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Übernahmen: Europa etabliert sich als attraktiver Logistik-Markt

Laut einer PwC-Analyse ist 2018 geprägt von wenigen, aber großen Transaktionen.
Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba hat es auf Logistiker abgesehen: Der Konzern sicherte sich unlängst zehn Prozent des Logistikunternehmens ZTO Express. Foto: Alibaba Group
Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba hat es auf Logistiker abgesehen: Der Konzern sicherte sich unlängst zehn Prozent des Logistikunternehmens ZTO Express. Foto: Alibaba Group
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Thilo Jörgl

Transport- und Logistikunternehmen in aller Welt fokussieren sich verstärkt auf die richtige Kaufgelegenheit: Mit 111 angekündigten Deals ab einem Volumen von 50 Millionen US-Dollar im ersten Halbjahr 2018 bleiben die angekündigten Übernahmen der Branche zwar hinter dem Vorjahresergebnis zurück (146 Deals im ersten Halbjahr 2017). Doch wenn Firmen sich für den Kauf entscheiden, greifen sie tief in die Tasche: Das Gesamtvolumen der Transaktionen fällt mit 71,7 Milliarden US-Dollar in der ersten Jahreshälfte 2018 laut der Beratungsgesellschaft PwC sehr hoch aus: Es erreicht das Rekordniveau aus dem zweiten Halbjahr 2017 (71,3 Milliarden). Dazu tragen 13 sogenannte Mega-Deals (Gesamtjahr 2017: 18, 2016: 19) mit einem Volumen von jeweils mehr als einer Milliarde US-Dollar bei, davon sechs mit europäischer Beteiligung. Europa positioniert sich mit einem Gesamtvolumen von 34,3 Milliarden US-Dollar vor Asien (27,0 Milliarden) und Nordamerika (16,3 Milliarden). So lauten die zentralen Ergebnisse einer aktuellen PwC-Analyse.

Mega-Deal in Spanien

Zu dem enorm hohen Transaktionsvolumen in Europa trägt vor allem der angekündigte Kauf des spanischen Mautstraßenbetreibers Abertis mit einem Volumen von 22,5 Milliarden US-Dollar durch eine Käufergruppe bei, zu der auch das deutsche Unternehmen Hochtief gehört. Dabei handelt es sich PwC zufolge um die mit Abstand höchste Bietersumme in diesem Jahr. Ein weiteres prägendes Element im europäischen M&A-Geschehen ist der Konsolidierungsprozess in der Luftfahrt: „Nach der Pleite von Air Berlin werden die Karten zum Teil neu gemischt. Ryanair hat sich durch seinen Einstieg bei Laudamotion Zugang zu attraktiven Slots in Deutschland und Österreich verschafft. Die europäische Luftfahrt bleibt auch in den kommenden Jahren ein spannendes Wettbewerbsfeld – weitere Transaktionen sind zu erwarten“, analysiert Dietmar Prümm, Leiter des Bereichs Transport & Logistik bei PwC.

Alibaba und JD.com auf Einkaufstour

An der Spitze der Subsektoren steht der Bereich Logistik/Trucking mit 46 Deals und einem Gesamtvolumen von 19,4 Milliarden US-Dollar. Eine wichtige Rolle auf diesem Markt spielen chinesische Unternehmen, die allein an 17 Transaktionen beteiligt sind. Zu den Top-Deals gehören die Investitionen zweier chinesischer E-Commerce-Riesen: Alibaba sicherte sich zehn Prozent des Logistikunternehmens ZTO Express, während JD.com rund 2,5 Milliarden US-Dollar frisches Kapital für seine Logistikeinheit Beijing Jingbangda Trade Co generieren konnte. Für Dietmar Prümm ist das Vorgehen der Onlinegiganten nachvollziehbar: „Die chinesischen E-Commerce-Unternehmen bauen ihre Kompetenz im Bereich der Logistik rasant aus. Sie professionalisieren zunächst ihr Leistungsportfolio im Heimatmarkt und verschaffen sich dadurch eine gute Ausgangslage für die globale Expansion.“

Weitere Konsolidierung in der Schifffahrt

Die Konsolidierung der Schifffahrt schreitet unverändert voran. 23 Transaktionen in einem Gesamtvolumen von 12,6 Milliarden US-Dollar bedeuten Platz zwei bei den Subsektoren im ersten Halbjahr 2018. „Eine große Zahl von Asset-Deals ist darauf zurückzuführen, dass die europäischen Banken derzeit ihre Schiffsportfolios reduzieren, so etwa die HSH Nordbank“, erklärt Dr. André Wortmann, Koordinator Transport & Logistik und Partner im Maritimen Competence Center bei PwC. „Durch Zukäufe versuchen die Reedereien aber auch, ihre Service-Angebote zu erweitern und Prozesse durch neue Technologien zu digitalisieren.“

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