Textil: Radici schließt Logistikzentrum

Betriebsrat und IG Metall wollen gegen Kündigung von 70 Mitarbeitern vorgehen.
Redaktion (allg.)

Der Textilkonzern Miro Radici AG, Bergkamen, will seinen Logistikstandort im Gewerbegebiet Wattenscheid-West im Sommer schließen. Das schreibt das Onlineportal „Der Westen“. Bei der Anlage handelt es sich um den Versand der ehemaligen Modefirma Klaus Steilmann GmbH & Co. KG, die 2006 von Radici übernommen worden war. 2008 wurde der Versand an die luxemburgische Logwin AG, Grevenmacher, ausgelagert. Hauptauftraggeber blieb der Radici-Konzern.

Mitte Februar 2012 wurde der Betriebsrat darüber informiert, dass das Logistikzentrum künftig zum Radici-Geschäftsbereich „Hometextile“ gehöre und zum 30. Juni 2012 geschlossen werden solle. Rund 70 Mitarbeiter, viele davon aus der ehemaligen Steilmann-Belegschaft, sollen die Kündigung erhalten, obwohl laut dem Bericht genügend Aufträge abzuarbeiten sind.

Der Betriebsrat befürchtet, dass Radici die Logistikabwicklung an ein externes Unternehmen auslagern will. Die IG Metall will nun prüfen, ob es sich dabei um einen Betriebsübergang handelt. Die Firmenleitung behauptet hingegen, es sei lediglich ein Austausch unter Anteilseignern erfolgt.

Die Betriebszugehörigkeit der Angestellten liegt laut dem Artikel im Durchschnitt bei 25 Jahren. Erste Verhandlungen über einen Sozialplan und Interessenausgleich mit der neuen Geschäftsführung seien ergebnislos unterbrochen worden, heißt es weiter. Ein Fachanwalt wurde eingeschaltet, Klagen stehen im Raum.

(akw)
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