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Studie: Schiffsverluste auf Zehn-Jahres-Tief

AGCS Studie zeigt neue Risiken im Schiffsfrachtverkehr auf.
Nicht nur die Containerschiffe sind in den letzten Jahren immer größer geworden, auch die Risiken beim Betrieb der Frachter sind gewachsen. (Grafik:Allianz Global Corporate and Specialty)
Nicht nur die Containerschiffe sind in den letzten Jahren immer größer geworden, auch die Risiken beim Betrieb der Frachter sind gewachsen. (Grafik:Allianz Global Corporate and Specialty)
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Sandra Lehmann

Der langfristige Abwärtstrend bei den Schiffsverlusten hat sich 2014 mit 75 gemeldeten Großschäden weltweit fortgesetzt. Das belegt der „Safety and Shipping Review 2015“ der Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS), München, der am 24. März 2015 veröffentlicht wurde. Laut Studienergebnissen war das vergangene Jahr das sicherste für die Schifffahrt seit zehn Jahren, auch in Bezug auf die Totalverluste. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent zurückgegangen und liegen deutlich unter dem Durchschnittswert der letzten Dekade (127 Fälle).

Größere Schiffe, höhere Schäden

Neben aktuellen Gefährdungen für Passierschiffe rückt die Studie auch den Trend zu immer größer werdenden Frachtschiffen und deren Sicherheit in den Blickpunkt. Neuestes Beispiel: der Stapellauf des bislang größten Containerschiffs MSC Oscar, das bis zu 19.000 Standardcontainer transportieren kann. Größere Schiffe bedeuten laut AGCS aber auch wachsende Gefahren und größere Schäden. Da diese nicht nur Schiff und Fracht, sondern auch Umweltschäden oder Betriebsunterbrechungen umfassen, seien hier Schadenssummen von über einer Milliarde US-Dollar zu erwarten.

Gleichzeitig überwiegen die Nachteile, die größere Schiffe mit sich bringen, derzeit die Vorteile. So könnten die Ozeanriesen nur selten Tiefwasserhäfen ansteuern, was eine neue Konzentration von Risiken bedeute. Zudem seien sowohl die Bergung verunglückter Schiffe als auch die Suche nach qualifiziertem Fachpersonal zur Bedienung der Frachter eine Herausforderung für die Schiffseigner.

Schiffe werden zum Ziel für Hacker

Eine zusätzliche Gefahrenquelle sieht der Bericht indes in der zunehmenden Digitalisierung. So könnten laut AGCS-Prognose zukünftig Schiffe, die in ihrem Betrieb auf Vernetzung und Automation setzen, zum Ziel für Hacker und Cyberpiraterie werden. Ein Angriff auf die Technik an Bord, vor allem auf die Navigationssysteme, könnte demnach zu Totalausfällen an einem oder mehreren Schiffen führen. Auch große Häfen wertet die Studie als mögliche Ziele von Cyberangriffen. Hier könnten Hacker beispielsweise vertrauliche Daten manipulieren und Terminals außer Betrieb setzen.

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