Studie: Umweltfreundliche Alternativen im Personen- und Güterverkehr

Mit „Umweltfreundlich mobil!“ liegt eine vergleichende Bewertung von Auto, Laster, Flugzeug, Fahrrad und Co. vor.

Die Untersuchung „Umweltfreundlich mobil!“ macht deutlich, in welchem Maße die verschiedenen Verkehrsmittel zum Klimawandel beitragen, die Luft mit Staub und Stickoxiden belasten und Flächen in Anspruch nehmen. (Symbolbild: Fotolia/Denchik)
Die Untersuchung „Umweltfreundlich mobil!“ macht deutlich, in welchem Maße die verschiedenen Verkehrsmittel zum Klimawandel beitragen, die Luft mit Staub und Stickoxiden belasten und Flächen in Anspruch nehmen. (Symbolbild: Fotolia/Denchik)
Melanie Endres

Der Umweltvergleich „Umweltfreundlich mobil!“, eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH (ifeu )in Zusammenarbeit mit Infras im Auftrag des Umweltbundesamtes, umfasst einer Pressemitteilung vom 11. Dezember zufolge nicht nur den Betrieb der verschiedenen Verkehrsmittel, sondern reicht vom Bau der Straßen und Trassen über die Produktion der Energieträger bis zur Entsorgung der Fahrzeuge. Die Ergebnisse zeigen, wie die Weichen für eine klima- und umweltfreundliche Verkehrspolitik gestellt werden müssen.

Pkw und Flugzeug sind Gesamt-Spitzenreiter

Die neuen Untersuchungen bestätigen der Pressemeldung zufolge, dass Pkw und Flugzeug rund 95 Prozent der gesamten CO2-Emissionen beim Personenverkehr ausmachen. Der öffentliche Nahverkehr, der Fernverkehr mit Bus und Bahn sowie Radfahrer und Fußgänger kommen dagegen nur auf 5 Prozent der klimarelevanten Emissionen – während sie knapp 20 Prozent der von Personen zurückgelegten Strecken abdecken – die so genannte Verkehrsleistung.

Externe Umwelt- und Gesundheitskosten

Nicht überraschend schneiden Auto, Motorrad und Flugzeug auch bei externen Umwelt- und Gesundheitskosten besonders schlecht ab, so die Mitteilung. Dazu gehören demnach beispielsweise Kosten durch schädliche Emissionen des Verkehrs oder Kosten für die Anpassung an den Klimawandel. Bei internationalen und nationalen Flügen liegen der Studie zufolge die Umweltkosten bei 5,2 bis 7,8 Cent je zurückgelegtem Kilometer und Person, bei Auto und Motorrad sind es 5,7 bis 6,2 Cent. Bahnen kommen im Personenfernverkehr auf 1,4 Cent, Fernbusse auf 0,8 bis 1 Cent.

„Die externen Kosten des motorisierten Individualverkehrs und des Fliegens sind besonders gravierend, weil mit diesen Verkehrsmitteln über 80 Prozent der Personenkilometer zurückgelegt werden“, sagt Wolfram Knörr, Projektleiter „Ökologische Bewertung von Verkehrsarten“ am ifeu.

Umweltsünde Letzte Meile

Im Güterverkehr schneiden Bahn und Binnenschiff laut Studie besonders gut ab. Bei den Lkw gilt demnach das Motto: Je größer, desto besser. Mit der Zuladung sinken Staub-, NOx- und CO2-Emissionen je Tonnenkilometer. Beim Warenaustausch zwischen Kontinenten sollten Einkauf und Unternehmen konsequent auf das Schiff und wenn möglich die Bahn setzen und besonders Transporte mit dem Flugzeug vermeiden

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir uns darum stärker als bisher mit den kleinen Lkw im Verteilverkehr beschäftigen müssen“, analysiert Knörr. Diese „leichten Nutzfahrzeuge“ waren im Bezugsjahr 2017 fast durchgängig Dieselfahrzeuge. „Gerade in den Städten bietet sich der Einsatz von Lastenrädern und Elektrolastern an“, so Knörr.

Datengrundlage für die kommenden Jahre

Die Untersuchung macht deutlich, in welchem Maße die verschiedenen Verkehrsmittel zum Klimawandel beitragen, die Luft mit Staub und Stickoxiden belasten und Flächen in Anspruch nehmen. Die Studienergebnisse beruhen auf der tatsächlichen Situation im Personen- und Luftverkehr in Deutschland 2017. Diese Studiendaten werden in den kommenden Jahren ein wichtiges und nützliches Nachschlagewerk der Verkehrsdiskussion sein, so die Mitteilung.

„Mit diesen Daten können Staat und Unternehmen genauso wie Kommunen und jede oder jede Einzelne die Wahl der Verkehrsmittel auch nach Umwelt- und Klimakriterien entscheiden“, sagt Knörr über den Nutzen der neu gewonnenen Daten. „Eine aktuellere Analyse der tatsächlichen Auswirkungen der verschiedenen Verkehrsmittel auf die Um welt gibt es derzeit für Deutschland nicht.“

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