Studie: Unternehmen sehen Cyberangriffe als wachsende Gefahr im SCM

Die zwei wichtigsten Technologien, in die die befragten Unternehmen weiter oder verstärkt investieren möchten, sind einer Umfrage zufolge Cybersecurity (48 Prozent) und Künstliche Intelligenz (43 Prozent).

43 Prozent der in der Studie von Software Advice befragten Unternehmen haben in den letzten zwölf Monaten Geschäftsunterbrechungen in Verbindung mit einem Cyberangriff erlebt. (Symbolbild: Cendeced / AdobeStock)
43 Prozent der in der Studie von Software Advice befragten Unternehmen haben in den letzten zwölf Monaten Geschäftsunterbrechungen in Verbindung mit einem Cyberangriff erlebt. (Symbolbild: Cendeced / AdobeStock)
Therese Meitinger

Das Beratungsunternehmen Software Advice hat eine Studie durchgeführt, die die Herausforderungen und Zukunftspläne von Unternehmen für ihre Lieferketten analysiert. Zudem sollen darin die Trends, die 2024 einen großen Einfluss auf das Supply Chain Management haben werden, beleuchtet werden, wie eine Pressemitteilung vom 18. April berichtet.

Die Umfrage „Supply-Chain-Pläne 2024” wurde dem Unternehmen zufolge im Februar 2024 online unter 200 Teilnehmern in Deutschland durchgeführt. Die Befragten wurden daraufhin überprüft, ob sie als Fachleute für Lieferketten oder Logistik in einem kleinen bis mittleren Unternehmen (< 500 Millionen Euro Jahresumsatz, < 1.000 Beschäftigte) arbeiten.

Als wichtigste Erkenntnisse benennt die Studie:

  • Die zwei wichtigsten Technologien, in die die befragten Unternehmen weiter oder verstärkt investieren möchten, sind Cybersecurity (48 Prozent) und Künstliche Intelligenz (43 Prozent).
  • 43 Prozent der Unternehmen haben in den letzten zwölf Monaten Geschäftsunterbrechungen in Verbindung mit einem Cyberangriff erlebt.
  • 72 Prozent gaben an, dass es in den letzten zwei Jahren im Vergleich zu den Vorjahren schwieriger war, Mitarbeiter im Bereich der Lieferkette zu gewinnen oder zu binden.
  • 23 Prozent planen für 2024, vollständig mit Zulieferern in Deutschland oder umliegenden Ländern zu arbeiten.
  • 64 Prozent befürchten eine Behinderung ihrer Lieferkette durch eine Cybersicherheitsbedrohung

Angesichts der Herausforderungen der Lieferkette werde Technologie für Unternehmen immer wichtiger, um sich im Wettbewerb zu behaupten und mit den Anforderungen Schritt zu halten, argumentieren die Studienautoren.

Im Jahr 2024 gehe es vor allem um zwei Technologien, die die Teilnehmer der Studie als am wichtigsten für den Erfolg ihres Unternehmens erachteten und in die sie in diesem Jahr entweder weiter investieren wollen oder zu investieren beginnen. An erster Stelle steht die Cybersicherheit (48 Prozent), gefolgt von künstlicher Intelligenz (KI) (43 Prozent).

Dass die Cybersicherheit Priorität hat, ist wenig überraschend, da Cyberangriffe im Zeitalter der Digitalisierung immer weiter zugenommen haben und zu den größten Bedrohungen für Unternehmen gehören. 43 Prozent der Studienteilnehmer berichten, dass ihr Unternehmen in den letzten zwölf Monaten entweder einmal oder mehrmals Probleme oder Geschäftsunterbrechungen durch einen Cyberangriff erlebt hat. Außerdem sind 64 Prozent der Befragten besorgt darüber, dass eine Cybersicherheitsbedrohung wie Datendiebstahl oder Schadsoftware ihren Lieferkettenbetrieb in 2024 beeinträchtigen könnte.

Dauerthema Personalmangel

Der Personalmangel ist für ein Drittel der Befragten die größte Sorge im Bereich Supply Chain für 2024.  Der Mangel von Arbeitskräften ist ein Dauerthema in der deutschen Wirtschaft, von dem zahlreiche Branchen betroffen sind, darunter auch das Supply Chain Management.

Wie herausfordernd der Personalmangel in der Supply-Chain-Branche ist, zeigen die Ergebnisse der Studie: 72 Prozent der Befragten gaben an, dass es in den letzten zwei Jahren im Vergleich zu den Vorjahren schwieriger war, Mitarbeiter speziell für den Bereich der Lieferkette zu gewinnen oder zu binden. Der am stärksten betroffene Teilbereich ist die Logistik (42 Prozent), gefolgt von der Produktion/Herstellung (29 Prozenr) und Einkauf/Beschaffung (27 Prozent).

Auch die Zukunftsprognose fällt für die Befragten nicht sehr positiv aus: Für 31 Prozent ist die Verfügbarkeit von Arbeitskräften die größte Sorge im Bereich der Lieferkette im Jahr 2024, die nur von der Sorge um die Inflation (39 Prozent) übertroffen wird.

Investitionsziel Nachhaltigkeitsmaßnahmen

Auch das Thema Nachhaltigkeit wird immer wichtiger für das Supply Chain Management. So gaben 67 Prozenr der Befragten an, dass sie 2024 ihre Investitionen in Nachhaltigkeitsmaßnahmen entweder fortsetzen oder damit beginnen möchten.

Eine wichtige Maßnahme für mehr Nachhaltigkeit ist es, mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, die näher am eigenen Standort angesiedelt sind. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen scheinen in dieser Hinsicht bereits gut aufgestellt zu sein, denn 50 Prozenr der Befragten gaben an, dass die meisten ihrer derzeitigen Zulieferer in ihrem Land ansässig oder nicht weit davon entfernt sind, und 19 Prozent erklärten, dass dies bei all ihren aktuellen Zulieferern der Fall sei.

Darüber hinaus planen 23 Prozent für das Jahr 2024, dass alle ihre Zulieferer in Deutschland oder im benachbarten Ausland ansässig sein sollen.