Trauer: Heidi Senger-Weiss verstorben

Der Logistikdienstleister Gebrüder Weiss trauert um seine Mitgesellschafterin, die 36 Jahre an der Spitze des Unternehmens stand. 

Heidi Senger-Weiss, die den Logistikdienstleister Gebrüder Weiss 36 Jahre führte, ist im Alter von 82 Jahren verstorben. (Foto: Gebrüder Weiss)
Heidi Senger-Weiss, die den Logistikdienstleister Gebrüder Weiss 36 Jahre führte, ist im Alter von 82 Jahren verstorben. (Foto: Gebrüder Weiss)
Sandra Lehmann

Mit tiefer Trauer hat der österreichische Logistikdienstleister Gebrüder Weiss bekannt gegeben, dass Mitgesellschafterin Heidegunde „Heidi“ Senger-Weiss am 19. Oktober 2023 im Alter von 82 Jahren verstorben ist. Zusammen mit ihrem Mann Paul leitete sie von 1968 bis 2004 das Unternehmen mit Sitz in Lauterach. In den Folgejahren (2005 bis 2017) war sie als Aufsichtsrätin tätig. Die Managerin blieb Gebrüder Weiss bis zu ihrem Tod eng und mit ganzem Herzen verbunden, heißt es in einem Nachruf auf die Unternehmerin.

Während ihrer 36-jährigen Zeit an der operativen Spitze habe Heidi Senger-Weiss nicht nur das eigene Unternehmen nachhaltig beeinflusst. Mit ihrem modernen, Netzwerk-orientierten Denken hat sie die gesamte Branche inspiriert. Als Präsidentin des Zentralverbandes Spedition und Logistik sowie in verschiedenen Funktionen bei der Wirtschaftskammer Österreich trat sie erfolgreich für den Stellenwert der Logistik ein und stellte in der Öffentlichkeit immer wieder anschaulich deren Bedeutung für die Wirtschaft heraus. Ihre Geschäfts- und Mitarbeiterführung machten Gebrüder Weiss zu einem Vorbild für mittelständische Familienunternehmen, so der Dienstleister. Aufgrund ihrer hohen Verdienste für die Logistik wurde Heidi Senger-Weiss im Jahre 2015 – als erste Frau überhaupt – im Bundesdeutschen Verkehrsministerium in Berlin in die Ruhmeshalle der Logistik (Logistics Hall of Fame) aufgenommen. Für ihr Lebenswerk erhielt Heidi Senger-Weiss zahlreiche weitere Auszeichnungen, zuletzt im November 2022 das Große Silberne Ehrenzeichen und Dekret der Republik Österreich. Mit Heidi Senger-Weiss verliert Gebrüder Weiss eine herausragende Persönlichkeit und besonderen Menschen, dem das Unternehmen so viel zu verdanken hat.

Geboren wird Heidi Senger-Weiss 1941 in Wien als einziges Kind von Ferdinand und Gertrude Weiss. Ihre Jugend verbringt sie in Bregenz. Nach dem Abschluss ihres wirtschaftswissenschaftlichen Studiums an der Hochschule für Welthandel in Wien, sammelt sie praktische Speditionserfahrungen in Basel, Rotterdam, Paris und New York. 1965 steigt sie in das elterliche Unternehmen ein. Als ihr Vater nur drei Jahre später im Alter von 66 Jahren stirbt, übernimmt die damals 27-Jährige die Geschäftsleitung von Gebrüder Weiss; tatkräftig unterstützt von ihrem Verlobten Paul Senger, den sie im Juni 1969 in Bregenz heiratet. Dem Ehepaar werden drei Kinder geboren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann sorgt Heidi Senger-Weiss in den folgenden dreieinhalb Jahrzehnten für eine Neuausrichtung der damals noch inländisch orientierten Traditionsspedition Gebrüder Weiss. Dabei stehen vor allem der Ausbau des Standortnetzwerks, technische Modernisierungen, Erweiterung des Serviceportfolios sowie eine generelle Internationalisierung des Geschäfts im Fokus.

Auf ihre Initiative geht 1988 auch die Gründung des Paketdienstes APS Austria Paket System (später DPD Austria) gemeinsam mit zwei Partnern zurück. Er wird in kurzer Zeit zum österreichischen Marktführer im B2B-Bereich. Wirtschaftlichen Rückschlägen wie der Ölpreiskrise oder dem EU-Beitritt 1995 (Wegfall von 70 Prozent des Verzollungsgeschäfts) begegnet sie mit mutigen unternehmensinternen Neuerungen und formt Gebrüder Weiss zusammen mit ihrem Ehemann Paul zu einem modernen Logistikkonzern.

Wie wenige andere steht Heidi Senger-Weiss bereits früh für soziale Verantwortung in der Logistik. Sie ist Familienunternehmerin durch und durch, lebt ihren Mitarbeitern Werte wie Verbindlichkeit, Engagement und Respekt vor. Über sich selbst sagte sie: „Ich habe mir nie eingebildet, die beste Spediteurin zu sein. Meine Begabung ist es, Menschen zu motivieren und für ein Thema zu gewinnen, so dass sie mit Begeisterung arbeiten und sich für eine Sache einsetzen.“