Tier-N Visibility bis Nachhaltigkeit: Vier neue Funktionalitäten für Amazon Supply Chain

„AWS Supply Chain Supply Planning" erstellt ausgefeilte Modelle für die Versorgungsplanung, mit denen sich die erforderlichen Lagerbestände in den einzelnen Werken genau vorhersagen lassen.

AWS Supply Chain ist eine Cloud-Anwendung, die Anwendern umfangreiche Einblicke in ihre Lieferkette erlauben soll. (Symbolbild: Bluebay2014 / Fotolia)
AWS Supply Chain ist eine Cloud-Anwendung, die Anwendern umfangreiche Einblicke in ihre Lieferkette erlauben soll. (Symbolbild: Bluebay2014 / Fotolia)
Therese Meitinger

Amazon Web Services (AWS) hat im Rahmen seiner Konferenz AWS re:Invent 2023 unter anderem vier neue Funktionalitäten für „AWS Supply Chain“ angekündigt, wie eine Pressemitteilung vom 29. November mitteilt. AWS Supply Chain ist eine Cloud-Anwendung, die Anwendern umfangreiche Einblicke in ihre Lieferkette erlauben soll. Die Funktionalitäten umfassen konkret:

  •  „AWS Supply Chain Supply Planning“ basiert laut Firmenangaben auf der Erfahrung von Amazon bei der Entwicklung von Machine-Learning-Anwendungen für seine eigenen Lieferketten. Supply Planning erstellt demnach ausgefeilte Modelle für die Versorgungsplanung, mit denen sich die erforderlichen Lagerbestände in den einzelnen Werken genau vorhersagen lassen. Dazu nutzt es die zuerst von AWS Supply Chain Demand Planning erstellten Bedarfsprognosen zusammen mit Daten zu Produkt, Anlage, Stückliste und Bestand. Durch entsprechende Empfehlungen sollen Kunden in ihren Entscheidungen unterstützt werden – beispielsweise wie viele Einheiten sie bestellen, wann sie eine Bestellung aufgeben und wo sie den Bestand positionieren sollen.
  • „AWS Supply Chain N-Tier Visibility“ soll Kunden eine größere Transparenz über ihr Lieferketten-Netzwerk liefern – über ihre direkten Beziehungen hinaus bis zu mehreren Ebenen von externen Handelspartnern, die sie mit wenigen Klicks einladen und einbinden können. Hinzugefügte Handelspartner können laut der Pressemitteilung dann die Kommunikation automatisieren und ihre eigenen Prognosen verbessern. Kunden können beispielsweise Bestellungen und Bedarfsprognosen mit ihren Handelspartnern austauschen und den Status dieser Bestellungen oder sich ändernde Lagerbestände verfolgen – alles innerhalb von AWS Supply Chain N-Tier Visibility. Die aktualisierten Lieferpläne und Bestellungen werden nach Unternehmensangaben in „Amazon Simple Storage Service (S3)“ exportiert, sodass Kunden sie in ihre ERP-Systeme integrieren können. Der auf diese Weise integrierte Informationsaustausch mit Lieferanten und Herstellern soll Unternehmen dabei unterstützen, besser und schneller Beschaffungsrisiken sowie Teilemängel zu erkennen, und es ihnen ermöglichen, die Folgen von Unterbrechungen in der Lieferkette abzuschwächen.
  • „AWS Supply Chain Sustainability“ hat sich auf die Fahnen geschrieben, eine sichere und effizientere Möglichkeit für Nachhaltigkeitsverantwortliche zu bieten, Dokumente und Datensätze von ihrem Lieferantennetzwerk zu erhalten. Sie können Amazon zufolge an jedem Punkt der Lieferkette Prüfdaten anfordern, sammeln und exportieren, beispielsweise Produktlebenszyklusanalysen, Zertifikate zur Produktsicherheit oder Berichte über verwendete Gefahrstoffe. Kunden können laut der Pressemitteilung auch ihre eigenen Datenerfassungsformulare für ihre Lieferanten hochladen, um Nachhaltigkeitsbelange zu dokumentieren, und einen standardisierten Workflow-Prozess nutzen, um ihre Lieferanten an die Beantwortung von Datenanfragen zu erinnern. Notwendige Änderungen auf der Grundlage dieser Antworten lassen sich demnach zudem auch mit AWS Supply Chain Sustainability an die Lieferanten mitteilen. Diese Funktionalitäten sollen Kunden ermöglichen, Informationen zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialvorschriften (ESG) mit einer einzigen, prüffähigen Aufzeichnung der Daten für Auditing-Zwecke bereitzustellen.
  • „Amazon Q in AWS Supply Chain“ ist laut der Pressemitteilung ein Assistent, der auf generativer KI basiert und über den Managed Service Amazon Bedrock bereitgestellt wird. Amazon Q in AWS Supply Chain bietet demnach ein Natural Language Interface (NLI) – also eine Schnittstelle in natürlicher Sprache – in der Anwendung AWS Supply Chain, sodass Kunden Daten im AWS Supply Chain Data Lake abfragen und intelligente Antworten erhalten können. Amazon Q lässt sich nach Anbieterangaben auf die Bedürfnisse eines Kunden anpassen und kann auch komplexe Szenarien sowie die Kompromisse zwischen verschiedenen Lieferkettenentscheidungen visualisieren.

Zu den Kunden, die AWS Supply Chain nutzen, zählen nach Unternehmensangaben die Boston Consulting Group, Equipment Depot und Woodside.