Ukraine-Krieg: EU plant humanitäre Logistikzentren

Logistische Notfallzentren sollen in Rumänien und der Slowakei etabliert werden, um die benötigte Hilfe so schnell wie möglich an die Ukraine zu verteilen.

DIe EU hat angekündigt, ihre Katastrophenhilfe für die Ukraine auszuweiten. (Foto: EU)
DIe EU hat angekündigt, ihre Katastrophenhilfe für die Ukraine auszuweiten. (Foto: EU)
Therese Meitinger

Die Europäische Kommission hat am 4. März weitere humanitäre und Katastrophenschutzhilfe für die Ukraine und ihre Nachbarländer in Aussicht gestellt. Da der Bedarf exponentiell ansteige, würden über die „rescEU“-Lager in Deutschland, Ungarn und den Niederlanden weitere medizinische Hilfsgüter in der Ukraine zur Verfügung gestellt, heißt es in einer Pressemitteilung. Die rescEU-Hilfe umfasst demnach Beatmungsgeräte, Infusionspumpen, Patientenmonitore, Masken und Kittel, Ultraschallgeräte und Sauerstoffkonzentratoren.

Hilfe aus 27 Mitgliedsstaaten kanalisieren

Wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ankündigte, hat die Europäische Kommission außerdem logistische Zentren für den Katastrophenschutz in Polen eingerichtet. Weitere Logistikzentren sollen in Rumänien und der Slowakei etabliert werden, um die benötigte Hilfe so schnell wie möglich an die Ukraine zu verteilen. Diese Zentren sollen dazu beitragen, die Hilfe zu kanalisieren, die von 27 europäischen Ländern – darunter Deutschland – über das EU-Katastrophenschutzverfahren bereitgestellt wird. Die EU unterstütze auch weiterhin die Nachbarländer, die bereits über eine Million Vertriebene aus der Ukraine aufgenommen haben, heißt es.

Griechenland, Österreich und Deutschland haben der Slowakei laut EU-Angaben Masken, Desinfektionsmittel, Bettzeug, Zelte und Kleidung zur Verfügung gestellt. Außerdem seien Teams von EU-Katastrophenschutzexperten auf dem Weg nach Moldawien und Polen, um die Behörden zu unterstützen, so die EU. Hilfe aus den Niederlanden, Frankreich und Griechenland wurde am 3. März über das EU-Katastrophenschutzverfahren an die Republik Moldau geliefert, während schwedische, dänische, finnische und kroatische Hilfe unterwegs ist.

Der für Krisenmanagement zuständige Kommissar Janez Lenarčič besuchte am 2. März Polen und am 3. März die Republik Moldau, um die Lage zu beurteilen.

Lenarčič sagte:

„Diese illegale und unprovozierte russische Aggression gegen die Ukraine führt zu einer humanitären Katastrophe, wie sie Europa seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Mehr als eine Million Menschen sind bereits in die Nachbarländer geflohen und erhalten dort beispiellose Unterstützung. Innerhalb der Ukraine sind jedoch noch wesentlich mehr Menschen schutzbedürftig.“

Humanitäre Korridore, die die freie und sichere Bewegung der Zivilbevölkerung und die Lieferung humanitärer Hilfe gewährleisteten, gehörten zu den wichtigsten Voraussetzungen, um die Bedürfnisse der Bevölkerung in der Ukraine zu befriedigen, die das größte Opfer dieses Krieges sei, so der EU-Kommissar weiter. Es sei unerlässlich, dass die Zivilbevölkerung geschützt werde und die humanitären Helfer ihre Arbeit in Sicherheit und ungehindert verrichten könnten, wie es das humanitäre Völkerrecht verlange.

Printer Friendly, PDF & Email