Tiertransporte: EU-Kommission will den Tierschutz stärker berücksichtigen

Die EU-Kommission hat neue Vorschläge für den Transport von Tieren erarbeitet, durch die das Tierwohl besser gewährleistet werden soll. Auch der Handel mit Hunden und Katzen soll künftig stärker reglementiert werden.

Die EU-Kommission hat neue Vorschläge für die Regeln für Tiertransporte erarbeitet, damit künftig stärker auf das Tierwohl geachtet wird. (Bild: AdobeStock, Tobias Arhelger)
Die EU-Kommission hat neue Vorschläge für die Regeln für Tiertransporte erarbeitet, damit künftig stärker auf das Tierwohl geachtet wird. (Bild: AdobeStock, Tobias Arhelger)
Gunnar Knüpffer

Die EU-Kommission hat Legislativvorschläge für eine Reform des Tiertransports sowie für neue Tierwohl-Standards für Hunde und Katzen vorgelegt. Das teilte die Vertretung der EU-Kommission in Deutschland am 7. Dezember auf ihrer Website mit.

Der Vorschlag für den Tiertransport sieht vor, dass Transportzeiten verkürzt werden und dass die Tiere bei langen Transporten zum Ruhen, Füttern und Tränken abgeladen werden müssen. Für Schlachttiere und gefährdete Tiere wie nicht abgesetzte Kälber und trächtige Tiere sollen besondere Vorschriften gelten. Das Platzangebot für die verschiedenen Tiere soll erhöht und an die jeweilige Tierart angepasst werden.

Die EU-Kommission plant, dass für den Transport bei extremen Temperaturen strenge Bedingungen gelten, darunter die Beschränkung des Transports auf die Nacht, wenn die Temperaturen 30 Grad Celsius übersteigen. Außerdem müssten bei Temperaturen unter null Grad Celsius die Fahrzeuge abgedeckt und die Luftzirkulation im Tierraum kontrolliert werden, um die Tiere während der Fahrt vor dem Auskühlen zu schützen. Wenn die Temperaturen unter -5 Grad Celsius fallen, sollte die Transportdauer zusammen mit den oben genannten Maßnahmen 9 Stunden nicht überschreiten.

Die Vorschriften für die Ausfuhr von lebenden Tieren aus der Union sollen laut der Kommission verschärft werden, einschließlich besserer Kontrollen in Drittländern, damit sie den in der EU geltenden Standards entsprechen. Erleichtern sollen die Durchsetzung der Transportvorschriften dabei digitale Instrumente wie zum Beispiel die Echtzeit-Ortung von Fahrzeugen sowie eine zentrale Datenbank.

Illegaler Handel mit Hunden und Katzen soll bekämpft werden

Zudem legte die EU-Kommission Vorschriften für das Wohlergehen und die Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen vor. Damit will sie erstmals einheitliche EU-Standards für die Zucht, die Unterbringung und den Umgang mit Hunden und Katzen in Zuchtbetrieben, Zoohandlungen und Tierheimen festlegen. Auch die Rückverfolgbarkeit dieser Haustiere soll durch die obligatorische Kennzeichnung und Registrierung in nationalen Datenbanken verbessert werden. Ziel der Kommission ist es, den illegalen Handel zu bekämpfen und die Tierschutzbedingungen in den Einrichtungen besser zu kontrollieren. Importe von Hunden und Katzen müssen laut Vorschlag zudem gleichwertige Tierschutzstandards erfüllen.

Außerdem schlägt die Kommission weitere Schritte zur Umsetzung der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) „Pelzfreies Europa“ vor. Diese fordert ein EU-Verbot der Pelztierzucht und des Verkaufs von Produkten, die solche Felle enthalten, im europäischen Binnenmarkt. Die Kommission hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beauftragt, ein wissenschaftliches Gutachten über das Wohlergehen von Pelztieren zu erstellen. Auf der Grundlage dieses wissenschaftlichen Beitrags und einer Bewertung der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen wird die Kommission dann mitteilen, welche Maßnahmen am besten geeignet sind.