Studie: Wieder mehr Unternehmensgründungen in Deutschland

Angehende Gründer wünschen sich laut einer DIHK-Studie vor allem, dass das Gründen in Deutschland schneller und einfacher möglich wird.

Im Coronajahr 2020 ging das Interesse an Unternehmensgründungen deutlich zurück. (Symbolbild: kasto / Fotolia)
Im Coronajahr 2020 ging das Interesse an Unternehmensgründungen deutlich zurück. (Symbolbild: kasto / Fotolia)
Therese Meitinger

Nach dem Corona-Einbruch von Frühjahr 2020 sieht es für Unternehmensgründungen in Deutschland inzwischen wieder besser aus. Das zeigt laut einer Pressemitteilung vom 3. September eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter den Industrie- und Handelskammern (IHKs) und zahlreichen Start-ups. Der „DIHK-Report Unternehmensgründung 2021“ beruhe auf mehr als 200.000 IHK-Gesprächen mit angehenden Gründerinnen und Gründern – ergänzt um eine Befragung von knapp 350 jungen Unternehmen, heißt es dort.

Der Erhebung zufolge gehen 43 Prozent der IHK-Gründungsexpertinnen und -experten davon aus, dass es 2021 mehr Unternehmensgründungen geben wird als im Vorjahr.

„Viele stehen jetzt in den Startlöchern, die im Vorjahr ihre Vorhaben zurückstellen mussten“, sagt dazu DIHK-Präsident Peter Adrian. „Damit besteht die Chance, zumindest einen Teil des herben pandemiebedingten Einbruchs wieder aufzuholen.“

Gründungsstandort Deutschland lässt viele Wünsche offen

Junge Unternehmen schätzten den Gründungsstandort Deutschland jedoch gerade mit einem schwachen „Befriedigend“ ein, so Adrian weiter. So wünschen sich der Studie zufolge knapp 80 Prozent der Gründerinnen und Gründer von der Politik, die Errichtung eines Unternehmens schneller und einfacher zu machen. Mehrheitlich erhoffen sich die jungen Unternehmen zudem ein einfacheres Steuerrecht mit weniger Aufzeichnungs- und Nachweispflichten.

38 Prozent finden laut DIHK einen einfacheren Zugang zu öffentlichen Fördermitteln wichtig. Für 30 Prozent hat eine bessere IT-Infrastruktur eine große Bedeutung, um ihnen im Betrieb die Digitalisierungsprozesse zu ermöglichen und den Zugang zu überregionalen Märkten zu erleichtern.

Was das konkrete Interesse an Unternehmensgründungen anbetrifft, vermelden die IHKs für das Coronajahr 2020 den stärksten Rückgang seit Beginn der IHK-Statistik im Jahr 2003 – es gab deutliche 34 Prozent weniger Gespräche und Beratungen zur Unternehmensgründung als noch 2019.

Start-ups sehen Coronapandemie ambivalent

Von den Jungunternehmen, die durch die Krise hindurchgegangen sind, haben 71 Prozent ihr Geschäftsmodell infolge der Pandemie angepasst. Gut ein Drittel hat staatliche Coronahilfen in Anspruch genommen, 20 Prozent haben Kredite aufgenommen oder Beteiligungskapital akquiriert.

Insgesamt überwiegen bei den Jungunternehmen die negativen Effekte der Pandemie: Zwei Drittel der Gründerinnen und Gründer berichten von weniger Nachfrage, geringerer Liquidität und reduziertem Eigenkapital. Ein Drittel sieht jedoch auch positive Trends – etwa dank neuer Geschäftsmodelle bei der Steuerung von Kundenströmen, Online-Shops oder digital gesteuerten Liefer- und Bringdiensten.

„Deutschland hat viele mutige Gründerinnen und Gründer, die anpacken und ihre guten Ideen in die Tat umsetzen“, betont DIHK-Präsident Peter Adrian. „Nach der Bundestagswahl ist es an der Zeit, ihnen unternehmerische Freiräume zu geben, damit sie ihre und unser aller wirtschaftliche Zukunft gestalten und Innovationen voranbringen können.“

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