Verkehrspolitik: Club of Logistics kritisiert Große Koalition

Lobbyismus-Organisation stellt Sachkenntnis in Frage.
Matthias Pieringer

Als weitgehend unzureichend hat der Club of Logistics e.V., Dortmund, die in der Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und SPD skizzierten Pläne für den Ausbau der logistischen Infrastruktur in Deutschland bezeichnet. Die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen zeugten insgesamt von nicht ausreichender Sachkenntnis und stünden zudem mehrheitlich unter Finanzierungsvorbehalt, kritisierte Clubgeschäftsführer Peter Voß am 15. Januar gegenüber der Presse.

Auch die Entscheidung, den CSU-Politiker Alexander Dobrindt zum Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur zu ernennen, stieß beim Club of Logistics auf Unverständnis: „Der Ex-Generalsekretär der CSU ist uns nicht als Kenner der Materie bekannt“, sagte Voß. Der gelernte Soziologe Dobrindt verfüge zwar über einen kaufmännischen Hintergrund. Ob diese Qualifikationen ausreichend seien, um sich schnell in die komplexe Materie der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik einzuarbeiten, bleibe vorerst offen.

Die Koalitionsvereinbarung wird nach Ansicht des Club of Logistics „in weiten Teilen der Realität der Logistikindustrie nicht gerecht. Die deutsche Politik hat erneut wenig Sachverstand in der Ausformulierung zukunftsweisender Verkehrs- und Infrastrukturlösungen gezeigt. Bürokratische Regelungswut und Mutlosigkeit sind wahrscheinlich die wesentlichen Koordinaten der Verkehrspolitik in den nächsten Jahren.“

Der 2003 gegründete Club of Logistics versteht sich als Lobbyismus-Organisation für die europäische Logistikindustrie. Geschäftsführer ist Peter Voß, Inhaber von Voß Consulting. Erster Vorsitzender ist Arnold Schroven, CEO des KEP-Dienstleisters DPD Dynamic Parcel Distribution GmbH & Co. KG.

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