Transportdienstleistungen: BLV-pro e.V. ruft zur Demonstration in Berlin auf

Der Bundesverband Logistik & Verkehr - BLV-pro e.V. fordert kleine und mittelständische Transportunternehmen auf, sich am 18. Januar auf den Weg nach Berlin zu machen, um dort am 19. Januar an einer Demonstration gegen steigende Mautkosten und für die Einhaltung der Sozialvorschriften teilzunehmen.

Der Verband BLV-pro e.V. möchte am 19. Januar in Berlin bei einer Demonstration für die Interessen der kleinen und mittelständischen Transportunternehmen kämpfen. (Bild: BLV-pro e.V.)
Der Verband BLV-pro e.V. möchte am 19. Januar in Berlin bei einer Demonstration für die Interessen der kleinen und mittelständischen Transportunternehmen kämpfen. (Bild: BLV-pro e.V.)
Gunnar Knüpffer

Der BLV-pro e.V. ruft zur großen Demonstration der kleinen und mittelständischen Transportunternehmen auf. Am 18. Januar sollen sich in allen Regionen Deutschlands die Fahrzeuge treffen und auf den Weg nach Berlin machen, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesverband Logistik & Verkehr e.V. vom 5. Januar 2024.

Ralf Kalabis-Schick, der Beauftragte für die Belange der BKF im BLV-pro e.V. sagt zu seiner Motivation für die Berlin-Demo: „Viele kleine und mittelständische deutsche Transportunternehmen kämpfen seit Jahren ums Überleben und trotzdem werden der Branche immer höhere Kosten auferlegt. Dazu fehlt es an Kontrollen der Kabotage, der Einhaltung der Sozialvorschriften und der Einhaltung des europäischen Mobilitätspaketes. Das geht zu Lasten eines fairen Wettbewerbs und führt zum Aussterben der Branche, wenn diese weiter ignoriert wird.“

„Die Wut und Enttäuschung in unserer Branche über die Entscheidungen der Regierung ist riesig, dazu sind die Sorgen und Ängste vor der Zukunft aufgrund der hohen Belastung durch die höhere Maut und die CO2-Abgaben groß und die Branche wehrt sich“, erläuterte die Schriftführerin des BLV-pro e.V. Bärbel Karnik.

Nach ihrem Aufruf zur Demo Mitte Dezember 2023 seien innerhalb weniger Stunden bereits über 2000 Demo-Teilnehmer in die WhatsApp-Gruppen eingetreten. Durch diese Vernetzung erreichten sie viele Teilnehmer zeitnah und gleichzeitig.

Der Vorsitzende des BLV-pro e.V. Konstantin Popov fordert:

  • Die Bundesregierung muss die Auswirkungen der Mauterhöhung auf die Spediteure und die gesamte Logistikbranche zu berücksichtigen. Es bedarf dringendst einer umfassenden Überprüfung der Mautstruktur, einer fairen Lösung, die die Wettbewerbsfähigkeit der Spediteure nicht weitergefährdet. Die Mautdaten sollten zu Kontrollzwecken freigegeben werden.
     
  • keine Bahnfinanzierung auf Kosten des Güterkraftverkehrs.
     
  • kein Wettbewerbsvorteil für die Bahn zum Nachteil der Spediteure, sondern fairen Wettbewerb in Deutschland und Europa.
     
  • Wir fordern Mautverwendung gemäß Autobahnmautgesetz: Infrastrukturmaßnahmen wie Lkw-Parkplätze, Rastanlagen, Straßen- und Brückenbau.
     
  • die Einführung eines Gewerbediesel.
     
  • gesetzlich festgelegte Zahlungsziele von maximal 14 Tagen.
     
  • ein Ende eines Sozialdumpings, das marktgerechte Preise für die Transportbranche verhindert.
     
  • fairen Wettbewerb und das dem Erobern billiger Dienstleister aus Ländern mit viel geringerem Lohnniveau ein Ende gesetzt wird.

Am Freitag, den 19. Januar 2024 soll vor dem Brandenburger Tor eine große Kundgebung mit Rednern aus der Politik und der Branche beginnen. Während in Wiesbaden kein Politiker bereit gewesen sei, zu den Teilnehmern zu sprechen, erwartet der BLV-pro e.V. diesmal mehrere Redebeiträge. Einige Teilnehmer hätten bereits angekündigt, stehen zu bleiben, bis sie Gehör fänden.