Studie: Supply Chain Risk Management wird wichtiger

Wie das Beratungshaus Miebach in einer globalen Umfrage herausfand, haben 58 Prozent der Unternehmen die Gefahrenabwehr in der Lieferkette auf Führungsebene angesiedelt.

Risikomanagement für die Supply Chain klettert in immer mehr Unternehmen auf der Agenda nach oben. Das hat Miebach in einer Studie herausgefunden. (Symbolbild: Ilkercelik/Fotolia)
Risikomanagement für die Supply Chain klettert in immer mehr Unternehmen auf der Agenda nach oben. Das hat Miebach in einer Studie herausgefunden. (Symbolbild: Ilkercelik/Fotolia)
Sandra Lehmann

Im Angesicht fortlaufender Risikoausbrüche wird das Thema Supply Chain Risk Management für viele Unternehmen wichtiger und ist bei 56 Prozent bereits zur Chefsache geworden. Das geht aus einer globalen Marktbefragung des Beratungshauses Miebach hervor, an der fast 300 Unternehmen teilnahmen und die von November bis Mitte Dezember 2022 durchgeführt wurde. 60 Prozent der Befragten stammen Miebach zufolge aus Europa; ein weiterer Fokus lag auf Marktteilnehmern aus Lateinamerika.

„Supply Chains sind 40 Prozent häufiger von Störungen betroffen als in 2019 und die auftretenden Störungen sorgen für dramatischere Auswirkungen. Entsprechend steigen die Anforderungen an Risikominimierung, Flexibilität und Resilienz in den Lieferketten. Hier kann das Supply Chain Risk Management einen wichtigen Beitrag leisten“, sagt Tim Wagner, Consultant bei Miebach.

Je nach Schwere der Störung traten bei den teilnehmenden Unternehmen im vergangenen Jahr finanzielle Schäden von durchschnittlich 0,6 Prozent bis in der Spitze vier Prozent des Jahresumsatzes auf, heißt es in einer Miebach-Pressemitteilung. Zu den häufigsten Folgen der Störungen zählten demnach Lieferzeitverzögerungen, blockierte Lieferrouten und steigende Transportkosten.

Vorsorge kann Risiken mindern

Rund 50 Prozent der Befragten, die über Supply Chain Risk Management verfügen, konnten die Auswirkungen der Top-Risiken abschwächen. 68 Prozent der Unternehmen war es dabei möglich, blockierte Lieferrouten zu umgehen und dadurch ihre Beschaffungs- oder Distributionsflüsse aufrechtzuerhalten sowie die Auswirkungen zu minimieren. Die negativen Effekte von Lieferzeitverzögerungen konnten sogar 80 Prozent der Unternehmen reduzieren.

94 Prozent der Unternehmen haben der Studie zufolge einen Prozess für das Supply Chain Risk Management etabliert, allerdings schließt weniger als jedes fünfte Unternehmen die gesamte Lieferkette in den Prozess ein. Eine geringe systemseitige Unterstützung (51 Prozent ohne System) sorgt dafür, dass die Vorteile eines Supply-Chain-Risk-Management-Prozesses nicht vollständig ausgeschöpft werden können, so das Beratungshaus. Drei Viertel der Befragten möchten in Zukunft weiterhin in das Risikomanagement der Lieferkette investieren. Dabei stehe eine gesamtheitliche Optimierung des Prozesses im Fokus. Bei der Stärkung der Resilienz setzen Unternehmen kurzfristig auf Redundanzen im Bestand oder der Beschaffung (Dual-/Multi-Sourcing) – langfristig sind strukturelle Änderungen in der Lieferkette geplant, wie zum Beispiel Nearshoring.

„Wenn die vergangenen Jahre Eines gelehrt haben, dann, dass ein Supply Chain Risk Management für Unternehmen unumgänglich ist, um sicher durch schwierige Zeiten navigieren zu können und langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern,“ resümmiert Daniel Simon, Senior Consultant, Miebach Consulting.