Übernahme: Jungheinrich erwirbt US-Lagerautomatisierer Storage Solutions

Mit der Akquisition des Spezialisten für Lagereinrichtungs- und Automatiksysteme will Jungheinrich seine Strategie 2025+ umsetzen. Diese sieht vor, durch anorganisches Wachstum einen Umsatz von 20 Prozent außerhalb Europas zu erzielen.

Jungheinrich will am schnell wachsenden Markt für Lagerautomatisierung in den USA teilhaben und kauft den dort ansässigen Spezialisten für Lagereinrichtungs- und Automatiksysteme Storage Solutions. (Bild: Jungheinrich)
Jungheinrich will am schnell wachsenden Markt für Lagerautomatisierung in den USA teilhaben und kauft den dort ansässigen Spezialisten für Lagereinrichtungs- und Automatiksysteme Storage Solutions. (Bild: Jungheinrich)
Gunnar Knüpffer
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Die Jungheinrich AG erweitert ihren Zugang zum US-amerikanischen Markt. Mit der in Indiana ansässigen Gruppe Storage Solutions hat der Hamburger Intralogistiker einen lokalen Anbieter von Lösungen aus den Bereichen Regalsysteme und Lagerautomatisierung übernommen, heißt es in einer Mitteilung von Jungheinrich vom 25. Januar. Die Akquisition ergänze die bestehende Partnerschaft von Jungheinrich mit Mitsubishi Logisnext Americas (MLA), die weiterhin die einzige Aktivität von Jungheinrich auf dem nordamerikanischen Markt für Flurförderzeuge bleiben soll.

„Die Akquisition von Storage Solutions ist ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung unserer Strategie 2025+. Sie ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, unsere geografische Präsenz in den USA zu erweitern und eine starke strategische Plattform für das Wachstum in der Lagerautomatisierung in der gesamten Region zu schaffen“, sagte Dr. Lars Brzoska, Vorsitzender des Vorstandes von Jungheinrich.

Jungheinrich hatte im Rahmen seiner Strategie 2025+ das Ziel formuliert, insbesondere durch anorganisches Wachstum künftig 20 Prozent des Umsatzes außerhalb Europas zu erzielen.

Jungheinrich erhält Zugang zu Logistik-Knotenpunkten in den USA

Storage Solutions hat seinen Hauptsitz in Westfield, Indiana. Das Unternehmen verfüge mit seinen 170 Mitarbeitern über 45 Jahre Erfahrung im Bereich Lagerplanung, -automatisierung und -integration. Angeboten werden vertikal integrierte Dienstleistungen mit eigenen Logistik- und Installationsteams. Dies gewährleiste eine termingerechte Projektabwicklung und ermögliche Dienstleistungen mit Mehrwert, darunter die Optimierung von Arbeitsabläufen sowie Services in den Bereichen Ingenieurwesen und Genehmigungsverfahren.

„Den nächsten Wachstumsschub wird unsere Branche absehbar durch den zunehmenden Bedarf an Lagerautomatisierung erhalten", sagte Kevin Rowles, Vorstandsvorsitzender von Storage Solutions. „Storage Solutions verfügt über umfassende Kompetenz im Bereich der Regaltechnik sowie in der Automatisierung und Digitalisierung." Diese wollten sie weiter ausbauen, da die Nachfrage angesichts starker wirtschaftlicher Fundamentaldaten kontinuierlich steige.

Zum Kundenstamm von Storage Solutions gehören laut Jungheinrich Marken aus den Bereichen Logistik, E-Commerce, Einzelhandel, Lebensmittel und Getränke sowie Industrie. Jungheinrich will durch die Firmenübernahme in den schnell wachsenden Automatisierungsmarkt der USA eintreten. Durch die flächendeckende Präsenz von Storage Solutions erhalte man Zugang zu wichtigen Logistik-Knotenpunkten vor Ort. Zudem könne man nun auch europäische Bestandskunden in diesem Markt unterstützen. Mittelfristig böte sich auch das Potenzial, eine Präsenz in den angrenzenden Ländern Kanada und Mexiko aufzubauen, so Jungheinrich.

Für das Geschäftsjahr 2022 soll Storage Solutions voraussichtlich einen Umsatz von etwa 290 Millionen US-Dollar und ein bereinigtes EBIT von rund 34 Millionen US-Dollar ausweisen. Ein Vertrag über den Erwerb von 100 Prozent des Grundkapitals von Storage Solutions sei gemeinsam mit Merit Capital Partners, MFG Partners und dem Management von Storage Solutions unterzeichnet worden, teilte Jungheinrich mit.

Die in dem Vertrag vereinbarte Gesamtvergütung bestehe aus einem Kaufpreis von rund 375 Millionen US-Dollar (vorbehaltlich üblicher Anpassungen beim Vollzug der Transaktion) und einer flexiblen, erfolgsabhängigen Komponente im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich relativ zum Kaufpreis. Diese erfolgsabhängige Komponente könne das Management von Storage Solutions, das Storage Solutions weiterhin führen soll, innerhalb von drei Jahren nach Vollzug der Transaktion erreichen. Die Akquisition sei aus vorhandenen Barmitteln und Fremdkapital finanziert und soll sich „lediglich in begrenztem Umfang“ auf den Verschuldungsgrad auswirken, so Jungheinrich.