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Transport: Digitaler Frachtbrief im Testlauf

BGL unterstützt Feldversuch zur Digitalisierung von Frachttransportdokumenten.

Der BGL unterstützt ein EU-Projekt, das den digitalen Frachtbrief testet. (Symbolbild: Carlocastilla/Fotolia)
Der BGL unterstützt ein EU-Projekt, das den digitalen Frachtbrief testet. (Symbolbild: Carlocastilla/Fotolia)
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Redaktion (allg.)
von Anna Maria Schmid, Transport

Im Rahmen des Pilotversuchs Living Lab 12 (LL 12) soll die Digitalisierung von Frachttransportdokumenten erprobt werden. Er ist Teil des auf drei Jahre angelegten EU-Projekts Aeolix. In Deutschland unterstützt ihn der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Unter seinem Dach testen Unternehmen Transporte mit elektronischem Begleitschein. Die Erprobung grenzübergreifender elektronischer Frachtbriefe (eCMR) stehe im Einklang mit der Vision der Europäischen Kommission von der Zukunft der Logistik, heißt es in einer Mitteilung des BGL. Die Einführung der eCMR solle der erste Schritt hin zu einer vollständig digitalen Dokumentation für die Transportbranche sein.

Gemeinsame Plattform

Projektaufgabe sei es, eine gemeinsame Plattform für die Verbindung verschiedener Logistikinformationssysteme zu schaffen. Das System soll es möglich machen, Informationen zwischen den wichtigsten Akteuren der Logistik, Unternehmen wie Behörden, auszutauschen. In der Testphase können teilnehmende Transportunternehmer relevante Daten elektronisch eingeben, Logistikinformationen speichern und diese Daten über ein Mobiltelefon oder Tablet ohne Verzögerung austauschen. Mit Erfassung der Daten erhalten die Beteiligten umgehend Informationen über die transportierten Waren.

Schadensdokumentation via App

Versender, Frachtführer oder Empfänger müssen sich registrieren und die TransFollow-App installieren. Der Frachtführer muss einen neuen Frachtbrief als digitales Dokument anlegen. Ist der Fahrer beim Versender angekommen, kann er entweder einen auf dessen Smartphone generierten QR-Code abfotografieren oder auf dessen Gerät unterschreiben (Sign-on-Glas). Beschädigte Ware kann der Fahrer dokumentieren, indem er ein Foto mit dem Gerät macht. Dieses Foto ist dann fest mit dem Transportvorgang verbunden und geht nicht mehr verloren. Auch einen Text kann er anheften. Die Informationen werden in Echtzeit weitergeleitet.

Digitaler Frachtbrief ist rechtens

Ein Zusatzprotokoll zur CMR-Konvention aus dem Jahr 2008 regelt den digitalen Frachtbrief eCMR. Es legt fest, dass der Frachtbrief bei Beförderungen, für die das CMR gilt, auch als elektronisches Dokument ausgestellt werden kann. Inzwischen sei es von einer Reihe von Staaten ratifiziert worden, die deutschen Fachministerien prüften eine Ratifizierung derzeit, so der BGL.

Langer Projektvorlauf

Die umfangreichen Vorarbeiten für die Umsetzung des Living Lab 12 hatten bereits im Juni 2018 begonnen. Dazu gehörte die Auswahl und die Schulung der jeweiligen Projektleitung in nationalen Verbänden. Bis Ende März 2019 wurden die teilnehmenden Unternehmen in mehreren Sitzungen in die Anwendung der Systeme myAEOLIX, TransportPortal und TransFollow eingewiesen. Der Startschuss fiel am 1. April 2019. Bis Mitte Juni haben die beteiligten Transportunternehmen nun Zeit, die zugesagte Anzahl von Transporten mit elektronischem Begleitschein durchzuführen. Am 16. Juni 2019 muss der letzte Transport beendet sein. In der Zeit bis zum Projektende im August 2019 werde der BGL umfassende Berichte, Dokumentationen und Auswertungen für die Projektleitung erstellen, kündigt der Verband an.

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