Ukraine-Krieg: MAN fährt Lkw-Produktion schrittweise wieder hoch

MAN beginnt Schritt für Schritt damit, die Produktion in den Lkw-Werken in München und Krakau sowie in den Komponentenwerken in Nürnberg und Salzgitter wieder hochzufahren. Die Fertigung war vor allem wegen fehlender Kabelstränge aus der Ukraine zum Erliegen gekommen.

Der Lkw-Hersteller MAN lässt die Produktion nach wochenlangem Stillstand wieder anlaufen. In München waren beim Start dabei (v.l.n.r.): Michael Kobriger, MAN-Produktions- und Logistikvorstand, Karina Schnur, Vorsitzende des MAN-Gesamtbetriebsrats, Alexander Vlaskamp, MAN-Vorstandsvorsitzender, und Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern. (Bild: MAN)
Der Lkw-Hersteller MAN lässt die Produktion nach wochenlangem Stillstand wieder anlaufen. In München waren beim Start dabei (v.l.n.r.): Michael Kobriger, MAN-Produktions- und Logistikvorstand, Karina Schnur, Vorsitzende des MAN-Gesamtbetriebsrats, Alexander Vlaskamp, MAN-Vorstandsvorsitzender, und Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern. (Bild: MAN)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

MAN beginnt in dieser Woche nach eigenen Angaben wieder mit dem Anlauf der Lkw-Produktion. Die Produktion stand aufgrund von Lieferausfällen wegen des Ukraine-Krieges in den Lkw-Werken von MAN in München und Krakau seit Mitte März sechs Wochen still. Auch die Komponentenwerke von MAN in Nürnberg und Salzgitter fahren ihre Kapazitäten jetzt Schritt für Schritt wieder hoch, teilt MAN mit. Der Wiederanlauf in München wurde am frühen Montagmorgen (25. April 2022) vom Bayerischen Ministerpräsident Dr. Markus Söder begleitet.

„Der Wiederanlauf in unserer Lkw-Produktion ist ein sehr gutes Signal für unsere Belegschaft und unsere Kunden“, sagte der MAN-CEO Alexander Vlaskamp. Es bestehe allerdings noch kein Grund zur Euphorie. Sie würden sich nur schrittweise ihren üblichen Fertigungsniveaus nähern. Die Produktion bleibe weiter mit großen Unsicherheiten behaftet. Sollte sich der Krieg wieder stärker in die Westukraine verlagern, könne es zu einem erneuten Stillstand kommen, warnte Vlaskamp. Flexibilität sei und bleibe das Gebot der Stunde, ebenso wie eine strenge Kostendisziplin.

Die Kabelstrang-Lieferanten in der Ukraine, die für MAN Kabelstränge produzieren, können laut dem Lkw-Hersteller aktuell wieder fertigen und liefern, wenn auch auf niedrigem Niveau. Zudem liege MAN bei der Duplizierung der Kabelstrang-Fertigung in anderen Ländern im Plan. Zunächst werde das Unternehmen jedoch deutlich weniger Varianten im Programm haben und – bei hoher Unsicherheit – schrittweise hochfahren.

MAN nutzt weiterhin Instrument der Kurzarbeit

MAN halte konsequent an seinem Restrukturierungsprogramm im Zusammenhang mit der Transformation des Unternehmens fest, teilte der Hersteller mit. Aufgrund des verminderten Produktionsprogramms werde das Unternehmen auch weiterhin auf das Instrument der Kurzarbeit an den deutschen Standorten zurückgreifen müssen.

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