalten werden

Restaurants, Bistros und Cafés, die Essen für unterwegs verkaufen, müssen seit Anfang 2023 neben Einweg- auch Mehrwegverpackungen dafür anbieten - sofern sie Einweg-Verpackungen aus Kunststoff nutzen. Bei Getränken aller Art muss es eine Mehrweg-Alternative geben. Ausnahmen gelten für kleinere Geschäfte, die nicht größer als 80 Quadratmeter sind und höchstens fünf Beschäftigte haben. Dort müssen Kunden aber die Möglichkeit bekommen, eigene Behälter befüllen zu lassen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 10.000 Euro.

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga unterstützt die per Gesetz vorgeschriebene Maßnahme. Landesverbandspräsident Gereon Haumann hatte jüngst jedoch gefordert, dass es deutlich einfachere Rückgabemöglichkeiten bei der Mehrweg-Angebotspflicht für Speisen zum Mitnehmen geben müsse.

„Wir brauchen entweder die Verpflichtung, dass jeder Ausgeber von Mehrweggeschirr das Geschirr auch anderer Anbieter zurücknehmen muss oder die Anbieter müssen sich auf gewisse Standards oder bestenfalls auf einheitliche Behältnisse einigen.“