Umfrage: Fürchten Sie Lieferengpässe bei Lebensmitteln?

Jeder vierte Befragte des Verbraucherforums mydealz antwortet mit ja.

Politiker, Handels- und Lebensmittelkonzerne betonen immer wieder, dass es zu keinen anhalten Lieferengpässen kommt – viele Verbraucher hamstern trotzdem. (Foto: AdobeStock/TATIANA)
Politiker, Handels- und Lebensmittelkonzerne betonen immer wieder, dass es zu keinen anhalten Lieferengpässen kommt – viele Verbraucher hamstern trotzdem. (Foto: AdobeStock/TATIANA)
Melanie Endres

Das Verbraucherforum mydealz hat 2.537 deutsche Verbraucher befragt, wie sie die Versorgungssituation einschätzen, das gab das Unternehmen am 1. April bekannt. Zwar betonen Politiker, Handels- und Lebensmittelkonzerne immer wieder, dass es zu keinen anhaltenden Lieferengpässen kommen wird, der Umfrage zufolge fürchtet aber genau das jeder vierte Verbraucher (23,55 Prozent), so die Pressemitteilung. Die Umfrage fand vom 26. bis zum 30. März mithilfe des Marktforschungsdiensts Survey Monkey statt.

Leere Regale

Neun von zehn Verbrauchern (90,63 Prozent) standen den Angaben zufolge in den letzten Tagen beim Kauf von Lebensmitteln schon einmal vor leeren Regalen. Die Umfrage soll zeigen, wieso es zu Hamsterkäufen kommt und welche Chancen sich Lebensmittelherstellern aktuell bieten, so die Mitteilung. Knapp jeder fünfte Verbraucher (19,35 Prozent), der größere Lieferengpässe fürchtet, erklärte bei der mydealz-Umfrage, sich bereits „einen Vorrat an Lebensmitteln angelegt“ zu haben. Weitere 19,86 Prozent sagten den Angaben zufolge, sie überlegten, sich einen Vorrat anzulegen. Gut vier von zehn Verbrauchern (40,58 Prozent), die Lieferengpässe fürchten, gehen mit der Situation hingegen kreativer um. Sie erklärten: „Ich mache mir Gedanken, welche Lebensmittel ich alternativ kaufen kann.“

Geschlechterunterschied beim „Hamstern“?

Frauen machen sich, der Umfrage zufolge, eher Sorgen um ihre Versorgung: Auf die Frage „Fürchtest Du, dass es größere Lieferengpässe bei Lebensmitteln geben könnte?“ antworteten jede dritte Frau (33,94 Prozent) und nur jeder vierte Mann (21,36 Prozent) mit einem klaren „Ja“. Das bedeutet laut Mitteilung aber nicht, dass sich mehr Frauen als Männer Vorräte anlegen. Im Gegenteil: Jeder fünfte Mann (20,29 Prozent), aber nur 18,46 Prozent der Frauen, die Lieferengpässe fürchten, haben sich – der mydealz-Umfrage zufolge – bereits einen Vorrat an Lebensmitteln angelegt. Allerdings überlegen 21,54 Prozent der Frauen und nur 18,84 Prozent der Männer, Lebensmittel zu bevorraten.

Frauen sind experimentierfreudiger

Wenn es darum geht, auf andere Lebensmittel auszuweichen, sind Frauen der Umfrage zufolge experimentierfreudiger. Fast die Hälfte aller Frauen (48,46 Prozent), die Lieferengpässe bei Lebensmitteln fürchten, überlegen schon jetzt, welche Lebensmittel sie „alternativ kaufen“ könnten. Von den Männern machen sich demnach nur 38,65 Prozent der Verbraucher Gedanken, auf welche Lebensmittel sie ausweichen könnten.

Begehrte Hygieneartikel

Toilettenpapier ist – allen Witzen zum Trotz – laut Umfrage nicht so „begehrt“, wie man denken könnte. Zumindest antwortete bei der mydealz-Umfrage nur jeder achte Befragte (13,04 Prozent) mit einem klaren „Ja“ auf die Frage, ob er sich einen Vorrat an Hygieneartikeln wie Toilettenpapier angelegt habe. Frauen (15,04 Prozent) neigen dabei zwar etwas eher zu Hamsterkäufen als Männer (12,49 Prozent). Bei beiden Geschlechtern überwiege jedoch der Teil der Verbraucher, der ganz von Hamsterkäufen absieht: Nur 6,01 Prozent der Frauen und 4,75 Prozent der Männer erklärten, sie hätten vor, sich einen Vorrat an Hygiene-Artikeln anzulegen. Jeweils rund acht von zehn Frauen (78,95 Prozent) und Männern (82,77 Prozent) schließen das jedoch für sich aus.

Artikel vergriffen

64,2 Prozent der Frauen und 66,77 Prozent der Männer, die sich einen Vorrat an Artikeln wie Toilettenpapier angelegt haben, erklärten, sie hätten schon einmal erlebt, dass diese Artikel vergriffen gewesen seien. 20,99 Prozent der Frauen und sogar 26,95 Prozent der Männer fürchten, dass es zu Lieferengpässen kommen könnte. Knapp jede dritte Frau (32,10 Prozent) und jeder dritte Mann (30,84 Prozent) – Mehrfachantworten waren bei dieser Frage möglich – gaben an, sie hätten Sorge, dass sie das Haus nicht mehr verlassen dürften. Und 20,99 Prozent der Frauen sowie 22,16 Prozent der Männer fürchten, dass sie erkranken und Hygieneartikel dann nicht mehr kaufen könnten.

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