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Transport: Ab aufs LNG-Schiff, Volkswagen!

Autobauer ersetzt zwei Schweröl- durch Erdgas-Schiffe zum Fahrzeugtransport.
Erdgas statt Schweröl: Volkswagen setzt ab 2019 zwei neue Schiffe für die Fahrzeuglogistik ein. (Foto: Volkswagen)
Erdgas statt Schweröl: Volkswagen setzt ab 2019 zwei neue Schiffe für die Fahrzeuglogistik ein. (Foto: Volkswagen)
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Nadine Bradl

Um die Umweltverträglichkeit der Schiffstransporte zu verbessern, wird die Wolfsburger Volkswagen AG ab 2019 zwei mit Schweröl angetriebene Frachtschiffe für die Fahrzeuglogistik durch zwei mit Flüssigerdgas (LNG – Liquified Natural Gas) angetriebene Autofrachter ersetzen. Das gibt der Autobauer in einer Pressemitteilung am 5. Oktober bekannt. Die beiden Charterschiffe seien von Siem Car Carriers AS und sollen in einem Rundlaufkonzept im Nordatlantik für die Märkte Kanada, USA, Mexiko und Europa verkehren. Volkswagen möchte laut Mitteilung zudem seine Fahrzeug- und Materiallogistik in Europa vom Lkw künftig verstärkt auf emissionsärmere Verkehrsträger wie das Schiff verlagern.

Green Logistics

Wolfram Thomas, Leiter Konzern-Produktion, sagt: "Unter Green Logistics bündeln wir sämtliche Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit in der Logistik." Mit der Inbetriebnahme der zwei mit LNG-betriebenen Autofrachter für die Strecke zwischen Europa und Nordamerika treibe die Volkswagen Konzernlogistik das Vorhaben des umweltverträglichen und ressourceneffizienten Transports kontinuierlich voran. Der weitere Einsatz von LNG-betriebenen Fahrzeugtransportschiffen – den sogenannten Roll-on/ Roll-off-Transporten – werde auch auf anderen Strecken geprüft.

Platz für 4.500 Fahrzeuge

Die beiden etwa 200 Meter langen und circa 36 Meter breiten mit LNG-betriebenen Schiffe haben eine Kapazität von circa 4.500 Fahrzeugen. Damit verfügen die beiden Schiffe mit dem im Unterdeck verbauten und 3.000 Kubikmeter Flüssigerdgas fassenden Tank über vergleichbare Fahrzeugkapazitäten wie die konventionell angetriebenen Überseefrachtschiffe. Angetrieben werden die beiden Fahrzeugtransporter von einem von MAN Diesel & Turbo entwickelten 12.600 Kilowatt starken Motor.

Sinkende Emissionen

Laut dem Autobauer sinken durch den Einsatz der LNG-betriebenen Autofrachter in der Fahrzeuglogistik über den Nordatlantik im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben pro Schiff und Jahr der Kohlenstoffdioxidausstoß um bis zu 25 Prozent, die Stickoxidemissionen um bis zu 30 Prozent, Rußpartikel um bis zu 60 Prozent und die Schwefeloxidemissionen um bis zu 100 Prozent. Zusätzlich würden die Emissionen durch den Einsatz eines Dual-Fuel-Schiffsmotors mit Direkteinspritzung sowie einer Abgasnachbehandlung reduziert.

Logistikprozesse verbessern

Thomas Zernechel, Leiter Konzernlogistik, erläutert: "Im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern ist die Schifffahrt eine der effizientesten Transportmöglichkeiten. Die Volkswagen Konzernlogistik transportiert bereits die Hälfte ihres Fahrzeugvolumens auf dem Seeweg." Die Umstellung weiterer Charterschiffe auf LNG-Betrieb sei auf anderen Strecken jedoch auch von der notwendigen Infrastruktur abhängig. "Neben Flüssigerdgas als alternativem Schiffsantrieb arbeiten wir auch an weiteren Projekten, um unsere Logistikprozesse kontinuierlich umweltverträglicher zu gestalten."

Materiallogistik: Vom Lkw auf die See

So werde auch für die Materiallogistik stetig an alternativen und umweltfreundlichen Transportmöglichkeiten gearbeitet. Seit Ende 2015 wird beispielsweise Material aus der Türkei für das Volkswagen Werk Autoeuropa in Palmela/Portugal auf dem Seeweg von Izmir nach Lissabon versendet. Bisher geschah das per Lkw. Durch die Verkehrsverlagerung werden nach VW-Angaben pro Jahr 240 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart. Zudem sinken die Kosten für das Unternehmen.

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