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Valantic visiondays 2019: Digitalisierung muss mitnehmen

Mehr als 200 Teilnehmer erkunden „Elemente des digitalen Jetzt“.

Wie die Digitalisierung in der Firmenkultur verankern? Diese Frage beschäftigte auf den Valantic visiondays 2019 nicht nur Johann Soder, Geschäftsführer Operatives Geschäft von SEW Eurodrive. (Foto: Therese Meitinger)
Wie die Digitalisierung in der Firmenkultur verankern? Diese Frage beschäftigte auf den Valantic visiondays 2019 nicht nur Johann Soder, Geschäftsführer Operatives Geschäft von SEW Eurodrive. (Foto: Therese Meitinger)
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Therese Meitinger

„Wir müssen der jungen Generation etwas zum Wischen und Schieben geben“ – mit seinem pointierten Argument für nutzerfreundliche, Smartphone-inspirierte Interfaces trifft Johann Soder wohl einen Nerv bei den rund 200 Teilnehmern der Digitalisierungs-Fachkonferenz Valantic visiondays 2019: Für den Passus aus der engagiert vorgetragenen Keynote des Geschäftsführers Operatives Geschäft von SEW-Eurodrive am 21. Februar gibt es spontanen Applaus.

Dass die menschliche Komponente bei der Digitalen Transformation nicht zu unterschätzen ist, diese Ansicht teilen offenbar einige der Entscheider aus Industrie und Wirtschaft, die auf Einladung des Prozess- und Technologieberatungen der Valantic-Gruppe nach München gekommen sind. In den unterschiedlichen Workshops am 20. Februar und Praxisvorträgen am 21. Februar, die im Münchner Haus der Bayerischen Wirtschaft die digitale Transformation umkreisen, spielt entsprechend Firmenkultur eine zentrale Rolle.

Digital abbilden, mit der Realität verschmelzen

Johann Soder beschreibt in seinem Vortrag „Digitalisierung – Von der Vision in die Realität“ etwa den Weg des Getriebeherstellers SEW Eurodrive zum Konzept der „Lean Smart@Factory 4.0“. „Die Fabrik 4.0 soll sich selbst digital abbilden und simulieren können, gleichzeitig aber möglichst mit der Realität verschmelzen“, sagt Soder. Konkret bedeute das einen hochautomatisierten innerbetrieblichen Materialfluss, in dem Internet-der-Dinge-kompatible, modular erweiterbare Prozessmodule über mobile Assistenzsysteme vernetzt und versorgt werden.

Mobile Transportkapseln nehmen in Johann Soders Szenario Materialen direkt vom Zug oder Lkw auf und bringen sie zu den Arbeitsräumen der Menschen. Mitarbeiter sollen auf diese Weise von wenig sinnstiftenden Aufgaben entlastet werden und sich auf die Steuerung von Prozessen konzentrieren. Das biete Möglichkeiten, wenn in den Unternehmen Kollegen aus einer zunehmenden Altersspannbreite zusammenarbeiten. SEW selbst eröffne das Konzept der digitalen Fabrik die Perspektive, vom Antriebhersteller zum Systemanbieter und Beratungsunternehmen zu werden.

Vom Automotive OEM zum Kilometer-Verkäufer

Für Bernd Muster, Deputy Vice President Digital Strategy der BMW Group, ist die Firmenkultur – neben Technologien und strategischen Fragen – eine von drei Stellschrauben für das Gelingen des digitalen Wandels. In seiner Keynote „Driving the Transformation of Mobility“ problematisiert Muster den Status Quo der Digitalisierung und stellt die Strategie vor, mit der BMW vom klassischen Automotive-OEM zum Kilometer-Verkäufer in der Shareconomy und letztlich umfassenden Mobilitätsanbieter werden will.

Das erfordere mitunter ein neues Mindset: „Wir müssen innerhalb des Konzerns crossfunktional zusammenarbeiten.“ Mittelständlern empfiehlt er, bei der Digitalisierung schrittweise vorzugehen, alle im Unternehmen mitzunehmen, aber auch einzelne Mitarbeiter zu Leuchttürmen zu machen. Dabei dürfe es kein Tabu sein, dass ausgewiesene Spezialisten auch einmal mehr verdienten als der Geschäftsführer.

Einen umfassenden Nachbericht zu den Valantic visiondays 2019 finden Sie in der Ausgabe 3/2019 von LOGISTIK HEUTE, die am 15. März erscheint.

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