Transport: 18-Tonnen-Elektro-Lkw wird vorgestellt

Meyer Logistik zeigt erstmals sein Modell „E-Force“ auf der IAA Nutzfahrzeuge.

Die Ludwig Meyer GmbH & Co. KG, Friedrichsdorf, bringt etwas Besonderes mit auf die IAA Nutzfahrzeuge (25. September bis zum 2. Oktober in Hannover): Zwei Elektro-Lkw, die laut dem Frischelogistiker als erste mit 18 Tonnen Gesamtgewicht in Deutschland zugelassen wurden. Die E-Lkw werden zur Distribution von frischen Lebensmitteln im Großraum Berlin eingesetzt. Sie fahren jeweils exklusiv für Lidl beziehungsweise Rewe und transportieren Ware von den Logistikzentren in die Filialen. Meyer Logistik wolle mit den „E-Force“ genannten Fahrzeugen rund zwei Drittel der Antriebsenergie gegenüber vergleichbaren Diesel-Fahrzeugen einsparen. Grund dafür sei der Wirkungsgrad des Elektroantriebs von bis zu 97 Prozent.

Der Frischelogistiker rechnet mit einem Energieverbrauch von 60 bis 90 Kilowattstunden auf 100 Kilometern im Überland- und Stadtverkehr. Das entspräche etwa sechs bis neun Litern Dieselkraftstoff. Die Reichweite der Elektro-Lkw betrage etwa 300 Kilometer bei einer Nennleistung von 300 Kilowatt (408 PS). Die Batterien seien in sechs Stunden wieder vollständig aufgeladen. Pro Tour können die E-Force-Modelle laut dem Frischelogistiker 18 Europaletten oder 30 Rollcontainer transportieren, genauso viele wie bei einem vergleichbaren Diesel-Lkw. Obwohl die Anschaffungskosten um das Zweieinhalb- bis Dreifache über denen für vergleichbare Diesel-Lkw liegen und keine Fördergelder fließen, gehe Meyer Logistik davon aus, dass die E-Force-Lkw wirtschaftlich betrieben werden können.

Umgesetzt wurde das Projekt mit folgenden Partnern: Den Antrieb hat das Schweizer Start-up-Unternehmen E-Force One AG, Fehraltorf, hergestellt und in Iveco-Fahrgestelle der Modellreihe „Stralis“ eingebaut. Bei Iveco Schweiz waren zuvor Dieselmotor, Getriebe, Tank, Rußfilter, Auspuff und Druckluftbehälter ausgebaut worden. So wurde Platz für die beiden 400-Volt-Batterien und das elektrische Antriebsaggregat geschaffen. Die Nutzfahrzeuge Rohr GmbH, Straubing, installierte auf beiden Fahrzeugen Einkammer-Koffer des Modells „Isoplus IV vario“ und die Frigoblock Grosskopf GmbH, Essen, schloss seine Transportkühlmaschinen des Typs „FK 25i“ an, die ebenfalls elektrisch betrieben werden.

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