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Transport: Leerfahrten vermeiden

Pilotprojekt der NexTrust-Initiative abgeschlossen.
Mit einem Kooperationsmodell möchten GS1 Germany und etliche weitere Partner die Effizienz des Paletten-Poolings verbessern. Getestet wurde das Konzept innerhalb der NexTrust-Initiative der EU. (Foto: Chep)
Mit einem Kooperationsmodell möchten GS1 Germany und etliche weitere Partner die Effizienz des Paletten-Poolings verbessern. Getestet wurde das Konzept innerhalb der NexTrust-Initiative der EU. (Foto: Chep)
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Sandra Lehmann

Im Rahmen des EU-Förderprojektes NexTrust, in dem nachhaltige Beförderungsmethoden entwickelt werden, hat die Normierungsorganisation GS1 Germany das Konzept eines kartrellrechtskonformen Kooperationsmodells zwischen Verladern, Händeln und Spediteuren getestet. Ziel des Pilotprojektes sei es gewesen, die Leerfahrten bei der Anlieferung und Abholung leerer Paletten zu reduzieren. Ebenfalls an der Testphase beteiligt waren die Paletten-Poolinganbieter Chep und Pooling Partners, die Einzelhändler Edeka und dm-Drogeriemarkt, der Logistikdienstleister Rigterink sowie die Unternehmen Henkel und Mars.

Wenig Koordination

Die Betrachtung der Ist-Situation zeigte dabei zunächst, dass keine terminliche Koordination zwischen der Abholung von Leergut und der Lieferung von Waren stattfindet: Der Poolingprovider liefert leere Ladungsträger zum Verlader. Nach Übergabe fährt der LKW leer zur nächsten Abholung. Nachdem der Spediteur die Ware beim Händler abgeladen hat, fährt er leer zum nächsten Kunden. Anbieter von Pooling-Diensten holen leere Paletten von den Distributionszentren des Einzelhandels ab. Dafür fahren sie leer zur Laderampe. Laden die LKW die Ladungsträger anschließend lediglich ab, fahren sie anschließend ohne Ladung weiter.

Treuhänder-Modell vorgesehen

Um die Lage zu verbessern, sieht das geplante NexTrust-Greschäftsmodell vor, den betroffenen Unternehmen neutrale Treuhänder, sogenannte Trustee, zur Seite zu stellen. Die sollen für alle Beteiligten eines Pooling-Modells gesetzeskonforme und kartellrechtlich einwandfreie Rahmenbedingungen schaffen. Gemeinsam mit Rechtsberatern stehen die Trustee im Zentrum des Geschehens und eruieren, welche Informationen wirtschaftlich sensibel sind und nicht zwischen den Partner ausgetauscht werden sollten beziehungsweise welche kommuniziert werden können. In dem sechs Wochen dauernden Piloten übernahm GS1 Germany nach eigenen Angaben diese Rolle und stellte kartellrechtliche Compliance sicher, analysierte die Daten der Transporte aller Partner und koordinierte den Informationsfluss zwischen den beteiligten Unternehmen.

30 Tonnen weniger Kohlendioxid

Nach Pilotabschluss zeigten sich die Partner laut GS1 Germany zufrieden ob der großen Potenziale. Das sind zum Beispiel eine bessere Auslastung der Transportkapazitäten, eine Reduktion der Laderampenkontakte bei Händlern und Lagern, eine langfristige Senkung der Verwaltungskosten sowie Vorteile durch Bündelung in der Beschaffung. Last but not least könnten 25 Prozent der Leerfahrten und damit circa 30 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen pro Jahr eingespart werden.

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