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Verbraucherschutz: Zalando wird zurückgepfiffen

Onlinehändler verknappte manche Angebote künstlich.
Zalando-Päckchen im Lager: Der Online-Händler wurde von der Wettbewerbszentrale abgemahnt, weil er angeblich manche Angebote künstlich verknappt hat. Foto: Denipro
Zalando-Päckchen im Lager: Der Online-Händler wurde von der Wettbewerbszentrale abgemahnt, weil er angeblich manche Angebote künstlich verknappt hat. Foto: Denipro
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Thilo Jörgl

Der Onlinehändler Zalando aus Berlin ist von der Wettbewerbszentrale abgemahnt worden. Die Wettbewerbshüter aus Hamburg kritisierten, dass das Unternehmen manche Angebote künstlich verknappt habe. Hintergrund waren Recherchen des „NDR“. Die Journalisten schauten sich Reiseportale und Onlinehändler an, die Angebote im Internet gezielt nutzen, um Kunden unter Druck zu setzen. Floskeln wie „nur noch drei Artikel vorhanden“ oder „13 Kunden sehen sich gerade dieses Angebot an“ seien in vielen Fällen nur formuliert worden, um Kunden zum Kauf zu animieren, betonen die Journalisten. Oft seien Waren längst nicht so knapp auf Lager, wie es E-Commerce-Spezialisten angeben.

Irreführung der Verbraucher

Angeblich sei es möglich gewesen, zahlreiche Kleidungsstücke, die Zalando mit dem Hinweis "drei Artikel verfügbar" ausgewiesen waren, fünf oder sogar zehn Mal zu bestellen. Der Onlinehändler, der demnächst ein drittes Lager in Deutschland bauen lassen will, nahm dazu Stellung: Der Hinweis „drei Artikel verfügbar" heiße, „dass der Lagerbestand zwar gering sei, aber mindestens drei Artikel verfügbar seien". Das ist laut der Wettbewerbszentrale aber nicht in Ordnung. Sie sieht darin eine klare Irreführung der Verbraucher und mahnte Zalando ab. Das Unternehmen reagierte umgehend. Eine Zalando-Sprecherin sagte, der Hinweis sei geändert worden. Inzwischen heiße es „mehr als drei Artikel verfügbar“. Damit wähnt sich der Onlinehändler juristisch im grünen Bereich. Die Wettbewerbszentrale ist sich da aber nicht sicher und will das Ganze noch prüfen.

Zimmer direkt buchbar

Fragwürdige Floskeln formulierten auch Reiseportale. Bei mehreren Hotelangeboten soll HRS im Internet mit „nur noch ein Zimmer verfügbar" geworben haben. Eine Probe des "NDR" aber zeigte: Oft waren beim Hotel direkt noch einige Zimmer zu buchen – unter Umständen sogar zu einem günstigeren Preis.

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