Trend: Quo vadis, Intralogistik?

Wie sich das Lagermanagement 2020 entwickelt hat und was 2021 auf Logistiker zukommt.

Was war und was kommt in der Logistik – die Frage hat die CIM GmbH ihren Mitarbeitern gestellt. (Symbolbild: Fotolia/ alphaspirit)
Was war und was kommt in der Logistik – die Frage hat die CIM GmbH ihren Mitarbeitern gestellt. (Symbolbild: Fotolia/ alphaspirit)
Melanie Wack

Die CIM GmbH hat zum Ende des Jahres Logistiker aus dem Unternehmen gefragt, was sich 2020 getan hat und was 2021 kommen wird – die Antworten liefern dem Unternehmen zufolge einige spannende Aussichten.

Was war Ihrer Meinung nach der Logistiktrend beziehungsweise die Marktentwicklung 2020 in der Intralogistik?

Auf diese Frage antworteten die Experten unterschiedlich. Für Maarten Janssen aus der Abteilung Logistics Consulting war das starke Wachstum des E-Commerce der Trend. Kilian Küsters ebenfalls aus dem Logistics Consulting-Team fand hingegen die Beobachtung, dass es gerade bei Lebens- und Nahrungsmitteln einen Gegentrend zum E-Commerce gab. „Hier haben wir häufig eine Rückbesinnung auf regionale Händler festgestellt“, so der Berater. Für die Logistik heißt das dem Experten zufolge: kleinere Läger, kürzere Lieferketten und mehr Flexibilität bezüglich der Produkte. Christian Assmann von der Bestandskundenbetreuung fügt zum Stichwort Lieferketten noch hinzu:

„Es werden nicht mehr größtmögliche Mengen abgenommen, um sich Rabatte zu sichern, sondern Lieferketten werden ‚aufgesplittet‘, um dauerhaft lieferfähig zu bleiben. Für Warehouse- und Transportmanagementsoftware bedeutet das, dass die unterschiedlichen Lieferanten optimal verwaltet sein müssen, dass die Nachbevorratung gewährleistet sein muss und dass eine Lieferantenbewertung direkt in der Software möglich sein sollte.“

Corona hat das Jahr 2020 auch in der Intralogistik geprägt. In Sachen Digitalisierung hat die Pandemie einige Prozesse beschleunigt. Was hat sich Ihrer Meinung nach getan? Und was davon wird bleiben?

Für Janssen ist hier die Digitalisierung zu nennen: „Das Jahr 2020 hat vielen Unternehmen vor Augen geführt, wie wichtig digitalisierte, transparente und flexible Prozesse sind. Die Intralogistik war hier schon gut aufgestellt und das softwaregesteuerte Lagermanagement wird bleiben. Meiner Meinung nach stellt sich gar nicht die Frage, ob das bleiben wird, sondern eher, welche neuen Technologien zukünftig eingesetzt werden können, um Prozesse zu optimieren – beispielsweise Künstliche Intelligenz.“

Teamkollegin Birgit Lippl-Bauer bezieht sich direkt auf das Unternehmen und sieht die Veränderung von CIM als WMS-Anbieter. Insbesondere Beratung und Projektabwicklung habe sich 2020 massiv verändert. Zudem gab es der Expertin zufolge einen massiven Schub in der virtuellen Kommunikation.

Quo vadis Intralogistik? Wagen Sie einen Blick in die Kristallkugel: Welche Themen und Entwicklungen werden die Logistik 2021 beschäftigen?

Berater Küsters ist sich sicher, dass sich der Trend zum digitalen Workflow entlang der gesamten Supply Chain fortsetzt. Bei kleineren Firmen werde sicher auch der Trend zu einem WMS beziehungsweise zu digitaler Prozessoptimierung bestehen bleiben, so der Experte.

Janssen fügt hinzu: „Wir alle hoffen darauf, dass 2021 nicht mehr so stark unter dem Einfluss von Corona stehen wird. Nach der wirtschaftlichen Delle erwarte ich eine verstärkte Nachfrage und eine Vielzahl von interessanten Intralogistikprojekten.“

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