Transportmarkt: Volumen zieht im ersten Quartal deutlich an

Laut dem Timocom Transportbarometer überstieg der Transportmarkt in den ersten drei Monaten 2021 sogar das Vorkrisenniveau.

Freie Fahrt: Im Vorjahr hatten europaweite Grenzschließungen den Straßengüterverkehr zum Teil noch ausgebremst. (Foto: Fotoli / Dmitry Perov)
Freie Fahrt: Im Vorjahr hatten europaweite Grenzschließungen den Straßengüterverkehr zum Teil noch ausgebremst. (Foto: Fotoli / Dmitry Perov)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Das erste Quartal 2021 gibt der Transportbranche Anlass zur Zuversicht. Laut dem am 15. April veröffentlichten Timocom Transportbarometer übersteigt es den Vorjahreswert insgesamt um 58 Prozent. Die Frachteingaben liegen um mehr als zehn Millionen über dem Vorjahreswert.

Laut der Statistik, in die Frachteingaben aus 46 europäischen Ländern einflossen, begann das Jahr zunächst mit einem saisonüblichen Rückgang im Januar 2021 gegenüber Dezember 2020. Um 16 Prozent waren die ermittelten Zahlen rückläufig. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutete das jedoch einen Anstieg um fast eine Million Frachteingaben.

Dieses Hoch im Jahresvergleich verstärkt sich sogar im Februar noch, der mit mehr als drei Millionen Frachteingaben über dem Vorjahr aufwartet. In Zahlen ausgedrückt stellt sich das erste Quartal 2021 zu 2020 wie folgt dar: Im Januar gab es 13 Prozent, im Februar 80 Prozent und im März 91 Prozent mehr Frachtangebote. Insgesamt war das erste Quartal 2021 um 58 Prozent stärker als das Vergleichsquartal 2020.

Der Vergleich zum Vorjahr hinkt etwas

Allerdings ist der Vergleich erschwert, weil im März vor einem Jahr der europaweite Lockdown für einen weitgehenden Stillstand von Produktionsbetrieben geführt und einen Einbruch der Liefermengen nach sich gezogen hatte. Doch auch der Vergleich mit dem Jahr 2019 belegt eine Steigerung der Frachteingaben um 38 Prozent, was weiter überdurchschnittlich ist.

Verglichen mit den Werten aus 2020 habe sich auch der Binnenverkehr in Deutschland zu Jahresanfang überaus positiv entwickelt, teilt Timocom weiter mit. Im Januar stiegen die Frachteingaben um fünf Prozent, im Februar um 104 Prozent und im März um 114 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die innerdeutsche Entwicklung während des ersten Quartals 2021 entsprach damit der des gesamteuropäischen Marktes.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für den polnischen Straßengüterverkehr. Gemessen an den Werten aus 2020 verzeichnen die Frachteingaben im polnischen Binnenmarkt über alle drei Monate hinweg einen rapiden Anstieg: Januar 50 Prozent, Februar 80 Prozent und März 146 Prozent in 2021. Dies lässt vermuten, dass das Wirtschaftswachstum in Polen wieder an Geschwindigkeit zunimmt. So ist Polen laut Daten des nationalen Statistikamtes GUS mit einem vergleichsweise milden Rückgang von 2,8 Prozent seines BIP durch das Krisenjahr 2020 gefahren.

Auch Frankreich zeigt im ersten Quartal einen merklichen Aufwärtstrend im Binnenmarkt. Das Jahr beginnt in der innerfranzösischen Relation zunächst mit einem Rückgang der Frachteingaben um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Februar sorgt mit 35 Prozent für eine spürbare Verbesserung. Schließlich endet das Quartal mit einem deutlichen Plus von 94 Prozent mehr Frachteingaben im Vergleich zu März 2020.

Auffällig ist der starke Rückgang an verfügbarem Laderaum im ersten Quartal 2021. Teilweise sind Einbrüche drei bis 25 Prozent zu verzeichnen. Dieser Negativtrend resultiert aus der hohen Nachfrage an Transporten. Timocom erwartet darüber hinaus, dass sich die Lage in Folge der der „Ever Given“-Havarie weiter zuspitzen wird. Sofern kein harter Lockdown beschlossen wird, werde der Transportbedarf im Straßengüterverkehr weiter ansteigen und freier Laderaum folglich noch weniger verfügbar sein.

„Die Masse an Gütern, die nun die Häfen ansteuert, wird nicht sämtlich zeitnah abtransportiert werden können. Zudem sind die Kapazitäten an Laderaum für den Nachlauf begrenzt. Dies wird sich in den nächsten Wochen erheblich auf die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten im europäischen Inland auswirken“, analysiert Gunnar Gburek, Company Spokesman von Timocom die Folgen der Havarie.

Mit dem Transportbarometer analysiert das Freighttech-Unternehmen Timocom seit 2009 in 46 europäischen Ländern die Entwicklung von Transportangebot und -nachfrage der im Smart Logistics System integrierten Frachtenbörse.