Urbane Logistik: Apotheken-Lieferdienst Cure startet in Berlin

Das Start-up bietet die Auslieferung rezeptfreier Medikamente per Lastenrad an und hat kürzlich vier Millionen Euro Startkapital eingesammelt.

Die Brücke von der Apotheke zum Kunden wollen die Gründer des Pharma-Lieferdienstes Cure bauen. Für zügige Lieferung setzt man auf E-Bikes und E-Mofas. | Foto: Cure
Die Brücke von der Apotheke zum Kunden wollen die Gründer des Pharma-Lieferdienstes Cure bauen. Für zügige Lieferung setzt man auf E-Bikes und E-Mofas. | Foto: Cure
Sandra Lehmann
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

In Berlin ist jetzt der neue Pharma-Lieferdienst Cure gestartet, der mehr als 3.000 rezeptfreie Medizinprodukte zwischen Apotheken und Kunden transportiert. Das geht aus einer Pressemeldung des Unternehmens hervor. Die Bestellung werde dabei per App aufgegeben, von einer Partner-Apotheke bearbeitet, anschließend vom Lieferdienst abgeholt und innerhalb von einer halben Stunde zur Haustür gebracht. In den nächsten Wochen wolle das Start-up seinen Dienst auch in weiteren deutschen Städten anbieten. Sobald das E-Rezept in Deutschland einsatzfähig ist, werde man zudem rezeptpflichtige Bestellungen liefern können, kündigte man weiter an. 

„Mit Cure wollen wir Mehrwert für alle Beteiligten schaffen. Wir wollen Gesundheit nach Hause bringen, als starker Partner für den lokalen Apothekenhandel auftreten und für unsere Rider ein fairer Arbeitgeber sein, der seine Mitarbeiter*innen in den Vordergrund stellt. Genau das fehlt auf dem deutschen Markt aktuell im Bereich Quick Commerce“, glaubt Ali El-Ali, Gründer und Inhaber der CURE Group.

Ziel sei es, die Healthcare-Infrastruktur mit dem stationären Einzelhandel durch ein digitales Angebot zu verbinden und dadurch für alle Beteiligten zu verbessern. Das Unternehmen sieht sich selbst als Lieferdienst für Apotheken. Niemand, der krank ist, solle sich und andere gefährden, um Medikamente zu erhalten, skizzieren die Gründer die Idee. Gleichzeitig arbeiteten stationärer Einzelhandel und Lieferdienste dabei Hand in Hand. Man wolle bewusst kein Apotheken-Onlinehandel sein, sondern als Lieferdienst das verbindende Element zwischen der Apotheke vor Ort und den Menschen darstellen, skizzieren die Unternehmer weiter.

Versprechen: Gute Arbeitsbedingungen auch im Quick Commerce

Das Start-up verspricht darüber hinaus gute Arbeitsbedingungen und Bezahlung. Die sogenannten Rider seien angestellt und keine schnell ersetzbaren Billiglohnkräfte, beteuert man, ebenso wie die Einhaltung von Pausenzeiten und die Verpflegung in den "Hubs". Zudem will man funktionstüchtige und gewartete E-Bikes und E-Mofas für die Lieferung zur Verfügung stellen.

„Wir können als Player im Healthcare-Markt nur authentisch sein, wenn wir die Gesundheit, die wir liefern, nicht auf Kosten unserer Angestellten verkaufen. Genau das hebt uns von vielen anderen Akteuren im Quick Commerce ab“, versichert Mitgründer Manuel Aberle.

Nach der Bestellung über die eigene App wird der Einkauf in der Apotheke durch Fachpersonal geprüft und überwacht, skizziert der Anbieter das weitere Prozedere. Ein Rider sammelt die Bestellung ein und bringt sie dann binnen 30 Minuten per Fahrrad an die Haustür. Für die Kund*innen sollen keine zusätzlichen Lieferkosten anfallen. Man trete nicht als Konkurrenz auf, sondern erweitere als Lieferdienst das Einzugsgebiet des stationären Apothekenhandels, betont der Anbieter weiter. Den Bestandskund*innen könne so ein neuer für sie kostenloser Service angeboten werden.

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Cure setzt nach eigenen Angaben zudem auf das Know-how namhafter Investoren aus der Digitalbranche, die neben ihren Lösungsansätzen für die Herausforderungen der Gegenwart auch ein Gespür für Zukunftsthemen verbinde. Mit Craft Ventures (Uber, Airbnb, Facebook, Bird) habe Cure einen Unterstützer mit Expertise in den Bereichen moderner und nachhaltiger Mobilität und digitaler Infrastruktur an Bord. Georg Ell, Investor und Venture Partner bei Craft Ventures:

„Ali El-Ali und Manuel Aberle haben uns sofort von ihrer Idee überzeugt. Nach zwei Jahren Pandemie und einem extremen Wachstum im Quick Commerce könnten das Timing und die Marktnachfrage am Markt für Cure nicht besser sein. Die kommende Einführung von elektronischen Rezepten bietet ein großes Potenzial für Cure als Apotheken-Lieferdienst. Wir freuen uns über die Investition und die Partnerschaft mit dem Cure-Team, um diesen wachsenden Markt anzuführen.“

Weitere Investoren sind Abstract Ventures und J12 Ventures unter Beteiligung von J Ventures. Durch Investitionen in Höhe von mehr als vier Millionen Euro trügen die großen Player zu einer Neuheit auf dem Markt bei.

„Bei uns gibt es keine halben Sachen – genau wie für die Gründer von Cure. Ihre Mission wird gestützt von den richtigen Werten: Bei Cure geht es um die Gesundheit der Menschen und dabei vor allem auch um die ihrer Mitarbeitenden. Das ist die Art von Veränderung, die wir brauchen – nicht nur im Healthcare-Markt, sondern überall“, sagt Luca Banderet, Managing Partner bei J12 Ventures.

Hinzu komme ein Team aus der Healthcare-Branche, das das das nötige Wissen im Gesundheitssektor mitbringt. Abgerundet werde die Mischung durch ein Kernteam aus ehemaligen führenden Köpfen von Google, Wolt, Foodpanda, Glovo und Gorillas, das über Insights der Lieferdienst-Wirtschaft verfügt. Das Investment erhielt Cure eigenen Aussagen zufolge am 15. Dezember 2021 und schloss die Finanzierungsrunde damit ab.

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