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Tag der Logistik: Umfassende Infos zum Berufsfeld Logistik

Geschätzte 40.000 Menschen werden sich am 27. April über den Wirtschaftsbereich informieren.
Die Logistik von Händlern wie Zalando muss den Wünschen der Kunden nach Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität stets gerecht werden. Wie man das macht, zeigte der Standort Erfurt am Tag der Logistik 2016. (Foto: BVL)
Die Logistik von Händlern wie Zalando muss den Wünschen der Kunden nach Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität stets gerecht werden. Wie man das macht, zeigte der Standort Erfurt am Tag der Logistik 2016. (Foto: BVL)
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Thilo Jörgl

Ob Daimler, Ikea oder Dachser: Am morgigen Tag der Logistik werden 670 Unternehmen in Deutschland und vielen anderen Ländern ihre Tore öffnen, um zu zeigen, was sie in Sachen Logistik leisten und welche Jobs, Ausbildungs- und Studiengänge es im Bereich von Supply Chain Management und Logistik gibt. Für den Aktionstag werden laut der Bundesvereinigung Logistik (BVL) rund 40.000 Teilnehmer erwartet. Das sagte Prof. Dr. Thomas Wimmer, Chef der BVL-Geschäftsführung, im Rahmen einer Presseveranstaltung am 26. April im Haus der Bundespressekonferenz Berlin. Wimmer zufolge soll der Tag nicht nur dazu dienen, die Bedeutung der Logistik für eine erfolgreiche Wirtschaft aufzuzeigen, sondern auch die vielfältigen Berufsmöglichkeiten in diesem Wirtschaftsbereich bekannter zu machen.

Aktionstag zum zehnten Mal

2017 findet der Aktionstag zum zehnten Mal statt. Anlässlich des Jubiläums sagte der BVL-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Raimund Klinkner, dass die Erwartungen der Vereinigung über die Entwicklung des Aktionstags „weit übertroffen“ wurden. Zudem sei der Tag der Logistik ein Exportschlager geworden. Klinkner war via einer Live-Schalte aus der Logistics Conference in Bahrain zugeschaltet. Das kleine Königreich vor der Küste Saudi-Arabiens nimmt 2017 auch am Tag der Logistik teil. Kamal bin Ahmed Mohammed, Transportminister des Königreichs Bahrain, betonte, dass sein Land künftig noch mehr als bisher auf Logistik setze. Bahrain sei auch für deutsche Unternehmen ein „Gateway“ nach Saudi-Arabien, dem größten Wirtschaftsraum in der Golfregion. Bahrain arbeite „ständig daran, seine Logistikprozesse sowie die Infrastruktur in Richtung Saudi-Arabien weiter zu verbessern“, so der Minister.

Unterstützung aus Berlin

„Als Logistikkoordinatorin der Bundesregierung hat der Tag der Logistik einen festen Platz in meinem Kalender“, sagte Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, während der Pressekonferenz. „Das Engagement der Unternehmen hier ist beeindruckend. Die Besucherinnen und Besucher haben die Chance, die Logistik in all ihren Facetten kennenzulernen. Nur wer weiß, worum es geht, kann sich auch für eine Karriere in der Logistikbranche entscheiden.“

Logistik ist wichtiger Arbeitgeber

Klinkner unterstrich auch die Bedeutung der Logistik für die Leistungsfähigkeit der gesamten Wirtschaft. „Die Logistik ist nach der Automobilindustrie und dem Handel der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland und ein wichtiger Motor für wirtschaftliches Wachstum und den Arbeitsmarkt. Im Jahr 2016 lagen die logistischen Leistungen bei einem Umsatz von rund 258 Milliarden Euro. Knapp drei Millionen Menschen arbeiten derzeit in den vielfältigen logistischen Berufen. Im Logistics Performance Index der Weltbank, der auf einer internationalen Umfrage beruht, belegte Deutschland 2016 den ersten Platz vor Luxemburg, Schweden, den Niederlanden und Singapur und gilt damit als ‚Logistikweltmeister‘“, so Klinkner.

Großes Thema Fachkräftemangel

Eine aktuelle Umfrage der BVL zeigt: Industrie, Handel und der Dienstleistungsbereich suchen Fachkräfte für die vielen Arbeitsfelder der Logistik. 90 Prozent der Befragten gab an, dass sich der Fachkräftemangel in ihren Unternehmen bemerkbar macht. Die meisten Fachkräfte, so das Ergebnis der Umfrage, fehlen in den Bereichen IT, Fahrer, Disposition und Lager. Rund 62 Prozent der Umfrage-Teilnehmer können alle der ausgeschriebenen Ausbildungsplätze mit passenden Bewerbern besetzen. Dem stehen 38 Prozent gegenüber, die einige bis viele ihrer Ausbildungsplätze nicht besetzen können.

Gelassenheit trotz turbulenter Weltpolitik

Die Stimmung unter den Logistikern aus Industrie, Handel und Dienstleistung war im ersten Quartal 2017 von Gelassenheit und Optimismus geprägt. Nicht geopolitische Ereignisse dominieren die Diskussionen, sondern Strategie und Praxis – und hier vor allem die Chancen und Risiken des Digitalisierungsprozesses, der alle Handlungsfelder von Supply Chain Management und Logistik erfasst hat. Die anhaltende binnenwirtschaftliche Dynamik durch Konsumausgaben und Wohnungsbauinvestitionen zeigt Wirkung. So legt auch der Klimawert des Logistik-Indikators verglichen mit dem Vorquartal nochmals zu – auf den höchsten Stand seit Herbst 2011.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Beide Marktseiten (Industrie und Handel auf der einen und die Logistikdienstleister auf der anderen Seite) liegen mit ihren Klimawerten um rund zehn Punkte über dem Indikatordurchschnitt der letzten zehn Jahre. Die langfristigen Erwartungswerte werden von allen Marktbeteiligten mindestens auf stabilem Niveau oder höher angegeben – ein Indiz für eine robuste Gesamtsituation. In der Dreimonatsperspektive wird mehrheitlich eine Nettoverbesserung des Logistikgeschäfts erwartet – mehr Euphorie geht nicht.

Wachstum erwartet

Für das Jahr 2017 erwartet die BVL auf Basis der Schätzungen der Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services und der Logistikweisen ein Wachstum auf rund 263 Milliarden Euro bei ebenfalls weiterhin steigenden Beschäftigtenzahlen.

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