Transport, Verkehr und Logistik: Die Top-Recruiter 2020

In der Studie „BEST RECRUITERS 2019/2020“ liegen GLS, Deutsche Bahn und Lufthansa im Bereich „Transport, Verkehr und Logistik“ vorne.

BEST RECRUITERS 2019/2020: In der Kategorie "Transport, Verkehr und Logistik" sicherte sich GLS die Gold-Auszeichnung als bester Recruiter. (Foto: GLS)
BEST RECRUITERS 2019/2020: In der Kategorie "Transport, Verkehr und Logistik" sicherte sich GLS die Gold-Auszeichnung als bester Recruiter. (Foto: GLS)
Melanie Endres

Die Recruiting-Qualität hierzulande befindet sich weiterhin auf hohem Niveau, hat aber im Vergleich zum Vorjahr etwas abgenommen – das ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie „BEST RECRUITERS“, die regelmäßig die Recruiting-Qualität der Arbeitgeber in Deutschland (seit 2011), Österreich (seit 2010) und der Schweiz (seit 2013) untersucht. Ziel ist es laut Mitteilung sowohl die Bewerberansprache als auch den Bewerberumgang im deutschsprachigen Raum konzeptionell und operativ weiter zu professionalisieren. BEST RECRUITERS ist eine Initiative von Markus Gruber, Herausgeber im Bereich Human Resources der Career Institut & Verlag GmbH, Wien/Österreich. Für die aktuelle Erhebung wurden die Recruiting-Aktivitäten der 415 umsatz- und mitarbeiterstärksten Arbeitgeber Deutschlands untersucht. Durchschnittlich haben die Arbeitgeber 57 Prozent der möglichen Gesamtpunkte erreicht. Untersucht wurden 27 Branchen.

Transport, Verkehr und Logistik

Im Bereich „Transport, Verkehr und Logistik“ liegen die teilnehmenden Arbeitgeber mit rund 55 Prozent der möglichen Gesamtpunkte etwas unter dem Durchschnitt, insgesamt erreicht der Bereich Transport, Verkehr und Logistik Platz 20 der 27 teilnehmenden Branchen. Den ersten Platz unter den getesteten Unternehmen aus Transport, Verkehr und Logistik belegte wie im Vorjahr der Paketdienstleister GLS Germany. General Logistics Systems Germany GmbhH & Co. OHG ist demanch mit 86 Prozent der Bereichs-Sieger und hat sich im Gesamtranking im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz auf Platz 4 verbessert.

Innovatives Recruiting

Wie GLS in einer Mitteilung zum Thema meldete, gehe der Erfolg auf die modernen Ansätze bei der Personalgewinnung zurück, so die Angaben.Im vergangenen Jahr wurde nach GLS-Angaben zum Beispiel das Video-Recruiting eingeführt, bei dem sich Jobanwärter per Portrait oder im Interview vorstellen können. Im Rahmen der Personalmarketing-Kampagne „Wir sind GLS“, habe der Imagefilm „Weg des Pakets“ Bewerbern aufgezeigt, welche vielfältigen Berufsbilder hinter den Kulissen der Paketlogistik stecken. Darüber hinaus hat GLS nach Eigenangaben Recruiting-Maßnahmen mit innovativer Außenpräsenz, zum Beispiel auf Messen und Jobbörsen, umgesetzt, Strategie-Workshops veranstaltet und die eigene Karriereseite kontinuierlich und interaktiv weiterentwickelt. Die Recruiter von GLS werden demnach selbst nach einem klar definierten Prozess laufend weitergebildet, „um stets am Puls der Bewerberbedürfnisse zu sein und die neuesten Recruiting-Tools sinnvoll zu nutzen“.

„Wir sind eine Wachstumsbranche mit unterschiedlichen Berufsbildern und brauchen kontinuierlich gute, motivierte Mitarbeiter mit Potenzial“, sagt Martin Seidenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung von GLS Germany. „Daher ist die professionelle und innovative Personalgewinnung bei uns Chefsache.“

Top Sechs im Bereich „Transport, Verkehr und Logistik“

Anhand von 243 Kriterien hat die Studie die Recruiting-Qualitäten in folgenden Erhebungskategorien gemessen: „Karriere-Webseiten“, „Mobile Recruiting“, „Social Web“, „Inhalt der Online-Stellenanzeige“, „Usability der Online-Stellenanzeige“, „Konsistenz der Online-Stellenanzeige“, „Bewerbungsresonanz“, „Usability im Bewerbungsprozess“, „Kontaktaufnahme per E-Mail“, „Kontaktaufnahme per Social Media“ und „Talent Relationship Managment (TRM)“.

Mit 69,5 Prozent wurde die Deutsche Bahn AG mit dem Silber-Siegel im Bereich „Transport, Verkehr und Logistik“ ausgezeichnet und die Deutsche Lufthansa AG (65,5 Prozent) mit Bronze. Auf Platz 4, 5 und 6 folgen Dachser SE, Schenker Deutschland AG und Kühne + Nagel (AG & Co.) KG, die jeweils ebenfalls das Bronze-Siegel erhalten haben.

Zielgruppe im Blick

Der Studie zufolge haben die Arbeitgeber in der Transportlogistik die Bedeutung einer zielgruppengerechten Ansprache der unterschiedlichen Bewerber im Blick. Demnach stellen sie auf ihren _Karriere-Webseiten zielgruppenspezifisch aufbereitete Informationen bereit, in der Gesamtstichprobe seien dies 93 Prozent. Dabei liege ein besonderer Fokus auf dem Nachwuchs: Auf allen Webseiten fänden sich Informationen für Schüler sowie meist auch für Auszubildende (93 Prozent) und Studierende (86 Prozent), so die BEST RECRUITERS-Angaben. Luft nach oben ist den Angaben zufolge jedoch bei speziellen Informationen für Berufserfahrene. Hier hebe sich die Branche nicht von der Gesamtstichprobe mit 71 Prozent ab.

Passen wir zusammen?

Ein weiterer Punkt zu Verbesserung im Bereich „Transport, Verkehr und Logistik“ sei die Unternehmenskultur. Aspekte wie „Werte“, „soziale Verantwortung“ oder die „Führungskultur“ der potenziellen Arbeitgeber spielen nur bei 70 Prozent (Gesamt-Stichprobe: 88 Prozent) eine Rolle. Wie im Unternehmen konkret zusammengearbeitet und kommuniziert wird, beschriebt hingegen nur jeder fünfte Arbeitgeber, so die BEST RECRUITERS-Ergebnisse.

Mit relevanten Informationen punkten

Die Studie zeigt auch: Arbeitgeber, die ihr Angebot auf Karriere-Webseiten und in Stellenanzeigen klar benennen, sammeln Punkte. Auf den Karriere-Webseiten finden sich laut BEST RECRUITERS mittlerweile fast flächendeckend Informationen hierzu. Demnach beschreiben 95 Prozent der Unternehmen hier etwa die Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und fast acht von zehn gehen auf die Benefits ein, die sie Kandidaten bieten (78 Prozent). In Stellenanzeigen fallen diese Informationen noch stärker ins Gewicht. Hier komme es darauf an, dass die genannten Anforderungen und Benefits in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Sie sollen Kandidaten einerseits eine möglichst realistische Vorstellung von der Position vermitteln, diese aber gleichzeitig nicht durch zu viele Anforderungen abschrecken. In fast drei Viertel der analysierten Stellenanzeigen (73 Prozent) achten die Recruiter laut Studienangaben auf ein Gleichgewicht zwischen Anreizen und den gewünschten Qualifikationen und Eigenschaften von Bewerbern. Zum Vergleich: Vor sechs Jahren war dies der Pressemitteilung zufolge erst bei 15 Prozent der Job-Angebote der Fall.

Ist da jemand?

Die derzeitige Situation wirft bei Jobsuchenden viele Fragen auf. Was passiert mit meiner laufenden Bewerbung? Wird die ausgeschriebene Stelle überhaupt noch besetzt? Wie sieht das Bewerbungsverfahren während der Homeoffice-Phase aus? Einige Arbeitgeber haben besonders schnell reagiert und auf ihrer Karriere-Website Informationen zum Recruiting in Corona-Zeiten platziert. Doch gerade jetzt gilt: Egal wie informativ Karriere-Website und Stellenanzeigen sind – oft bleiben trotzdem Fragen offen. Kontaktdaten einer konkreten Person im HR, an die man sich in diesem Fall wenden kann, geben möglicherweise den Ausschlag, ob sich KandidatInnen tatsächlich bewerben. Doch immer weniger Arbeitgeber nennen eine solche Kontaktperson auf der Karriere-Website. Waren es im Studienjahr 2011/12 noch 69 Prozent der Arbeitgeber, sind es aktuell nur noch 42 Prozent. In den Stellenanzeigen liegt dieser Wert mit 57 Prozent zwar etwas höher, ist aber ebenfalls gesunken.

Wenig Rückmeldungen auf Social Media

Um die Rückmeldungsrate der Arbeitgeber zu überprüfen, versendet BEST RECRUITERS nicht nur vier Bewerbungen an jedes Unternehmen in der Stichprobe, zusätzlich werden auch Interessensanfragen verschickt. Dabei meldet sich ein potenzieller Kandidat mit einer Frage zum Bewerbungsprozess oder zum Unternehmen per E-Mail und Social Media beim Arbeitgeber, gemessen werden Geschwindigkeit sowie Inhalt der Rückmeldungen. Hier zeigt sich laut Pressemeldung, dass die Social-Media-Plattformen kaum zur direkten Kommunikation genutzt werden: Nur jede fünfte der Anfragen via XING wurde in einem Zeitraum von bis zu drei Tagen beantwortet (22 Prozent). Auf die E-Mail reagierten 45 Prozent. Zum Vergleich: Die Rückmeldungsrate auf Bewerbungen ist inzwischen fast flächendeckend erfreulich hoch, nur 8 Prozent blieben unbeantwortet.

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