Studie: Wie digital ist die Planung von Food-Lieferketten?

Eine Umfrage von Höveler Holzmann legt nahe, dass Lebensmittelhersteller nur begrenzt spezialisierte Softwaremodule für die SCM-Planung einsetzen.

Welche Tools nutzen Lebensmittelhersteller zur Planung ihrer Lieferketten? (Foto: Martin Bergsma / Adobe Stock)
Welche Tools nutzen Lebensmittelhersteller zur Planung ihrer Lieferketten? (Foto: Martin Bergsma / Adobe Stock)
Therese Meitinger

Eine Umfrage, die die Unternehmensberatung Höveler Holzmann mit der International School of Management und der University of Strathclyde durchgeführt hat, widmet sich dem Digitalisierungsgrad der Lieferkettenplanung in der Lebensmittelindustrie. Laut einer Pressemitteilung vom 25. Februar wurden dabei 39 Führungskräfte in der DACH-Region aus den Branchen Süßwaren und Snacks, Molkereiprodukte, Tiefkühlkost, Fleisch, Backwaren, Convenience-Lebensmittel und alkoholische/nicht-alkoholische Getränke befragt.

Die Studie ging demnach den Fragen nach, welche Softwaremodule die Teilnehmer für die einzelnen Planungsaufgaben im Supply Chain Management verwenden, wie sie die Nützlichkeit der Module bewerten, welche Gründe in der Vergangenheit gegen ein Implementierungsprojekt sprachen und welche Systeme und Anbieter im Einsatz sind. Trotz der Vorteile von Advanced-Planning-Systemen zeige die Umfrage, dass Lebensmittelhersteller nur begrenzt spezialisierte Softwaremodule einsetzen, so die Mitteilung.

Somit haben in keinem Anwendungsbereich von Advanced-Planning-Systemen mehr als 42 Prozent der Umfrageteilnehmer spezielle Module für die Supply Chain-Planung im Einsatz. Dies ist nach Ansicht von Höveler Holzmann verwunderlich, da die Mehrheit der Teilnehmer die Funktionen der einzelnen Module als nützlich bis sehr nützlich einstuft. Ein Beispiel ist der S&OP-Prozess.

In Sachen digitaler Lieferketten-Planung bleibt Luft nach oben

Als Gründe für den geringen Einsatz von Modulen gaben die Unternehmen einen zu geringen ROI (Return on Investment), mangelndes Wissen in der Nutzung digitaler Tools, eine unzureichende Datenqualität und die nicht vorhandene Zeit für ein Implementierungsprojekt an. Außerdem sehen die Teilnehmer eine große Herausforderung in der Einrichtung und Wartung von Schnittstellen zur existierenden IT-Infrastruktur.

Zudem deutet die Umfrage darauf hin, dass viele der Unternehmen grundlegend noch nicht auf spezialisierte Softwaretools für Planungsentscheidungen zurückgreifen: Nur 24 Prozent der Unternehmen, die Softwarelösungen im Einsatz haben, verwenden Advanced-Planning-Systeme als führendes Planungswerkzeug für die Supply Chain – ERP-Systeme sorgen hier für die notwendige Datenbasis für die Softwaretools.

Zusammengefasst setzt somit nur ein geringer Anteil von Unternehmen umfänglich auf digitale Lösungen für die Supply Chain-Planung. Damit die Lieferkette jedoch langfristig wettbewerbsfähig bleibe, sei es für Unternehmen wichtig, den Kenntnisstand der Mitarbeiter über die Möglichkeiten von Planungstools zu stärken, geben die Studienautoren an. Werkzeuge der künstlichen Intelligenz können ihrer Überzeugung nach dabei helfen, die Datenqualität im Unternehmen durch automatisiertes Datenmanagement sicherzustellen. Ein erfolgreiches Transformationsprojekt setze zudem genaue Kenntnisse über die existierende IT-Infrastruktur voraus – deshalb müssten Unternehmen die Digitalisierung der SCM-Organisation gezielt vorantreiben, so die Mitteilung.

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