Studie: Stabile Lieferketten werden zum Faktor in der Standortwahl

Eine gemeinsame Studie von Metroplan und der HSBA kommt zu dem Ergebnis, dass auch der Faktor Nachhaltigkeit für deutsche Unternehmen bei der Standortauswahl mitentscheidet.

Dr. Manuel Schrapers, Geschäftsführer von Metroplan (3. von links), und rof. Dr. Max Johns, Vizepräsident für Forschung & Internationales der HSBA (4. von rechts) haben gemeinsam mit Studenten der HSBA bestimmende Faktoren in der Standortauswahl von Unternehmen untersucht. (Bild: Metroplan)
Dr. Manuel Schrapers, Geschäftsführer von Metroplan (3. von links), und rof. Dr. Max Johns, Vizepräsident für Forschung & Internationales der HSBA (4. von rechts) haben gemeinsam mit Studenten der HSBA bestimmende Faktoren in der Standortauswahl von Unternehmen untersucht. (Bild: Metroplan)
Therese Meitinger

Gemeinsam mit einem Team aus Studierenden der Hamburg School of Business Administration (HSBA) hat das Hamburger Beratungs- und Planungsunternehmen Metroplan GmbH eine Studie zu aktuellen Trends im Standortauswahlprozess von Unternehmen umgesetzt. Die Studie, die von Prof. Dr. Max Johns, Vizepräsident für Forschung & Internationales der HSBA, begleitet wurde, stellt laut einer jüngst veröffentlichten Pressemitteilung heraus, dass wirtschaftliche Faktoren nach wie vor den größten Einfluss auf die Standortauswahl von Unternehmen haben. Auch weitere Aspekte wie Nachhaltigkeit und stabile Lieferketten haben den Studienautoren zufolge in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Johns, führten die Studierenden der HSBA Josie Kröger, Eddi Dudek, Frederic Jörgens, Lukas Netz und Bastian Thorwarth eine quantitative Feldstudie durch und ergänzten die Ergebnisse durch mehrere Interviews mit Experten des Wirtschaftsbereich Logistik. Im Rahmen der Studie wurden die Standortfaktoren Wirtschaft, Politik, Infrastruktur, Arbeitsmarkt, Lieferkette, Marke und Umwelt auf ihre generelle Relevanz und auf deren Status als Trend hin untersucht. Insgesamt wurden im Rahmen der Studie acht Unternehmen detailliert befragt, deren Hauptsitz sich in Deutschland befindet. Die Unternehmen beschäftigen jeweils zwischen 500 und 2.000 Mitarbeitern. In der Befragung wurden die sieben Felder Automotive, Aviation & Maritime, Engineering, Electric & Medical, Fast Moving Consumer Goods, Retail & E-commerce sowie Logistik abgedeckt.

Neues Bewusstsein fürs Makroumfeld

Im Rahmen der Forschungsarbeit kam Metroplan gemeinsam mit den Studenten zu dem Schluss, dass wirtschaftliche Faktoren wie Währungssicherheiten, Steuervorteile und Lohnkosten nach wie vor den größten Effekt auf die Entscheidung für oder gegen einen Produktions- oder Lagerstandort haben. Dennoch ist sich Prof. Dr. Johns sicher, dass „niedrige Löhne nicht alles schlagen“. Die durchgeführte Trendanalyse zu Standortfaktoren zeige, dass die Aspekte Nachhaltigkeit und Umweltbelastung sowie eine zuverlässige Lieferkette in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hätten, so die Mitteilung. Spätestens seitdem es während der Corona Pandemie zu Lieferengpässen verschiedenster Güter kam, achten Unternehmen laut den Studienautoren bei der Wahl eines neuen Standortes vermehrt auf Faktoren, die eine stabile Lieferkette beeinflussen.

Neben der steigenden Relevanz von funktionierenden Lieferketten und Nachhaltigkeitsthemen ergab die Studie auch, dass sich die Effekte politischer Spannungsfelder wesentlich schwächer auf die Entwicklungen am internationalen Markt auswirken als angenommen, da sich Unternehmen frühzeitig auf politische Entwicklungen einstellen. Laut Dr. Schrapers seien Unternehmen gegenüber besonderen Ereignissen und politischen Situationen sensibilisiert. Prof. Dr. Johns spricht von einem „neuen Bewusstsein für das Makroumfeld von Unternehmen“.

Der Geschäftsführer von Metroplan, Dr. Manuel Schrapers, sieht die Kollaboration und die Ergebnisse der Studie als Gewinn für die eigene Beratungsdienstleistung an. Es werde ungeschönt dargelegt, welche Faktoren die Standortauswahl in Unternehmen beeinflussen.

„Durch die Zusammenarbeit mit der HSBA haben wir objektive Einblicke zu aktuellen Branchentrends von Standortfaktoren gewonnen”, erklärt Dr. Schrapers. „Diese Momentaufnahme bestätigt uns in unserem Handeln und wir sind gespannt, wie sich die Branche zukünftig entwickeln wird“, führt der CEO des technischen Beratungsunternehmens weiter aus.