Urbane Logistik: Autonome Roboter für die letzte Meile

Mit der Entwicklung und Erprobung eines autonomen Fahrzeugs möchte der Automobilzulieferer Magna Kosten sparen und den CO2-Ausstoß bei der innerstädtischen Belieferung verringern.

Der autonome Lieferroboter von Magna ist derzeit als Pizzabote in Detroit unterwegs. (Foto: Magna)
Der autonome Lieferroboter von Magna ist derzeit als Pizzabote in Detroit unterwegs. (Foto: Magna)
Sandra Lehmann

Der Automobilzulieferer Magna International hat nach eigenen Angaben eine autonome Robotiklösung für die Lieferung von Paketen auf der letzten Meile entwickelt und erprobt diese derzeit. Wie das in Unternehmen mit Hauptsitz im kanadischen Aurora kürzlich vermeldete, enthält die Lösung einen speziell entwickelten, leichten, elektrischen Straßenroboter, ein von Magna entwickeltes autonomes Fahrsystem für niedrige Geschwindigkeiten sowie die Software für die Auslieferung.

End-to-End-Zustellung

Ziel der Anwendung sei es, die Kosten für die Zustellung auf der letzten Meile und die Kohlendioxidemissionen in den Städten deutlich zu reduzieren. Die Lieferlösung ermögliche es Einzelhändlern und weiteren Interessengruppen, eine End-to-End-Zustellung für den innerstädtischen Raum sowie verschiedene potenzielle Geschäftsmodelle anzubieten.

Der von Magna entwickelte Roboter wurde im März 2022 als Pilotprojekt in einem Pizzarestaurant in der Region Detroit (USA) eingeführt. Seitdem habe er Hunderte von Pizzen an Wohn- und Geschäftsstandorte in der Nähe des Restaurants geliefert. Magna nutzt Daten und Kundenfeedback, um den Service zu verbessern.

„Die Expansion in die wachsende Welt der neuen Mobilität ist ein Schlüsselelement unserer 'Go Forward'-Strategie. Sie führt Magna über seine bestehenden technischen Stärken im Bereich der Automobil- und Fahrzeugsysteme hinaus in völlig neue Märkte und Geschäftsmodelle“, sagt Matteo Del Sorbo, Executive Vice President, Magna International und Global Lead für Magna New Mobility. „In der nächsten Phase dieses Pilotprogramms werden wir unsere Erkenntnisse nutzen, die Lösung für ein breiteres Spektrum von Anwendungen weiter zu verfeinern, zu skalieren und innovative neue Geschäftsmodelle zu erschließen.“

Dieses Entwicklungs- und Pilotprogramm folge auf zwei weitere neue Mobilitätsankündigungen, die kürzlich von Magna getätigt wurden:

  • Die Expansion in den schnell wachsenden Mikromobilitätsmarkt durch eine Investition von 77 Millionen Dollar in Yulu, einem indischen Anbieter von elektrifizierter Shared Mobility, einschließlich der Skalierung der Infrastruktur für den Batterietausch, um die Elektrifizierung der indischen Zweiradflotte zu beschleunigen
  • Die Zusammenarbeit mit Cartken, einem Unternehmen für autonome Robotik, das autonome Roboter für die Zustellung im Innen- und Außenbereich entwickelt hat, für ein Robot-as-a-Service-Geschäftsmodell mit Auftragsfertigung; Dies beinhaltet die Nutzung der Cartken-Plattform durch Magna für verschiedene Anwendungen.

„Unsere Kompetenz liegt in der Fähigkeit, höhere Stückzahlen zu planen, zu entwickeln und zu skalieren. Außerdem wollen wir nach Möglichkeiten suchen, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen", fügt Del Sorbo hinzu. Diese Schritte ermöglichen es uns, einen Bereich zu betreten, in dem wir Mobilität als Dienstleistung und nicht nur als Point-of-Sale-Produkt anbieten können.“

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