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transport logistic 2019: Verliebt in den Fortschritt

Verkehrsminister Scheuer wirbt dafür, Chancen für die Logistik zu erkennen, nicht nur Risiken.

Verkehrsminister Andreas Scheuer warb auf der transport logistic 2019 in München dafür, optimistisch auf die Leistungen der Logistik zu blicken. (Foto: Sandra Lehmann)
Verkehrsminister Andreas Scheuer warb auf der transport logistic 2019 in München dafür, optimistisch auf die Leistungen der Logistik zu blicken. (Foto: Sandra Lehmann)
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Sandra Lehmann

„Wir müssen verliebt sein ins Gelingen, verliebt in den Fortschritt und nicht immer nur über Verbote und Verteuerung sprechen.“ Mit diesen Worten warb Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer anlässlich der Eröffnung der Fachmesse transport logistic, die vom 4. bis 7. Juni in München über die Bühne geht, dafür, die Chancen zu sehen, die sich für die Logistik durch innovative Technologien und den Wunsch nach mehr Klimaschutz ergeben und nicht nur die Risiken, die daraus entstehen. Dazu gehöre aus Sicht des Ministers auch, sich nicht stoisch an Begrifflichkeiten festzuhalten, die in der Bevölkerung eher negativ konnotiert sind wie etwa künstliche Intelligenz.

„Wir haben in den vergangenen Jahren viele Begriffe für neue Technologien gehypt, die den Bürgern eher Angst machen als Lust auf Zukunft. Eine Rückkehr zu einfachen Botschaften wie ‚Made in Germany‘ könnte uns dabei helfen, alle auf dem Weg in die Zukunft mitzunehmen und für Neues zu begeistern“, so Scheuer in seiner Eröffnungsrede.

5G ausgestalten

In diesem Sinne gelte es auch, Innovationen von der Theorie in die Praxis zu holen und auszugestalten. Als Beispiel nannte Scheuer das Thema 5G. Hier dürfe es nicht bloß Leuchtturmprojekte geben, sondern Anwendungen, die den Mobilfunkstandard erlebbar machen. In diesem Zuge zählte Scheuer einige Projekte und Maßnahmen hinsichtlich neuer Technologien auf, die derzeit in seinem Haus, dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem ein neues Gutachten zum Thema Blockchain, der Masterplan Binnenschifffahrt, die Förderung von E-Lkw sowie das Zukunftsbündnis Schiene. Zusätzlich werde das BMVI allein im laufenden Jahr 17 Milliarden Euro in alle Verkehrsträger investieren, 5,6 Milliarden davon flössen allein in die Schiene.

Dieser komme, so Scheuer, auch eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz zu, den der Bundesminister in seiner Rede deutlich hervorhob. „Das BMVI gestaltet jeden Tag aktiv Umweltschutz, indem es immer wieder neue Projekte anstößt, die helfen sollen, das Klima zu verbessern.“ So arbeite das Ministerium derzeit etwa an einer Strategie zum Einsatz von Wasserstoff in unterschiedlichen Verkehrsträgern. Allerdings sei das nur eine von mehreren notwendigen Maßnahmen, wie der Minister betonte. „Wer Klimaschutz will, muss an vielen Stellschrauben drehen. Wir müssen uns etwa um die Landverstromung kümmern und um den Ausbau eines weitreichenden Ladesäulennetzes für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.“

Logistik als Gestalterin

Im Rahmen seiner Rede warb Scheuer nicht nur für mehr positives Gedankengut, wenn es um die Umsetzung zukünftiger Logistikstrategien gehe, sondern auch für mehr Selbstvertrauen im Wirtschaftszweig: „Die Logistik kann ganz klar Gestalterin einer Weltwirtschaft sein. Das beweist Deutschland bereits zum dritten Mal in Folge mit dem Titel Logistikweltmeister. Aber wir müssen dafür weiter am Ball bleiben und dürfen den internationalen Wettbewerb nicht unterschätzen.“

In der anschließenden Diskussionsrunde, die von ARD-Moderatorin Anja Kohl geleitet wurde, zeichneten Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG, Dorothea von Boxberg, Chief Commercial Officer bei Lufthansa Cargo, Alexander Doll, Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Bahn AG sowie Rolf Habben Jansen, Vorsitzender des Vorstands von Hapag Lloyd, ein eher durchwachsenes Bild der derzeitigen und kommenden Lage im Transport- und Logistiksektor. So sei der Umschlag in der Luftfracht, ein Frühindikator für wirtschaftlichen Abschwung, in den vergangenen Monaten zurückgegangen, wie von Boxberg erläuterte. Diese Situation könne sich aus Sicht der Expertin allerdings schnell wieder ändern.

Frank Appel hält eine Abkühlung der Logistik- und Transportmärkte zwar für durchaus möglich, sieht aber keine eindeutigen Indizien für einen Abschwung. Essenziell ist aus Sicht des Managers, wie sich der Handelsstreit zwischen China und den USA weiterentwickelt. Käme es hier zu weiteren Eskalationen, werde das auch starke Auswirkungen auf den europäischen Logistikmarkt haben. Rolf Habben Jansen sprach sich in der Runde für Besonnenheit aus. „Das Problem an solchen Diskussionen ist in der Regel, dass man entweder sehr optimistisch in die Zukunft blickt oder sehr pessimistisch. Besser wäre ein Mittelweg: verhaltener Optimismus“, so der Seefrachtexperte.

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