Stückgut: VTL und Palletways blasen Kooperation ab

Die erwarteten Synergien haben sich den beiden Unternehmen zufolge als illusorisch herausgestellt.

VTL und Palletways wollten eine neue, gemeinsame Netzstruktur aufbauen. Dazu ist es nun nicht gekommen. (Foto: VTL)
VTL und Palletways wollten eine neue, gemeinsame Netzstruktur aufbauen. Dazu ist es nun nicht gekommen. (Foto: VTL)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Die Stückgutkooperationen Vernetzte-Transport-Logistik (VTL) und Palletways Deutschland, Spezialist für palettierte Expressfracht, werden nun doch nicht zusammengehen. Wie VTL am 20. Januar 2020 mitteilte, ist der geplante Zusammenschluss der Netze abgesagt. Beide Unternehmen hätten beschlossen, die Gespräche nicht fortzuführen. „Denn wir haben festgestellt, dass die von beiden Seiten erwarteten Synergien und wirtschaftlichen Verbesserungen nicht zu erreichen sind“, erklärt VTL-Geschäftsführer Andreas Jäschke. Weiter führt er aus, dass es nicht gelungen sei, eine gemeinsame Netzwerkstruktur zu erarbeiten, die den Interessen aller Beteiligten entspreche.

„Wir mussten feststellen, dass wir in einigen wesentlichen Detailfragen die jeweiligen Interessen nicht in Einklang bringen konnten“, formulierte Abraham Garcia Martinez, Geschäftsführer von Palletways Deutschland.

Leider sei es nicht gelungen, sich über die Rahmenbedingungen einer neuen, gemeinsamen Netzstruktur zu einigen, erläutert Hakan Bicil, CEO der Division International von Imperial Logistics. Bicil weiter: „Der deutsche Stückgutmarkt ist ein Kernelement in der europäischen Wachstumsstrategie von Imperial. Wir investieren auch zukünftig in den deutschen Markt und werden unsere Marktposition im Geschäftsbereich Express Freight mit weiterentwickelten Produkten, Services und sinnhaften Akquisitionen ausbauen.“

VTL will nun den Ausbau seines bestehenden nationalen und europäischen Netzwerkes aus eigener Kraft gestalten. „Das VTL-Netzwerk hat sich in den mehr als 20 Jahren seines Bestehens im Markt etabliert. Wir verfügen über starke Systempartner, das entsprechende Know-how und nicht zuletzt über eine solide Kapitalstruktur, um die vor der Branche liegenden Entwicklungen und Herausforderungen eigenständig gestalten zu können“, erläutert Herbert Rothschild, der Aufsichtsratsvorsitzende der VTL. „Oberstes Ziel ist es, den mittelständischen VTL Systempartnern durch die Nutzung unseres Netzwerkes einen innovativen Mehrwert zu bieten. Dieser muss nun durch umzusetzende Maßnahmen erhöht werden.“

Die Pläne zur Zusammenlegung beider Netze bestehen nach Unternehmensangaben seit Juni 2019. Die Verschmelzung sollte demnach zu verkleinerten Zustellgebieten mit Bündelungseffekten führen.

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