Umfrage: Einkauf setzt zunehmend auf künstliche Intelligenz

Die Befragten einer Erhebung von BME und Apsolut sehen vor allem Potenzial für KI im Bereich der Datenanalyse und der operativen Prozessverbesserung.

Einkäufer sehen künstliche Intelligenz aktuell vor allem als Ergänzung an, wie eine Umfrage von BME und Apsolut ermittelt hat. (Symbolbild: Valdis torms/AdobeStock)
Einkäufer sehen künstliche Intelligenz aktuell vor allem als Ergänzung an, wie eine Umfrage von BME und Apsolut ermittelt hat. (Symbolbild: Valdis torms/AdobeStock)
Therese Meitinger

Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt auch im Einkauf zunehmend an Bedeutung. So kommt eine aktuelle Impulsumfrage vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V. und der Apsolut Group zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der teilnehmenden Beschaffungsverantwortlichen mittelfristig auf die Nutzung von KI setzt. Aktuell gibt es allerdings noch Vorbehalte gegenüber ihrem Einsatz: Die Technologie ist nach Ansicht der Umfrageteilnehmer noch nicht ausgereift, wie eine Pressemitteilung vom 29. Januar berichtet. 

Knapp 20 Prozent der Umfrageteilnehmer setzen demnach bereits KI-Lösungen ein. In den nächsten sechs Monaten planen 41 Prozent die Nutzung von KI. Die Befragten sehen vor allem Potenzial für KI im Bereich der Datenanalyse und der operativen Prozessverbesserung. Beispiele dafür sind die Automatisierung von Einkaufsprozessen oder die Rechnungskontrolle. Durch den Fortschritt der generativen KI erhoffen sie sich laut BME aber auch neue Anwendungsfelder in den Bereichen Kommunikation und Texterstellung. 

Hohe Erwartungen an Technologie

Konkrete Verbesserungen durch den Einsatz von KI erwartet rund die Hälfte der Teilnehmer bei der Optimierung von Abläufen und Prozessen. Darüber hinaus differieren die Erwartungen, die mit dem Einsatz von KI verbunden sind, deutlich. Während noch ein Drittel der Teilnehmer eine verbesserte Transparenz als Ziel des KI-Einsatzes angibt, sind die weiteren genannten Einsatzbereiche breit gefächert. Dazu zählen Verbesserung von Datenqualität, Risikomanagement, Kostenoptimierung durch bessere Verhandlungen, Vertragsgestaltung und eine bessere Vergleichbarkeit der Angebote. 

Die Umfrage zeige auch, dass die KI derzeit eher als Ergänzung gesehen wird, ist der BME überzeugt: Weniger als ein Prozent der Umfrageteilnehmer geben Personaleinsparungen als Ansatzpunkt für einen KI-Einsatz an. Unterstützt wird diese Erwartung durch die Einschätzung der Befragten, die den heutigen KI-Lösungen lediglich einen mittleren Reifegrad bescheinigen. Die Mehrheit ist der Ansicht, dass sich die generative KI erst noch weiterentwickeln und in der Praxis als zuverlässig und nutzwertig erweisen muss. 

Unklare Rechtslage und fehlende Expertise bremsen

Als Hindernisse für die Nutzung von KI-Lösungen nennen die Umfrageteilnehmer in erster Linie fehlende Expertise und unklare Rechtsicherheit. Weitere Einflussfaktoren sind die hohe Entwicklungsgeschwindigkeit der KI und die Komplexität der internationalen Datenschutzanforderungen. 

Fazit der BME-Vorstandsvorsitzenden Gundula Ullah:

„Die aktuelle Umfrage offenbart, dass die Potenziale der künstlichen Intelligenz in Einkauf und Supply Chain entlang verschiedener Prozessachsen – von strategisch über taktisch bis hin zu operativ – zunehmend erkannt werden. Es mangelt jedoch vielfach noch an technologischer Ausgereiftheit und spezifischen Anwendungsfällen. Die bevorstehenden BME-eLösungstage im Mai 2024 versprechen Optimierung im KI-Dickicht zu bieten und herauszustellen, welche Anbieter für Pilotprojekte in Unternehmen am vielversprechendsten sind. Klar ist: der Einsatz von KI im Einkauf wird in Zukunft unumgänglich sein.“