Stückgutkooperation: Aus System Alliance wird NG.network

Auf die Umfirmierung zu Jahresbeginn 2023 soll eine Digitalisierungsoffensive folgen.

Von links nach rechts: Stephan Opel, Bernd Schäfer, Jürgen Wolpert, Wolfram Senger-Weiss und Reiner Heiken. | Bild: System Alliance
Von links nach rechts: Stephan Opel, Bernd Schäfer, Jürgen Wolpert, Wolfram Senger-Weiss und Reiner Heiken. | Bild: System Alliance
Therese Meitinger
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Ab dem 1. Januar 2023 wird aus der bisherigen System Alliance Netzwerk GmbH die neue NG.network GmbH. Das meldet eine Pressemitteilung vom 30. November. Die Geschäftsführer aller Gesellschafter sowie die Führungsebenen der Partnerbetriebe versammelten sich demnach am 24. November 2022, um die Enthüllung des neuen Namens feierlich zu begehen. Bedeutung und Tragweite der Neupositionierung sowie den damit verbundenen Paradigmenwechsel präsentierte der bisherige und zukünftige Geschäftsführer Stephan Opel.

„Dem zukünftigen und immer volatiler werdenden Stückgutgeschäft werden wir mit einem klaren Fokus auf die zentrale Netzwerk- und Mengensteuerung sowie auf die zielgerichtete Netzwerkentwicklung begegnen. Das erreichen wir nur durch eine konsequente und durchgängige Digitalisierung unserer Kooperation mit all ihren Partnerbetrieben. Wir wollen ein Netzwerk werden, das end-to-end digital verknüpft ist“, so Stephan Opel.

Weitere Impulse zu Neuausrichtung und Markenpositionierung kamen von Reiner Heiken, CEO Hellmann Worldwide Logistics, sowie Frank Haas, Head of Corporate Brand Strategy & Communications Gebrüder Weiss. In seiner Funktion als Sprecher der Gesellschaftervertreter bezog Jürgen Wolpert, Zufall Logistics Group, Stellung zu den geplanten strategischen Initiativen. Wolfram Senger-Weiss, CEO Gebrüder Weiss, und Bernd Schäfer, CEO Streck Transport, standen anlässlich weiterführender Gespräche ebenfalls auf der Bühne und bestätigten ausdrücklich ihr Commitment gegenüber der Kooperation und der neuen Marke.

Mit Künstlicher Intelligenz zu mehr Prozesssicherheit

Bereits seit einiger Zeit bereite die Netzwerkzentrale den Weg für eine anstehende Digitalisierungsoffensive. So wurde mit Datensätzen aus den letzten Jahren eine KI trainiert, die mit einer Genauigkeit von mindestens 97 Prozent Forecasts und Mengensimulationen errechnen soll. Diese Prognosegenauigkeit soll den Netzwerkpartnern mehr Planungssicherheit geben. Alle Standorte könnten damit prozesssicher und wirtschaftlich im Regelbetrieb arbeiten, so die Stückgut-Kooperation. Restriktionen oder Mengenbeschränkungen sollen so ausgeschlossen und der effiziente Einsatz verfügbarer Kapazitäten ermöglicht werden.

Hintergrund für die Neuausrichtung seien unter anderem die Erfahrungen aus der Covid-19-Pandemie gewesen. Während der ersten Lockdowns habe speziell der Stückgutverkehr ein extremes Wachstum erlebt, das alle Marktteilnehmer an den Rand ihrer logistischen Belastbarkeit gebracht hätte. Bis heute litten viele Betriebe an den Folgen. Zudem bringe der Krieg in der Ukraine neue Unsicherheiten mit sich.

„Die zentrale Netzwerk- und Mengensteuerung ist digitale Antwort und gleichsam Befreiungsschlag der NG.network, um in einer krisengeschüttelten Weltwirtschaft und einem dementsprechend hochvolatilen Stückgutmarkt nicht nur Stabilität, sondern Antifragilität zu gewährleisten“, so Hellmann-CEO Reiner Heiken.

Die Innovations- und Investitionsbereitschaft bei den Gesellschaftern sei vor allem in Sachen Nachhaltigkeit groß. Die symbolische Enthüllung eines Wasserstoff-Lkw mit NG.network-Branding sollte dies verdeutlichen. Doch neben der angestrebten CO2-Neutralität durch neue Immobilienkonzepte, KI-optimierte Verkehre und alternative Antriebe rücke die Kooperation auch die wirtschaftliche und soziale Langlebigkeit in den Fokus.

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